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Kevin Nikulski an der Berliner Nationalgalerie

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Kevin Nikulski: Video + Interview

Seitdem Kevin Nikulski im vergangenen Jahr von Dortmund nach Berlin umgezogen ist, wirbelt er regelmäßig wie ein wild gewordener Derwisch durch die Bars von Kreuzberg und über die Bodenplatten vor der Nationalgalerie. Björn „Bommel“ Mager von 20 Zoll Media hat sich mit dem feierfreudigen Kneipenterroristen am wohl legendärsten Flatlandlandspot der Hauptstadt getroffen, um herauszufinden, wie sich der junge Kneipenterrorist in seiner neuen Heimat eingelebt und den ersten Winter dort überstanden hat. Also alle Mann anschnallen und rein ins Vergnügen. Ihr werdet es nicht bereuen!

Hey Kevin, um locker zu starten: Erzähle uns doch mal, wie du überwintert hast.
Diesen Winter hatte ich die Gelegenheit, einen Monat an der Westküste der USA zu verbringen und die restlichen kalten Tage habe ich im Berliner ICC verbracht.

Ach, der feine Herr und Weltenbummler. Was war der Anlass für diese Reise?
Ich war eigentlich jeden Tag mit verschiednen Locals rollen, habe L.A. erkundet und die Zeit recht produktiv genutzt. Snipes hat mich bei diesem Projekt unterstützt und so kam es, dass wir dort auch einen Commercial gefilmt haben. Reisen vermitteln einem ja immer neue Eindrücke und die Wertküste finde ich schon geil.

Letztes Jahr wurdest du in der Kategorie Flatland zum „Rider of the Year“ gekürt und auch sonst hast du ganz gut abgeräumt. Hast du nun alles erreicht oder kommt da noch was?
Natürlich kommt da noch mehr, aber alles halt ganz entspannt. Ich bin zurzeit super motiviert und hab einfach Bock auf BMX. Dieses Jahr steht auf jeden Fall so einiges auf dem Plan. Ich habe mir Events rausgesucht, welche ich besuchen möchte, und auch videotechnisch gibt es einige Ideen und Pläne.

 

Die Nationalgalerie ist sicher der legendärste Flatlandspot in Berlin. Erzähl uns doch mal, was diesen Ort so besonders macht.
Der Spot ist super zentral und gut zu erreichen, das allein macht die Sache sehr attraktiv. Der Boden ist super zum Flatlandfahren, und wenn sie scheint, hat man den ganzen Tag Sonne am Spot. Für mich persönlich ist das Beste, dass man mit vielen Leuten gleichzeitig fahren kann.

Mit wem gehst du regelmäßig fahren und was ist dir bei den Sessions mit deinen Jungs wichtig?
Jeder hat seine Posse und ich muss sagen, dass es oft unterschiedlich ist, mit wem ich fahren gehe. Mein Mitbewohner und brother in crime, Oliver Raunz aka Ente, ist natürlich regelmässig dabei. Lustig zu sehen ist, dass an typischen Flatlandspots auch mal Streetfahrer vorbeischauen und Bock haben, Flat zu fahren. Irgendwie kommt gerade alles zusammen und die Sessions mit den Jungs in Berlin sind super entspannt. Man hängt halt ab und hat eine gute Zeit auf dem Hobel, was mir auch das Wichtigste ist und dann ist mir eigentlich auch egal, mit wem ich fahren gehe.

Es gibt sicherlich einige Leute, die denken, dass man als BMX-Profi ein sorgenfreies Leben führt und immer alles von alleine läuft. Versuche uns doch einmal zu erklären, wie du dein Job als BMX-Pro am Laufen hältst, und was dir neben dem Fahren sonst noch wichtig ist.
Das ist ja so eine Frage, über welche keiner öffentlich sprechen will. Doch ist es für mich total wichtig, da viele Informationen zu sammeln – gerade jetzt am Anfang, wo ich mich entschieden habe, es mit BMX zu versuchen und einige Jahre damit über die Runden zukommen. Warum gibt man sich diesen Stress überhaupt? Ich mach es, weil ich so viel wie möglich Zeit auf meinem Rad verbringen will und das große Glück habe, Sponsoren an meiner Seite zu haben, welche mir momentan dieses Leben ermöglichen. Diese wollen natürlich auch was für ihr Geld sehen und somit fahre ich viel, dokumentiere dieses und versuche so gut wie möglich dabei aufzutreten. Mir ist dabei sehr wichtig, dass BMX ins richtige Licht gerückt wird und Leuten zu zeigen, dass es mehr ist als Freaks auf Kinderfahrrädern. Dazu kommt noch, dass ich Leute um mich habe, welche so ein Leben schon einmal gelebt haben und mir wertvolle Radschläge geben, welche ich dann so versuche umzusetzen, dass ich mich dabei wohl fühle.

Wohin denkst du, entwickelt sich Flatland momentan? Und bist du mit dieser Entwicklung zufrieden?
Die Entwicklung von Flatland hat sich in den letzten zwei Jahren sehr gewandelt. Ich meine, es ist immer noch die Disziplin in BMX, welche abseits liegt, dennoch habe ich das Gefühl, dass sich da einiges getan hat. Der Fokus liegt momentan auf super stylischem Fahren und es so leicht wie möglich aussehen zu lassen. Ich denke, dadurch, dass es nicht mehr so trainingsmässig wirkt, schauen auch immer mehr Fahrer von anderen Disziplinen, was wir so treiben, und am Ende klären wir es eh an der Bar.

