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Einkaufsparadies USA

Mit Tränen in den Augen schauen viele Fotograf_innen in die USA, wo praktisch alle Fotoprodukte billiger sind als hier in Deutschland. Zwar hat man unter Umständen eine gehörige Portion Stress, wenn man seine im Ausland gekauften Dinge hier reparieren lassen möchte, aber solche etwaig auftauchenden Probleme blendet man gerne mal aus, wenn man lediglich 2/3 des Preises zahlt. Es gibt allerdings ein paar Dinge, die dabei gerne vergessen werden und diverse Kosten, die auf den Kaufpreis aufgeschlagen werden.

Ich musste all das in den letzten Wochen lernen, denn ich hatte einen Rucksack in den USA bestellt. Nur zum Teil war das eine Geizentscheidung, denn es handelte sich um ein Auslaufmodell, das schon seit längerer Zeit nur noch bei eher unbekannten Onlineshops vorrätig ist. Und natürlich beim örtlichen Fotofachgeschäft zu einem Apothekenpreis und ohne Zubehör, aber der Laden ist für mich sowieso keine Alternative mehr. Ich beschloss also, dass ein eBay-Verkäufer mit nahezu hundertprozentig positiver Bewertung zuverlässiger ist als ein mir unbekannter Webshop und dass 176 Euro weniger sind als 409 Euro bei unbekannten Versandhändlern und 499 Euro vor Ort. Dazu kamen dann noch Portokosten in Höhe von knapp 50 Euro, sodass ich immer noch ungefähr bei der Hälfte des billigsten deutschen Preises lag.

Gar nicht mal so schlimm: der Kölner Zoll

Das einzige Problem beim Versand waren leichte Probleme mit dem Tracking. So wurden mir diverse fehlgeschlagene Auslieferungsversuche angezeigt, als das Paket noch längst nicht in Köln angekommen war. Das Trackingsystem von USPS scheint ins Schwimmen zu geraten, sobald das Paket in Deutschland ist. Zehn Tage nach der Bestellung erhielt ich dann aber ein Kärtchen vom Zoll, dass ich das Paket in ihrer Kölner Geschäftsstelle abholen könnte, die ziemlich genau am von meiner Wohnung am weitesten entfernten Punkt Köln liegt. Eine Dreiviertelstunde im ÖPNV später betrat ich die heiligen Hallen des Zollamts, das augenscheinlich nicht auf Besucher_innen eingerichtet ist. Wenn man den Wartebereich gefunden hat, muss man sich mit den dort bereits Wartenden arrangieren, was bereits für die fünf Anwesenden zu viel war, denn direkt nach meiner Ankunft gab es Zank. Mich betraf das zum Glück nicht und ich wurde aufgerufen, ohne sich vordrängelnde Rabauken in ihre Grenzen weisen zu müssen. Insgesamt hat mich die Prozedur dort eine halbe Stunde und weitere 50 Euro (2,7% Zollabgaben und 19% Einfuhrumsatzsteuer) gekostet. Summa summarum sind zu den ursprünglichen 176 Euro Kaufpreis also insgesamt 100 Euro an Porto, Zoll und Steuern aufgeschlagen worden, ich habe ein paar Tage länger gewartet und musste eineinhalb Stunden S-Bahn fahren – unter dem Strich immer noch ein lohnendes Geschäft. Spannend wird es nur, wenn der Rucksack auch innerhalb von zwei Wochen den Geist aufgibt, dann wird aus dem Schnäppchen nämlich ruckzuck eine Geldverbrennungsmaschine.
Alles, was elektronische Bauteile enthält, kaufe ich trotzdem lieber weiter hier. Zum einen ist der Preisunterschied bei Kameras und Objektiven nicht so gravierend und wird fast komplett von Zoll und Portokosten aufgefressen. Und vor allem will ich mir nicht vorstellen, was passiert wenn der sowieso chronisch langsame, unfähige und schlecht gelaunte Nikon-Service auch noch ein Importgerät vorgelegt bekommt.

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