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Videoreview: Proper Picture Box

In der mittlerweile rund dreißigjährigen Geschichte des BMX-Videos haben schon so einige Leute versucht, einen komplett neuen Weg zu gehen. Das ist schwierig, weil wir inzwischen an gewisse Standards gewöhnt sind: Entweder sehen wir ein Roadtripvideo, das schön chronologisch von den Heldentaten auf einer Reise erzählt (z.B. Road Fools). Oder wir haben ein normales Video, das in Fahrersections aufgeteilt ist und wo die letzte Section unweigerlich die krasseste ist (z.B. Anthem II).
Propers neues Video Picture Box versucht den Ausbruch aus dem Gefängnis der Konventionen und verweigert sich konsequent solchen Formaten. Die Struktur wird weder von einem Trip noch von den Fahrern vorgegeben, stattdessen gibt es kurze Dokumentationen von Trips, die das Team in den letzten zwei Jahren unternommen hat und außerdem diverse Mixsections. In denen werden dann die internationalen Teamfahrer vorgestellt, von denen vor allem Joris Coulomb hervorsticht. Mike Mastronis Clips sind gemessen an dem Wahnsinn, den er ihm OSS-Video abgeliefert hat, leider sehr enttäuschend und Dennis Kicza wird vollkommen ignoriert, was mir die Tränen in die Augen getrieben hat.
Wenn man sich darauf einlassen kann, keine Flairs serviert zu bekommen und nicht fest erwartet, zum Ende einer Section hin die brutalsten Tricks zu sehen, dann wird man von diesem Video gut unterhalten. Gerade die Roadtripsegmente fangen die Atmosphäre in den Städten schön ein. Vor lauter Atmosphäre wird aber nicht auf Tricks verzichtet. Alex Platt ist dafür da, das Adrenalinlevel mit riesigen Gaps nach oben zu treiben, während Mike Miller zeitlos schöne 360 Tabletops macht. Nur technisches Curbfahren gibt es nicht (was mich nicht besonders stört) und dem normale Videos gewöhnten Zuschauer werden noch andere radikale Veränderungen zugemutet. Dass in schwarz-weiß gefilmt wird, hat bei Anthem II niemand bemängelt, hier finde ich etwas wahllos, dass ein paar Sections dann doch noch in Farbe kommen. Die Musikuntermalung ist auch nicht unbedingt mehrheitstauglich, denn es gibt mehrfach Klassik und Synthiepop statt Punkrock und Beats. Und so habe ich ein bisschen das Gefühl, dass dieses Video von einem Großteil der Zuschauer komplett missverstanden werden wird. Dabei macht es viele Dinge mit guten Gründen anders und hat mir nicht nur Lust auf Radfahren, sondern auch auf Verreisen gemacht.

Hier gibt es noch mal den Trailer:

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