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Taj erklärt Fairdale

Den jüngeren Semestern unter euch sagt der Name Taj Mihelich wahrscheinlich nicht allzu viel. Doch es gab mal eine Zeit, in der dieser Typ ganz vorne mit dabei war. Sein Style war ebenso kraftbetont wie einzigartig, seine Videoparts (siehe unten) legendär und auf Contests haute er regelmäßig die übertriebensten Transfers raus. Er hatte haufenweise Sponsoren und Signatureteile, eine Zeit lang sogar seinen eigenen Skatepark und war Mitbegründer von Terrible One. Kurz: Man kann mit Fug und Recht behaupten, dass Taj eine lebende BMX-Legende ist. In unserem Interview erklärt er uns, was es mit seiner neuen Fahrradfirma Fairdale aus sich hat, die ab sofort über Sport Import auch in Deutschland erhältlich ist.

Hey Taj, was hast du in letzter Zeit so getrieben?
Howdy! Ich wohne in Austin (Texas) und arbeite im OTX-Designbüro von Odyssey, wo ich mich vor allem um Fairdale kümmere.

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Taj Mihelich und sein Hund Roscoe (R.I.P.); Foto: John Povah

Seit wann interessierst du dich für Rennräder?
Ich bin schon immer gerne nicht nur BMX-, sondern auch andere Fahrräder gefahren. Jahrelang lag mein Fokus natürlich auf BMX, aber nach all meinen Verletzungen ist es für mich im Moment praktisch unmöglich, BMX zu fahren. Ich gehe zwar regelmäßig zur Reha, damit sich das hoffentlich bald wieder ändert, aber in der Zwischenzeit habe ich damit begonnen, mich auch für andere Fahrräder zu interessieren. Ich muss ja schließlich irgendwie von A nach B kommen, und solange ich dabei ein Fahrrad unterm Hintern habe, bin ich glücklich.

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Qu’est-ce qui s’est passé, Palavas?! Foto: Kay Clauberg

Warum hast du Fairdale gegründet?
Nach meiner letzten Rücken-OP habe ich meine Pro-Karriere beendet. Seitdem ich bei Odyssey angefangen habe, fahre ich jeden Tag mit einem „großen“ Fahrrad zur Arbeit. Irgendwann kam ich dabei auf die Idee, dass ich gerne Fahrräder designen würde, die man auch als BMXer gerne fährt. Und da Odyssey beste Kontakte zu allen möglichen Fahrradherstellern hat, war es naheliegend, das im Büro mal vorzuschlagen. Dort fanden die Idee alle super, also haben wir uns an die Arbeit gemacht.

Kümmerst du dich persönlich um das Design der Räder?
Nein, aber die meisten Ideen stammen von mir, und ich bereite alle Zeichnungen und Designs so gut wie möglich vor. Wir haben bei Odyssey großartige Ingenieure und Grafikdesigner, die sich anschließend um den Feinschliff kümmern. Fast alle Leute, die hier arbeiten, wissen sehr viel über Fahrräder. Es ist super, von allen Seiten Verbesserungsvorschläge und neue Ideen für die verschiedenen Modelle zu bekommen.

Hilft dir deine BMX-Erfahrung bei der Arbeit?
Auf jeden Fall. In den 90er Jahren bin ich ja zunächst für Standard und später für Hoffman Bikes gefahren. Schon damals war es mir sehr wichtig, dass meine Signatureteile meinen Vorstellungen entsprachen. Deshalb habe ich mich von Anfang an für den Produktionsprozess interessiert, denn nur so kann ich sicher gehen, dass meine Ideen auch umgesetzt werden. Was ich dabei gelernt habe, hat mir sehr geholfen, als ich später ein Teil von Terrible One war und Schuhe für etnies designt habe. Durch BMX habe ich verstanden, dass Fahrräder ohne Schnickschnack am besten funktionieren. BMX-Räder sind relativ einfach aufgebaut. Aber wie wir alle wissen, kann man mit ihnen dennoch die tollsten Dinge anstellen. Wenn ich an Fairdale-Produkten arbeite, halte ich mir das immer vor Augen. Denn ein Rad macht nur dann Spaß, wenn es auch leicht zu fahren ist.

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Lipslide in Montpellier; Foto: Kay Clauberg

Was steht als Nächstes bei dir an?
Ich habe gerade mein Haus verkauft und mir einen Fairdale-Van zugelegt, mit dem es in den nächsten drei Monaten auf Entdeckungsreise kreuz und quer durch die die USA geht. Mal gucken, wohin es mich verschlägt, eine Reiseroute gibt es nämlich nicht. Ich werde einfach überall anhalten, wo es mir gefällt, mein Zelt aufschlagen und dann wird gewandert und Fahrrad gefahren. Ich denke, dass ich eine Menge Spaß haben werde.

Möchtest du zum Schluss noch etwas loswerden?
Danke für dieses Interview! Auch wenn Fairdale im engeren Sinne keine BMX-Räder herstellt, hat mich BMX dennoch entscheidend geprägt. Ich erinnere mich gerne an all die tollen Dinge, die ich durch BMX erlebt habe. Deshalb hat es mich auch sehr gefreut, noch einmal die alten Fotos von mir zu sehen, die ihr in eurem Archiv gefunden habt.

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Verknotung bei den X Games; Foto: Kay Clauberg

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