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Fotofreitag: Money for Nothing

Wenn man irgendwann mal wirklich sein Geld mit BMX verdienen möchte, dann kann man sich darauf einstellen, dass Shows ein nicht unbedeutender Bestandteil des Terminkalenders sein werden. Sei es ein Flip über eine Jumpbox auf der Jahreshauptversammlung des Juwelierverbands oder ein paar Bunnyhops über auf dem Boden liegende Kinder auf dem Sommerfest des örtlichen Opel-Händlers – mit Shows kratzt man sich das Geld zum Leben zusammen. Ilias Martinez und Tobi Schumacher sind auf dem „Area 4“-Festival ihre erste Show für DC und Monster Energy gefahren und berichten uns von ihren Erfahrungen.

ILIAS MARTINEZ:

Während Marek Čejchan (links) gerade darüber nachsinnt, ob er sein T-Shirt ausziehen soll, fällt Ilias Martinez (rechts) schlagartig ein, in welchem Rucksackfach er seine Bremsanlage versteckt hat

Wie bist du an den Auftrag gekommen, diese Shows zu fahren?
Ich fahre seit letztem Jahr für DC und über die bin ich da dran gekommen. Der Ingo Bremmes (Tobi und mein Ansprechpartner bei DC) hat uns eine Mail geschrieben, ob wir Bock hätten, für Monster Energy Shows zu fahren und da hab ich nicht Nein gesagt. Prompt hatte ich den Nils von Monster am Telefon und der Rest ist auf den Fotos zu sehen.

Wie war das Publikum so drauf?
Ich würde sagen, dass die Meute alles in allem entspannt war. Abgesehen von Typen, die laut brüllen, dass wir alle nichts können. Auf die muss man natürlich einfach scheißen und seinen Spaß haben. Da waren noch so zwei, du hast mit Markus ein bisschen über mich geschmunzelt, aber das hätte ich wahrscheinlich auch getan.

Auch auf dem Area 4 Festival in Lüdinghausen wurde der Einzug der deutschen Herren-Fußballnationalmannschaft ins WM-Halbfinale 2006 ausgelassen gefeiert

Schaffst du deine Tricks besser, wenn du vor Publikum fährst oder bist du dann nervöser und brauchst mehr Versuche?
Nein, nervös keineswegs. Das einzige, was bei mir das Problem ist, ist dass ich total versage, wenn es ums Filmen geht. Und es wurde oft gefilmt bzw. versucht mit mir zu filmen!

Was ist das für ein Gefühl, mit jemandem Show zu fahren, der Fufanus auf der großen Subbox macht und auch ansonsten nur Vollgas gibt? Fühlt man sich da unter Druck gesetzt?
Nein, gar nicht. Der Jiří [Grygar] alias George, der diesen Move ausgepackt hat, war ein megaentspannter und angenehmer Zeitgenosse. Und mir ist es egal, ob jemand krasse Dinger raushaut oder nicht, wir hatten auch ganz verschiedene Fahrstile. Im Endeffekt wollen wir alle nur Spaß haben bei der Sache, die wir alle am liebsten machen.

Jiří Grygar mit dem besagten Fuf-, äh, Goofanu auf der Subbox, die eigentlich ein Zaun war

Du fährst eigentlich mehr Street als Minirampe und bist eigentlich auch nicht unbedingt der Typ, der immer im Mittelpunkt stehen will. Hast du dich deswegen bei den Shows unwohl gefühlt?
Die Leute wollten halt spektakuläre und waghalsige Manöver sehen. Das hab ich ihnen nicht bieten können und hab halt nur Liptricks gemacht. Das, was mir am meisten Spaß macht. Irgendwann hab ich mir noch eine Bremse drangemacht, um noch Tailwhip to Tailtaps und so Kram machen zu können. Alles in allem habe ich mich nicht wirklich unwohl gefühlt, weil es ja um Radfahren ging.

Gab es an dem Wochenende auch Phasen, wo du keine Lust mehr hattest auf Radfahren?
Ja, die gab es. Und zwar immer, wenn mein Knöchel aufgrund der Bänderaction, die ich seit meinem Geburtstagsjam habe, mich mit Schmerz gepeinigt hat. Das hat mich ab und zu echt abgefuckt.

Wenn wir euch sagen, dass dieses Foto von Ilias einen Bars to Wheelslam zeigt, wisst ihr dann, was wir meinen?

Ist dir das Wochenende zu irgendeinem Zeitpunkt wie Arbeit vorgekommen?
Nein, weil man (bei mir zumindest so) Arbeit in den meisten Fällen nicht mag, weil man ja nur beschränkt Pause hat und früh aufstehen muss usw. Wir mussten halt nicht wirklich nach irgendeinem Zeitplan fahren. Wir hatten nur ungefähre Uhrzeiten und sonst war alles total stressfrei.

Bleibt an so einem Wochenende noch Zeit oder Energie für Party?
Jein. Wir waren halt am Ende jedes Tages alle derbe im Arsch. Das führte halt nur zu gemäßigtem Biertrinken in unserer „Chillzone“. Manche waren ab und zu in der tobenden Menge oder saßen auf der Mini und haben sich die zu dem Zeitpunkt spielende Band von dort aus angeschaut.

Wenn schon durch den Matsch latschen, dann aber bitte auch mit Style

Was hast du von dem eigentlichen Festival mitbekommen?
Nicht allzu viel. Betrunkene Menschen, grottenschlechte Musik, bei der uns die Ohren fast abgefallen sind bis hin zu Bands, die ich auch auf meinem iPod habe, Stormtrooper und einige Gorillas. Das Beste war aber am Sonntagabend, nachdem ein Unwetter über uns gewütet hatte, wie ich es noch nie erlebt habe, mit Tobi und den Monsterdudes bei Deichkind zu chillen, Bier zu trinken und noch die Minirampe mit den Tschechen abzubauen.

