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Dave Sowerby Interview

Sechs Monate lang ist Dave Sowerby mit dem BSD-Team der Sonne hinterher gereist, um für die Umsonst-DVD Any Which Way zu filmen. Wir haben uns mit umtriebigen Schotten über das Mammutprojekt unterhalten und blicken in zwei Making-of-Videos hinter die Kulissen.

Dave Sowerby (rechts) auf der Premiere von 'Any Which Way' im Rahmen des Filmfestivals auf der Simple Session 2012 in Tallinn

Dave, stell dich bitte einmal vor.
Ich bin Dave Sowerby, 35 Jahre alt und wohne in Glasgow (Schottland).

Die jüngere Generation kennt dich vor allem als Videofilmer, aber du warst früher auch gesponserter Pro. Wie bist du zu BMX gekommen und wie sah deine „Karriere“ aus?
Ich habe erst recht spät angefangen, BMX zu fahren. Mit 17 hatte ich genug von Skateboarding und wollte etwas anderes ausprobieren. Damals, ungefähr Mitte der 90er, war BMX noch ziemlich klein. Es gab praktisch keine Parks, also bauten meine Freunde und ich uns unsere eigenen Trails, wo wir dann viele Jahre lang fuhren. Ich bin dann für Proper gefahren, als die Firma so langsam zu wachsen anfing. Das war eine super Zeit. Ich war mit Proper auf Props Mega Tour und Ride to Glory und konnte mich außerdem in die Videos, das Webdesign und andere Sachen einbringen. Darüber hinaus war ich schon immer BSD verbunden. Seitdem Grant Smith sich dazu durchgerungen hat, dass BSD mehr als nur ein Hobby sein soll, bin ich der Teamfilmer und kümmere mich um alle Designsachen.

Kommst du heute noch zum Fahren?
Bis vor ein paar Jahren bin ich mehr als je zuvor gefahren, aber dann habe ich mir den Rücken verletzt, was mich ein wenig zurückgeworfen hat. Heute fahre ich eher selten, weil ich mit BSD und dem Designen von Skateparks so viel zu tun habe. Aber ich bin gerade nach Glasgow gezogen, wo es einige Fahrer in meinem Alter gibt. Ich freue mich schon darauf, mit den Jungs zu fahren.


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Wie bist du zum Filmen gekommen?
Kaum ein Jahr oder so, nachdem ich mit BMX angefangen hatte, habe ich mir meine erste Videokamera gekauft. Damals habe ich vor jeder Session „Head First“ mit Mat Hoffmann und „Ride On“ von Eddie Roman geguckt. Es entstand in mir der Wunsch, ähnliche Videos über meine eigene Szene zu machen. Ich habe dann meine Kamera überall mit hingenommen und angefangen, erst erste Videos zu schneiden. Ehrlich gesagt, waren die aber ziemlich schlecht. Damals musste man noch mit Videorekordern schneiden und per Hand jede Aufnahme auf ein Mastertape überspielen. Andauernd musste man vor- und zurückspulen, um die entsprechenden Clips zu finden. Wenn dann alle Clips hintereinander geschnitten waren, hat man die Musik drunter gelegt. Das hat alles verdammt lange gedauert. Das war, bevor Computer beim Videoschnitt zum Einsatz kamen. Ich brauchte einige Zeit, um diese Technik zu lernen, aber ich glaube, dass ich dank dieser Erfahrung heute die verfügbaren technischen Errungenschaften besser zu würdigen weiß.

Was beeinflusst deine Arbeit?
Das kann eigentlich alles sein: gute Filme, Musikvideos oder die Arbeit anderer Filmer. Ich gucke mir auch viel irgendwelche Sachen auf Vimeo an. Manchmal inspirieren mich auch die Fahrer, die ich filme, etwas Neues auszuprobieren.

Lass uns von deinem letzten Projekt sprechen, dem BSD-Video Any Which Way. Warum habt ihr euch dazu entschieden, eine DVD und keine Webvideoserie daraus zu machen?
Auch wenn das internet heutzutage definitiv der beste Weg ist, ein Video einem möglichst großen Publikum zu präsentieren, ist es für mich noch wichtiger, das fertige Produkt in Form einer DVD in den Händen halten zu können. Das wird dem Aufwand, der hinter so einem Projekt steht, einfach besser gerecht. Ich habe eine Kopie der DVD eingerahmt und in mein Badezimmer gehängt. Ich denke, das sagt alles.

Dave Sowerby filmt Tony Malouf auf einem der vielen Roadtrips für 'Any Which Way'; Foto: Vincent Perraud