Am Ende klären wir es eh an der Bar.

 

Es ist kein Geheimnis, dass du gerne Feiern gehst und die Nacht zum Tage machst. Wo und in welchen Zuständen hat man die Gelegenheit, dich ausserhalb von BMX zu treffen?
Na, das hat man also schon geblickt, hahaha?! Auf die Zustände muss man ja jetzt nicht ganz eingehen, aber ab 6 Uhr kann es auch schonmal zu einem Ausfallschritt kommen. Kreuzberg ist schon mein Ding, und jetzt, wo es wieder wärmer wird, gibt es viele gute Ecken im Kiez. Wenn ich mal eine Auszeit brauche, halte ich mich viel draußen auf. Irgendwas passiert immer auf den Straßen und wenn man auf Leute zugeht, entstehen oft spontan die besten Abende.

Was sind derzeit die Top 3 Songs in deiner Playlist?
HDMI – Bones
Set The Record Straight – Yo Gotti
We Are Strong – Lil Bibby

Du stehst zwar noch am Anfang deiner Kariere, doch würden wir gern wissen, ob du einen Plan B hast und was nach dem BMX-Zirkus mit dir passiert.
Den Plan B habe ich schon, oder sagen wir mal: eine grobe Richtung. Momentan stecke ich meine ganze Energie in mein BMX-Ding und an später wird später gedacht.

Hin und wieder erscheinen Videos und Fotos von dir, welche nicht wirklich direkt etwas mit BMX zu tun haben und es eher darum geht, dich als Held einer Story darzustellen, auf welche Firmen dann ihren Stempel pappen und es als den heißen Scheiß verkaufen. Wie gehst du mit dieser Außenwahrnehmung um?
Es ist halt schwer, die Wage zwischen hartem Trickgeballer und Held der Sponsoren zu halten. Beides hat Vorteile sowie Nachteile. Ich finde es cool, wenn BMX nach außen getragen wird und ich meinen Teil dazu beitragen kann. Dies geht nicht immer über die Core-Szene, aber es sollten trotzdem alle, die BMX fahren, auf dem Schirm haben, wie es hinter den Kulissen aussieht. Und wenn man Leute mit Epic erreichen kann und diese dann auf BMX aufmerksam werden, ist es doch eine gute Sache. Wenn man mal überlegt, wie schwer es ist, mit BMX in Deutschland soviel Geld zu verdienen, um Sachen wie Miete, Krankenversicherung und Lebenshaltungskosten decken zu können, finde ich es nicht schlimm, Videos zu drehen, welche nicht zu 100 % Core sind. Es wäre mir auch zu viel, wenn die Szene nur noch krass produzierte Commercials von mir sieht. Aber ich habe auch nicht jeden Tag einen Filmer dabei und freue mich, wenn überhaupt mal Footage entsteht. Schlußendlich will ich meinen Arsch an die Wand bekommen und meinen eigenen Weg finden, Freestyle halt!

Flatland war bei Street- oder Parkfahrern lange Zeit ziemlich out und wurde nicht wirklich als Disziplin anerkannt. Woran liegt es, dass dieses Vorurteil nun fast verschwunden ist und auf einmal alle cool miteinander sind?
Ich glaube, es liegt daran, dass sich alle Disziplinen miteinander vermischen. Liptricks bei Parkfahrern sind ja manchmal schon wie Flatlandcombos. Ich denke darüber kaum nach. Und wenn ein BMXer Flatland schlecht macht, ist er für mich kein BMXer sondern behindert.

Wenn ein BMXer Flatland schlecht macht, ist er für mich kein BMXer sondern behindert.

Wenn man sich deinen Drahtesel ein bisschen genauer ansieht, fällt auf, dass du Guards montiert hast. Brauch man die jetzt wirklich schon beim Flatlandfahren?
Na, also die Guards brauche ich zum Flatlandfahren nicht, aber stabile Streetparts sind schon Pflicht. Ich fahre recht aggressiv und da würden mir die meisten Flatparts unter dem Arsch wegbrechen. Außerdem will ich mich nicht an einem Spot binden, da ich in der letzten Zeit auch Streetfahren für mich entdeckt habe. Ich find es ein super Ding, weil man es auch geil kombinieren kann. Es ist halt ein anderes Gefühl, als nonstop an einem Spot rumhängen und sieben Stunden lang eine Combo zu checken.

Was passiert 2016 in dem Leben von Kevin Nikulski?
Reisen, heile bleiben, Videos drehen, Fotos schießen und geile Sessions fahren. Hauptziel in diesem Jahr ist es, alle Stopps der WM mitzufahren.

Wir bedanken uns bei dir für dieses kleine Interview und jetzt bedank dich gefälligst!
Danke Leute!!!

@kevin_nikulski wird von Snipes, G-Shock, Kunstform und Autum unterstützt.

Video, Bilder und Interview: Björn „Bommel“ Mager | 20zollmedia.com

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