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Anthem II Review

Wenn man allein die Anzahl von Premieren als Maßstab für die Bedeutung eines Videos nimmt, dann ist Anthem II ohne Frage das Video des Jahres, weil praktisch jeder Laden, der irgendwann mal ein paar Pegs verkauft hat, eine Premiere veranstaltete.

Das Video war seit Jahren in der Mache, daran hatte Stew keinen Zweifel gelassen und der Hype, der entfacht wurde, bevor irgendeine Aufnahme zu sehen war, war beträchtlich. Das mag daran gelegen haben, dass viele Leute, die heute für BMX-Medien schreiben, mit dem Vorgänger aus dem Jahr 1997 groß geworden sind. Oder aber daran, dass Stew Johnson seit über einem Jahrzehnt einer der bekanntesten und besten BMX-Filmer ist und natürlich alle Leute große Erwartungen haben, wenn er ankündigt, eine DVD in voller Länge ohne Contests und ähnlichen Zirkus herauszubringen. Jetzt ist die DVD im Handel erhältlich, die meisten der Premieren sind gelaufen und die Frage drängt sich auf: War das alles nur ein Sturm im Wasserglas, heraufbeschworen von sensationsgierigen Medien auf der Suche nach der nächsten großen Story?

Um es kurz zu machen: Nein. Anthem II ist zwar noch kein Klassiker, aber das Video hat absolut das Potential dazu. Das fängt bei den beteiligten Fahrern an, die darauf verzichten, sich an irgendwelche Trends anzupassen. Das Trickspektrum wäre im Jahr 1997 auch gut angekommen, statt der endlosen Footjam- und Tailwhipkombinationen in anderen aktuellen Videos gibt es Onefooted Tabletops und CanCan X-Ups. Ein bisschen aus der Rolle fällt Mark Mulville, der sehr gerne in der Luft mehrere Tricks kombiniert, was zum Beispiel bei einem Barspin-X-Up-Lookdown ein bisschen hektisch aussieht. Alle anderen machen relativ einfache Tricks, suchen sich dafür aber die größten Rails oder die weitesten Doubles aus. Schnell fahren steht sehr hoch im Kurs, in jeder Section gibt es mindestens eine Aufnahme, wie der Fahrer mit wehenden Haaren und flatterndem Shirt auf einen Spot zurast. Und das sind exakt die Faktoren, die dieses Video auch noch in fünf Jahren erträglich machen: zeitlose Tricks, furchteinflößende Spots, wahnsinnige Geschwindigkeit. Das alles wird in Stews bewährt unauffälliger Art dokumentiert, die Abwesenheit von Farbe verstärkt noch den Fokus auf die Tricks und die Fahrer gehen an die Grenzen des Machbaren. Insbesondere Sean Burns und Geoff Slattery, dessen Versuch, das Ramada Death Gap in Austin zu bezwingen, einer der ekligsten Stürze aller Zeiten sein dürfte, bleiben in Erinnerung und liefern Sections ab, die mit Dave Young in „Nowhere Fast“ und Van Homan in „Criminal Mischief“ mithalten können. Und ich wette darauf, dass man in fünf Jahren Anthem II in einem Atemzug mit diesen Klassikern erwähnen wird.

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