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Neues Rampenmekka: Die Backyard-Skatehalle in Oldenburg

Während am vergangenen Samstag in München die Gewinner der freedombmx Awards gekürt wurden (siehe HIER), hatte man knapp 800 Kilometer weiter nördlich ebenfalls gute Gründe, ordentlich einen draufzumachen. Denn nach vielen Jahren der Planung und einer etwa dreimonatigen Bauphase nahm die neue Skatehalle Oldenburg endlich ihren Betrieb auf. Wenn das mal kein Anlass zum Feiern ist! Zumal das, was die umtriebigen Nordlichter da auf die Beine gestellt haben, sich wirklich sehen lassen kann. 1.800 m² ist ihr neues Domizil groß und beherbergt so ziemlich alles, was das BMXer-Herz begehrt. Aber es wird noch besser: Das ist nämlich erst der Anfang! Hier sind einige Fotos aus dem neuen Rampenmekka und ein Interview mit Sven Hansen vom Backyard e. V., der maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass ihr euch jetzt gleich vollsabbert.

Hallo Sven, herzlichen Glückwunsch zur neuen Halle! Aber stell dich bitte doch erst einmal vor, bevor es jetzt gleich ans Eingemachte geht.
Moin, moin und vielen Dank! Ich Sven Hansen (geb. Römer), 31 Jahre alt und gebürtig aus Schleswig in Schleswig-Holstein. Seit 10 Jahren bin ich Wahl-Oldenburger, habe hier erst Chemie studiert, aber inzwischen auf Pädagogik umgesattelt. Seit 2009 bin ich auf dem BMX unterwegs und im Backyard e. V. aktiv – erst als Mitglied, dann als Aufsicht. Aktuell bin ich Vorstandsmitglied und kümmere mich nebenberuflich um die Geschäftsstelle. Ab Januar werde ich dann in Vollzeit die Leitung übernehmen. Noch was? Schuhgröße? Sexuelle Vorlieben? Lieblingsbier?

Ne, das passt soweit. Lass uns loslegen: Mit dem Umzug der Backyard-Skatehalle und dem Neubau der ganzen Rampen hast du derzeit sicher ganz schön viel um die Ohren. Wie viele Stunden pro Tag bist du dafür im Einsatz?
Boah, gute Frage … das kann ich gar nicht so genau beantworten. Gefühlt ist es auf jeden Fall rund um die Uhr. Ich switche immer zwischen der neuen und der alten Halle und meinem Schreibtisch hin und her. Zwischendurch versuche ich dann noch mein Pädagogik-Studium zu beenden und etwas Zeit mit meiner Frau zu verbringen, damit sie mir nicht wegläuft.

Hört sich stressig an. Wie kam es eigentlich dazu, dass ihr umzieht?
Seit Ende 2006 hat der Verein die Halle am Bahnhof betrieben. Wir hatten dort aber immer nur Duldungsstatus und waren nie eine genehmigte Sportstätte. Über die Jahre haben wir immer wieder versucht, Maßnahmen zu ergreifen, um das zu ändern. Das hat aber leider nicht funktioniert. Deshalb haben wir uns bei der Stadt dafür stark gemacht, ein neues Areal für den Rollsport zu finden. 2013 wurde sogar ein Planungsbüro mit einer Machbarkeitsstudie beauftragt, welche den Bedarf eindeutig bestätigt hat. Dort wurde verschiedene Möglichkeiten aufgezeigt – vom Umbau bestehender Hallen bis hin zum Neubau für ein paar Millionen. Mit dem Neubau hat es leider nicht geklappt, wir haben dann aber die alte Tennishalle vom Post SV gefunden. Mit Unterstützung der Politik und der Stadtverwaltung wurden dann Gelder in den Haushalt eingestellt, um die Halle so herzurichten, damit wir dort Rampen einbauen und loslegen können. Das ist jetzt ein relativ kurzer Abriss über eine jahrelange Arbeit, die ordentlich Schweiß und Nerven gekostet hat.