Kannst du dir vorstellen, so etwas öfter zu machen?
Ja, auf jeden Fall. Ich fand dieses Mal schon echt eine geile Erfahrung und will mich an dieser Stelle auch nochmal bei Ingo von DC, Nils und allen anderen bei Monster Energy bedanken für diese hoffentlich nicht einmalige Chance.

TOBIAS SCHUHMACHER:

Ilias (links) kann sich entspannen, nun ist Tobias (rechts) an der Reihe

Wie bist du an den Auftrag gekommen, diese Shows zu fahren?
Ich bin über DC an den Auftrag gekommen. Ingo, der für uns bei DC zuständig ist, hat mich angerufen und mich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, in zwei Wochen bei einem Festival Shows zu fahren. Für mich war diese Sache gleich klar. Wieso sollte ich nicht bei einem Festival Shows fahren, wo viele Menschen sind und gute Musik läuft?

Wie war das Publikum so drauf?
Am Anfang war das Publikum ziemlich lahm drauf. Das legte sich dann am Samstagabend. Wir fuhren ja jeden Tag vier Shows. Aber am besten waren die Shows um 21 Uhr mit Flut- und Discolicht, da kamen dann einige Leute zur Monster Area mit der Minirampe und schauten uns begeistert zu.

Ein klarer Fall für die Don'ts-Abteilung des Vice Magazins

Schaffst du deine Tricks besser, wenn du vor Publikum fährst oder bist du dann nervöser und brauchst mehr Versuche?
Nervöser nicht unbedingt. Ich finde, es macht einfach viel mehr Spaß. Wenn das Publikum dann noch mitspielt, pusht das noch viel mehr und man ist dann irgendwie in einer Art Rausch, wo man nicht mehr länger nachdenkt und einfach abgefahrene Sachen versucht, die das Publikum noch mehr anheizen.

Was ist das für ein Gefühl, mit jemandem Show zu fahren, der Fufanus auf der großen Subbox macht und auch ansonsten nur Vollgas gibt? Fühlt man sich da unter Druck gesetzt?
Nein, kein bisschen. Es macht mir persönlich viel mehr Spaß, wenn Leute da sind, die Gas geben. Da fährt man auch gleich ganz anders und ist motivierter.

Was macht eigentlich das Surfbrett da auf der Plattform? Jiří Grygar ist es egal

Du hast dich am ersten Tag kein bisschen zurückgehalten und bist quasi nonstop gefahren. Hast du das Tempo das gesamte Wochenende halten können oder hast du irgendwann einen Gang zurückgeschaltet?
Jaaa, der Freitag war schon sehr anstrengend. Am nächsten Morgen kam leider die Quittung dafür. Muskelkater ohne Ende und total müde. Ich war richtig froh, als ich aus dem Hotel morgens kam und erstmal Regen sah. Ich hab dann den Samstagvormittag damit verbracht, in der Minirampe unter der Plane zu schlafen, bis es dann gegen Mittag besser wurde. Nach einem Monster Shot war ich dann auch wieder auf den Beinen und habe wieder Vollgas bis zur letzten Show an dem Tag um 23 Uhr gegeben.

Gab es an dem Wochenende auch Phasen, wo du keine Lust mehr hattest auf Radfahren?
Gab es ganz selten. Nur einmal und das war dann sonntags. Am Sonntag waren wir alle platt, keiner hatte mehr Kraft und alle waren übermüdet. Am Sonntag war es dann auch nicht mehr sooo schlimm, da es dann nachmittags häufiger regnete und wir dann so oder so nicht mehr fahren konnten.

Dieser Flair war wahrscheinlich noch der ungefährlichste Trick, den Tobi am ersten Showtag zum Besten gab

Ist dir das Wochenende zu irgendeinem Zeitpunkt wie Arbeit vorgekommen?
Nein, eigentlich nicht. Wir hatten ja viel Abwechslung. Wir konnten den Bands zuhören, wann wir wollten, uns ausruhen und dann halt bisschen rollen. Aber im Ganzen hat alles so viel Spaß gemacht, dass irgendwie zu keiner Zeit der Gedanke an Arbeit kam.

Bleibt an so einem Wochenende noch Zeit oder Energie für Party?
Na ja, Partygeschichten gibt’s leider nicht. Wir sind abends meistens ziemlich früh ins Hotel gefahren, so dass wir nicht wirklich eine Chance hatten. Aber wir waren auch dazu alle viel zu platt. Aber es gab trotzdem ganz lustige Dinge, die wir erlebt hatten. Eins der lustigsten Dinge war, dass ein Mann an der Pissrinne stand und pinkelte, als auf einmal der dicke Abwasserschlauch abplatzte und ein riesiger gelber Strahl ihm an die Hose schoß. Haha, Schadenfreunde ist wohl die schönste Freude.

Der Kapitän hatte zuviel vom Tetra-Pak-Wein genascht und verwechselte Struppi mit seinem Papagei

Was hast du von dem eigentlichen Festival mitbekommen?
Na ja, nicht wirklich viel, außer vielleicht ein paar Hauptbands am Abend. Wir waren fast den ganzen Mittag beschäftigt, entweder zu fahren oder zu filmen, Goodies zu verteilen oder Werbung für den Abend zu machen.

Kannst du dir vorstellen, so etwas öfter zu machen?
Ja, auf jeden Fall! Es macht einfach megaviel Spaß, man lernt richtig viele Menschen kennen und sammelt Erfahrung ohne Ende.

[Das Video zum Fotofreitag findet ihr HIER.]

Fotos, Text und Interviews: xmx

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