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Fotografie heute: Nahuel Martinez im Interview

Der Fotograf Nahuel Martinez war früher Skate-Pro und auch heute steht er noch ab und zu zum Spaß auf dem Deck. Dementsprechend zeigen seine Bilder oft unsere Kollegen von der Knallbrettfraktion. Aber das heißt ja nicht, dass man nicht auch mal über den Tellerrand hinausschauen kann. Und genau das hat er neulich getan, als er mit Ezequiel Helmreich Martinez aus Argentinien, der unter anderem für den VANS BMX Pro Cup und die BMX Worlds in Europa zu Besuch war, einige Fotos in Barcelona geschossen hat. Was dabei rausgekommen ist, hat uns so gut gefallen, dass wir Nahuel gebeten haben, ein paar Fragen zu beantworten. Wie es ihm gefallen hat, zur Abwechslung BMX mal zu schießen, und wie seine Herangehensweise an das Fotografieren ist, erfahrt ihr im folgenden Interview.

Hey, Nahuel! Stell dich bitte erst einmal vor, bevor es gleich ans Eingemachte geht.
Hi, ich heiße Nahuel Martinez, bin 31 Jahre alt und komme ursprünglich aus Salta in Argentinien, lebe aber derzeit in Barcelona.

Nahuel Martinez

Was treibst du den ganzen Tag in Barcelona so?
An den Wochenenden arbeite ich in einem Lebensmittelladen und ansonsten versuche ich jeden Tag, ein besserer Fotograf zu werden.

Wann und wie bist du mit der Fotografie zum ersten Mal in Berührung gekommen?
Ich fotografiere schon sehr lange. Als ich ein kleiner Junge war, hat mich ein Freund dazu inspiriert. Ich habe seine Notizen studiert und solange mit seiner Kamera geübt, bis ich mir eine eigene leisten konnte. Für eine sehr lange Zeit habe ich analoge Kameras verwendet. Irgendwann bekam ich dann eine digitale in die Hände, was mir sehr geholfen hat, mich als Fotograf weiterzuentwickeln. Denn ab diesem Moment konnte ich viel schneller lernen, weil zu fotografieren schlagartig viel günstiger wurde. Schließlich musste ich kein teuere Geld mehr in Filme und deren Entwicklung investieren.

Ezequiel Helmreich Martinez, Bar Railhop in Barcelona

Was macht für dich ein gutes Foto aus?
Ich habe hohe Ansprüche. Ein gutes Foto macht vor allem aus, dass es etwas zeigt, das über den Trick, das Gesicht oder die Situation, die du fotografierst, hinausgeht. Mir sind das Framing und das Licht besonders wichtig, da versuche ich meinen eigenen Stil einzubringen. Manchmal ist das natürlich Licht vor Ort nicht gut. Es macht mir viel Spaß, hierfür kreative Lösungen zu finden. Ansonsten muss ein Foto aber natürlich zu erst für sich selbst sprechen.

„Ein gutes Foto macht vor allem aus, dass es etwas zeigt, das über den Trick, das Gesicht oder die Situation, die du fotografierst, hinausgeht.“

Wenn ich Fotos von so einer anspruchsvollen Sportart wie BMX schieße, ist es mir am wichtigsten, dass ich festhalte, wie viel Mühe und Können die Person, die ich fotografiere, in ihre Tricks reinsteckt. Manche der Tricks erfordern sehr präzise Bewegungen. Dass es Menschen gibt, die zu solch einer Präzision selbst unter widrigsten Umständen fähig sind, ist sehr beeindruckend für mich. Diese Wertschätzung versuche ich rüberzubringen. Was mich aber am meisten motiviert, ist zu wissen, dass man meisten nur eine Möglichkeit hat, einen Tricks gut in Szene zu setzen. Eben weil die meisten Tricks sehr viel Präzision erfordern und deshalb nicht so leicht wiederholt werden können. Für einen Fotografen ist das eine große Herausforderung. Man kann sich keine Fehler leisten. Solche Situation können nicht nur der Person vor, sondern auch der Person hinter der Kamera einen ordentlichen Adrenalinschub geben.

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Was für Equipment verwendest du?
Ich verwende eine Nikon D700, eine Fujifilm XT3, ein „Godox 360“-Licht und Ad200-Blitze. Je nach Lust und Laune packe ich manchmal auch eine Analogkamera mit einem guten Film ein.

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Du hast mir erzählt, dass du, bevor du Fotos mit Ezequiel gemacht hast, vorher erst einmal auf einer BMX-Fotosession warst. Wie kam es dazu, dass du mit Ezequiel zusammengearbeitet hast?
Richtig, die Session mit Ezequiel war erst das zweite Mal überhaupt, dass ich BMX fotografiert habe. Ich habe ihn über einen gemeinsame Freund kennengelernt, der auch BMX fährt und von dem ich meine ersten BMX-Fotos für das Magazin Gravedad Zero geschossen habe, das ist ein Extremsportmagazin aus Argentinien. Als Ezequiel dann neulich in Barcelona zu Besuch war, haben wir uns im Laufe von zwei Wochen für einige Fotosession getroffen.

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Wie war es, mit Ezequiel Fotos zu machen?
Wir haben uns zwar erst in Barcelona kennengelernt, aber die Chemie hat zwischen uns sofort gestimmt. Für mich war es wirklich eine einmalige Erfahrung. Ich hatte viel Spaß und freue mich darüber, dass ich in der Lage war, ein paar gute Momente festzuhalten. Normalerweise fotografiere ich viel Skateboarding. Was mich am meisten überrascht hat, war, dass man bei BMX mit ganz anderen Lichteinstellungen und Bildausschnitten herumexperimentieren kann. BMX zu fotografieren, hat eine neue Seite von mir abverlangt, die ich bisher noch nicht kannte.

„BMX zu fotografieren, hat eine neue Seite von mir abverlangt, die ich bisher noch nicht kannte.“

Meinst du, dass du in Zukunft weitere BMX-Fotos machen wirst?
Ich denke schon und hoffe, dass ich noch mal die Chance bekomme, an so einem schönen Projekt wie diesem zu arbeiten. Ich habe mich auf jeden Fall über das Ergebnis sehr gefreut.

Hast du irgendwelche Tipps für Leute die in die Fotografie im allgemeinen und die Actionsportfotografie im speziellen einsteigen möchten?
Ich sage immer, dass man vor allem eine Leidenschaft dafür haben muss, Fotoprojekte vorwärts zu bringen. Bei jedem Projekt versuche ich diese Leidenschaft aufs Neue zu entfachen. Das ist das Wichtigste. Darüber hinaus, sollte man sich nicht selbst beschränken. Probiert neue Sachen aus, denn nur so kann man herausfinden, was man mag und was man zeigen möchte.

Gerades Feuer von Ezequiel und Nahuel

Alles klar. Möchtest du zum Schluss noch etwas loswerden?
Ich wünsche der Welt mehr Liebe, Frieden und Humanität. Und vielen Dank an freedombmx, dass ihr uns eine Möglichkeit gebt, die Fotos von Ezequiel zu zeigen. Er ist eine Maschine und weiß genau, was er will. Außerdem möchte ich mich bei meinen Freunden und meiner Familie bedanken, die mich sehr unterstützen!

Folge Nahuel Martinez und Ezequiel Helmreich Martinez auf Instagram:

@nahuelmartinez | @ezemartinez69

Und zum Schluss noch mal das Aufmacherbild in seiner vollen Pracht, sprich: unbeschnitten
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