Wie muss man sich den Planungsprozess für so eine Halle vorstellen?
Als Jugendverein stehen wir für aktive Mitbestimmung. Also haben wir unsere Vereinsmitglieder aber auch alle anderen Interessierten zu mehreren Planungs-Workshops eingeladen. Da wir abgesehen von ein paar Inlinern zu ca. 50:50 aus BMXern und Skateboardern bestehen, haben zunächst beide Gruppen ihre Rampenwünsche gesammelt. Da leider nie genug Platz ist, um alle Wünsche zu berücksichtigen, haben wir eine Rangfolge angelegt, welche Rampen es auf jeden Fall werden sollen. Mit dieser Wunschliste haben sich dann für die Skateboarder Michael Meibers-Hinrichs vom Dogtown Skateshop und für die BMXer der allseits bekannte Timm Wiegmann auseinandergesetzt und einen ersten groben Plan gebastelt. An dem Plan von Timm habe ich dann noch etwas rumgepfuscht. Dann haben wir uns für den weiteren Prozess entschieden, professionelle Unterstützung ins Boot zu holen. Das Planungsbüro für urbane Bewegungsräume, DSGN concepts rund um Ingo Naschold, hat auf Grundlage unserer Pläne dann Gesamtplan erstellt. Dieser wurde in weiteren Workshops – wieder mit aktiver Beteiligung der Nutzer – immer weiter verfeinert, bis wir schließlich ein, wie ich finde, ziemlich geiles Ergebnis haben.

Wie groß ist die neue Halle und auf welche besonderen Features dürfen wir uns dort freuen?
Die Halle ist 1.800 m² groß. Unsere alte Halle hatte 1.400 m², davon waren aber nur ca. 1.200 m² Rampenlandschaft. Da an der neuen Halle ein Sozialtrakt anschließt, können die 1.800 m² komplett für Rampen genutzt werden – wir haben also 600 m² mehr. Yeah! Es gibt keine strikte Trennung in BMX- und Skateboardbereich, allerdings ist der hintere Teil eher BMX- und der vordere Teil der Halle eher Skateboard-geeignet. Ganz oben auf der Wunschliste bei den BMXern stand ein Foampit. Cool ist, dass links und rechts daneben jeweils eine Quarter steht. Flairübungen in beide Richtungen steht also nichts mehr im Weg. Besonders gespannt bin ich auf eine Wannenbox ähnlich zu der vom Alliance Jam 2016 auf der Passion. Dann wird es noch einen Step-Up mit Subrail und einen schönen Bowl geben. Die Standards wie Jumpbox, Spine & Co fehlen natürlich auch nicht. Im vorderen Streetbereich gibt es außerdem allerlei Grindmöglichkeiten.

„Ganz oben auf der Wunschliste bei den BMXern stand ein Foampit.“

Die Rampen werden von Anker Ramps gebaut. Warum habt ihr euch für diese Firma entschieden und wie sieht deren Erfahrung im BMX-Bereich aus?
Da wir für den Rampenbau Fördergelder der Stadt Oldenburg und des Landessportbundes Niedersachsen beziehen, mussten wir uns an gewisse Vergaberichtlinien halten und das Gewerk ausschreiben. Die Firma Ankerrampen aus Kiel rund um Hannes Nockel hat dann den Zuschlag bekommen und die machen einen sehr guten Job! Auch wenn die Planer von DSGN und die Jungs von Anker von Haus aus Skateboarder sind, brauchen sich die BMXer keine Sorgen machen. Von unserer Seite aus haben sich wesentlich mehr BMXer in die Planung mit eingebracht und aufgepasst, dass wir nicht zu kurz kommen. Am Ende haben wir, glaube ich, einen guten Mix für beide Sportarten gefunden, der sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene einiges zu bieten hat.

„Von unserer Seite aus haben sich wesentlich mehr BMXer in die Planung mit eingebracht und aufgepasst, dass wir nicht zu kurz kommen.“

Hört sich gut an. Wie lautet die Adresse der neuen Halle und bleibt der Name gleich?
Die neue Adresse lautet Alexanderstraße 488. Die Einfahrt erfolgt über die Querstraße Alexandersfeld. Wir hatten zwischenzeitlich überlegt, ob wir einen klaren Schnitt machen und dem Kind einen neuen Namen geben. Wir haben uns aber dagegen entschieden. Zum einen wollten wir unsere Wurzeln nicht verleugnen, zum anderen haben wir jetzt jahrelang mit öffentlichen Trägern unter dem Label Backyard e. V. zusammengearbeitet. Da wollten wir nicht für Verwirrungen sorgen. Schlimm genug, dass sich mein Name im März geändert hat …