Für mich ist Any Which Way eines der besten BMX-Videos der letzten Jahre. Ich habe allerdings auch schon Leute gehört, die das anders sehen. Die Hauptkritikpunkt scheint zu sein, dass Parkfahrer lieber kein Streetvideo filmen sollten. Was sagst du dazu?
Erstmal vielen Dank für das große Kompliment. Was die Kritik angeht: die finde ich ziemlich interessant. Wahrscheinlich wird damit auf Kriss Kyle angespielt. Denn wenn man Fahrer schon unbedingt in Kategorien einteilen möchte, dann geht er noch am ehesten als Rampenfahrer durch. Für BSD und das englische Team im Besonderen, war dieses Projekt einfach ein guter Vorwand, im Winter etwas Sonne zu tanken und draußen zu fahren, was unweigerlich auch in so mancher Streetsession endete. Im Winter fahren wir zu Hause hauptsächlich in Hallen, deshalb nutzen wir jede Gelegenheit, rauszukommen. Davon abgesehen habe ich nie so recht verstanden, warum es Leute gibt, die Fahrern ein bestimmtes Label aufdrücken müssen. Als ich mit BMX angefangen habe, bin ich viele veschiedene Sachen gefahren: Trails, Park und Street. Ich denke, die besten Fahrer der Welt tun das bis heute. Selbst Leute wie Garrett Reynolds und Dennis Enarson, die derzeit die vielleicht besten Streetfahrer sind, können gleichzeitig unglaublich gut Park fahren. Sich in verschiedenen Disziplinen auszukennen, kann nur von Vorteil sein. Einer der wichtigsten Streetsections ist für mich Ruben Alcantaras Part in „Grounded“, die wir das Streetfahren wirklich wegweisend war. Es war trotzdem ganz normal, dass Ruben zu dieser Zeit an Dirtcontests teilgenommen und neue Rampentricks erfunden hat. Ich denke, seine Anpassungsfähigkeit und sein Vision davon, was auf einem Fahrrad möglich ist, machen diese Section so besonders – ganz unabhängig davon, als was für eine Art von Fahrer er damals wahrgenommen wurde. Beim Streetfahren geht es, vielleicht noch mehr als in anderen Disziplinen, um Kreativität. Der Fahrer hat die Chance, zu zeigen, wie er verschiedene Spots interpretiert, die nicht notwendigerweise dafür gebaut wurden, um auf ihnen BMX zu fahren. Auch wenn ich nicht im Traum darauf käme, Ruben mit Kriss zu vergleichen, meine ich dennoch, dass Kriss einer der kreativsten Fahrer ist, die ich kenne. Es ist faszinierend, zu sehen, wie er diese Kreativität auf die Straße bringt. Wenn sich manche Leute davon bedroht fühlen, dass ein Fahrer auch außerhalb „seiner“ Disziplin abgeht, dann ist das ihr Problem – und in gewisser Weise aber auch ein verstecktes Kompliment.

Wie viel Zeit hat die Produktion des Videos in Anspruch genommen?
Wir haben sechs Monate gefilmtm, und ich habe das Material dann nach unserem letzten Barcelona-Trip innerhalb von zwei sehr stressigen Wochen zusammengeschnitten, damit die DVD noch rechtzeitig zum anvisierten Abgabetermin fertig wird. An diese Wochen erinnere ich mich nur äußerst verschwommen, haha.

Was möchte uns der Titel sagen?
Ich habe einen Titel gesucht, der in gewisser Weise dafür steht, einfach ohne genaues Ziel auf Reisen zu gehen und sich auf der Suche nach neuen Spots treiben zu lassen.

Was waren die besten und die schlechtesten Erlebnisse auf diesen Reisen?
Am besten war wahrscheinlich der Trip nach Arizona. Im Winter die Sonne zu genießen und gleichzeitig eine relaxte Zeit mit dem Team zu haben, ist etwa, das ich nie vergessen werde. Meine allergische Reaktion auf eine gewisse Katze und die Tatsache, dass das gesamte Team in unserem winzigen Apartment in Barcelona nonstop geraucht hat, versuche ich noch immer zu verdrängen.

Tony Malouf (links) und Dave Sowerby (rechts) bei der Begutachtung ihrer Kooperation; Foto: Vincent Perraud

Was für Equipment kam während der Dreharbeiten zum Einsatz?
Ich filme mit einer Canon 5D Mark II, einer Canon 60D, der Panasonic HMC151 und einer Sony HX7V.

Nach welchen Kriterien hast du die Musik ausgesucht?
Ich habe versucht, Songs zu benutzen, die einigermaßen zu den Spots und Ländern passen, die wir besucht haben, aber hoffentlich auch als Ganzes gut funktionieren. Noch wichtiger war es mir jedoch, dass sie mich motivierten, auf sie zu schneiden.

Wird es eine Fortsetzung geben?
Eine richtige Fortsetzung ist noch nicht geplant, aber ich war schon wieder mit ein paar Fahrern für unser neues Sommerprojekt unterwegs. Diesmal werden wir dafür aber nicht so viel rumreisen. Doch wer weiß, vielleicht werden wir irgendwann noch mal eine Roadtrip/Mix-Section-DVD machen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, Any Which Way zu filmen – und das ist es, worauf es ankommt.

Möchtest du noch jemanden danken?
Hauptsächlich möchte ich mich bei Grant bedanken, dass er diese DVD ermöglicht hat. Er hat sich sicher mehr als einmal gefragt, warum er das macht, nachdem die ersten Rechnungen für Flüge und Unterkünfte bei ihm eintrudelten. Dann natürlich vielen Dank an das Team, die alles gegeben haben, damit ich etwas Gutes zu filmen bekam. Vielen Dank auch an alle, die mit uns gefahren sind, uns Spots gezeigt haben oder bei denen wir schlafen durften. Natürlich darf ich zum Schluss nicht die BSD-Vertriebe in der ganzen Welt vergessen, die einen sehr großen Teil dazu beigetragen haben, dass es die DVD jetzt umsonst in den Läden gibt.


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Den Trailer zu Any Which Way und weitere Infos findest du HIER.

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