„Die Tageskarte wird sich bei 6-7 Euro einpendeln. Besondere Specials wie Feierabendticket, 10er-Karte, Gruppenrabatt oder ähnliches sind gerade in der Planung.“

Wie viel wird der Eintritt kosten und gibt es irgendwelche Ermäßigungen?
Die Tageskarte wird sich bei 6-7 Euro einpendeln. Wir freuen uns aber über jeden, der bei uns Mitglied werde möchte. Ich weiß, das Vereinsthema ist in unseren Kreisen ein schwieriges Thema. Es ist aber unglaublich hilfreich, um gegenüber öffentlichen Trägern zu demonstrieren, wie viele wir eigentlich sind – und eben nicht die drei Spaddel hinterm Bahnhof. Wir halten unsere Mitgliedsbeiträge auf einem relativ niedrigen Niveau (U17: 10,– € pro Monat, Ü17: 12,50 € pro Monat, Familien: 20,– €) und es wird für Mitglieder keine Extra-Eintrittskosten geben. Wenn man also zweimal im Monat bei uns vorbeischaut, lohnt sich schon die Mitgliedschaft. Besondere Specials wie Feierabendticket, 10er-Karte, Gruppenrabatt oder ähnliches sind gerade in der Planung. Stay tuned …

Ab wann kann man in der neuen Halle fahren und sind dort schon irgendwelche Events geplant?
Am 20./21.01. war unser Eröffnungswochenende. Dort haben wir die Norddeutschen Meisterschaften im Skateboarding (COS Cup) austragen. Ab sofort läuft der normale Betrieb. Im Februar/März wollen wir dann noch ein BMX Event nachlegen und die Halle gebührend mit den Zweiradakrobaten einweihen. Allgemein planen wir für die Zukunft mit vier großen Events pro Jahr – jeweils zwei BMX und zwei Skateboard.

Die Halle hat ein ziemlich großes Außengelände. Man munkelt, dass ihr dort auch noch Rampen bauen möchtet. Wie sehen eure Zukunftspläne aus?
Ja, das Außengelände ist mit 3600 m² nochmal doppelt so groß wie die Halle. Da sollen auf jeden Fall auch noch Rampen hin, damit wir einen einzigartigen Spot bekommen und man bei jedem Wetter ein schönes Fahrerlebnis hat. Das wird aber noch etwas dauern. Wir müssen erst die Halle auf sichere Füße stellen. In 2018 wollen wir aber schon damit anfangen, das Gelände – wieder mit aktiver Nutzer-Beteiligung – zu planen und die nötigen baurechtlichen und finanziellen Fragen zu klären. Dann soll es möglichst schnell auch mit dem Außengelände losgehen. Aufgrund der Größe wird das sicherlich nicht auf einen Schlag passieren. Das wäre finanzieller Selbstmord. Das Gelände wird in verschiedene Bauabschnitte unterteilt werden, die wir nach und nach erschließen wollen.

Bei aller Freude über die neue Anlage, werdet ihr die alte Halle doch bestimmt auch ein wenig vermissen, oder?
Na sicher! Ich hatte auf meiner To-do-Liste noch jede Menge Sachen, die ich machen wollte. Das wird leider nicht mehr klappen. Wir haben dort eine gute Zeit gehabt, freuen uns aber jetzt wie Bolle auf das was da in der neuen Halle kommt.

Okay, möchtest du zum Schluss noch etwas loswerden?
Zunächst möchte ich mich bei meiner Frau bedanken, die es in dieser anstrengenden Phase weiterhin mit mir aushält, mir den Rücken stärkt und mit Rat und Tat zur Seite steht. Props gehen raus an die Crew rund um unseren Jugendwart Dominik Jantos. Was die Jungs leisten bzw. geleistet haben, ist unfuckingfassbar! Ebenfalls ein Riesendank geht an Fjonn Dutzmann, der federführend den Rückbau in der alten Halle übernommen hat. Und natürlich Danke an die Hauptakteure beim Thema „Neue Skatehalle“ im Vorstand Ubbo de Witt, Michael Jantos und Michael Meibers-Hinrichs. Die drei Herren stecken viel Herzblut, Geld, Schweiß und Tränen in unser Projekt.

Die Skatehalle Oldenburg befindet sich in der Alexanderstraße 488 (Einfahrt über die Querstraße Alexandersfeld). Weitere Informationen findest du auf Instagram (@skatehalleoldenburg), Facebook oder www.skatehalle-oldenburg.de.

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