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More Black and White

Mir scheint, ein paar Leute haben meinen letzten Post, insbesondere meine Kritik an Woozys Fotos vom Contest in Münster, ein wenig in den falschen Hals bekommen. Und nur um das direkt klarzustellen: Ich habe nichts gegen Dominik persönlich. Man kann von seinen Produkten halten, was man will, aber er macht seit Jahren sein komplett eigenes Ding und davor habe ich großen Respekt.

Fetter Crookie, aber was ist das für ein Rahmen?

Wenn man sich die Mühe gemacht hätte, den Text genau zu lesen, hätte man feststellen können, dass ich kein Gegner von Bildbearbeitung bin. Ganz im Gegenteil. Grundsätzlich kommen die wenigsten Bilder schon perfekt aus der Kamera. Das war früher, als alles noch besser und ehrlicher (weil auf Film) war, auch nicht anders. Fotos müssen bearbeitet werden, um auf dem Monitor oder auf Papier so auszusehen, wie man sich das vorgestellt hat. (Wenn dann die Druckerei trotz akribisch eingehaltenem Farbmanagement wieder eine recht eigenwillige Interpretation von Farben und Kontrasten liefert wie in der aktuellen Ausgabe, dann ist das eine andere Geschichte.) Ich habe auch nichts gegen Schnappschüsse und auch nichts gegen digital entstandene Bilder, die in schwarzweiß konvertiert werden. Nur, und das ist der springende Punkt, sollte man da ein bisschen Sachverstand walten lassen, weil man ansonsten fröhlich weiter das Niveau senkt, das im Internet bis auf wenige Ausnahmen ohnehin schon ziemlich weit unten ist. BMX-Fotografie bedeutet mir sehr viel. Und deswegen tut es mir weh, sie tagtäglich so furchtbar präsentiert zu sehen.

Noch ein unscharfes Foto eines schönen Rahmens

Weiterhin scheint es für manche Leute recht ungewohnt zu sein, Kritik in solcher Form zu lesen. Die Verstörung rührt wahrscheinlich daher, dass in der Diskussionskultur der BMX-Szene im echten Leben offene Kritik praktisch nicht vorkommt. Und die Diskussionen im Internet von Spacken bestimmt werden, die bevorzugt besprechen, wer am schwulsten ist und wessen Mutter die meisten Liebhaber hat. Aber stattdessen böte so eine Plattform ja auch die Möglichkeit, öffentlich, zeitnah und relativ gleichberechtigt wie zivilisierte Menschen zu diskutieren. Mit kontroversen, begründeten Meinungen, Argumenten und so. Schade, dass genau das nicht passiert ist.
Stattdessen klingelte mein Telefon mehrfach, worauf ich jetzt nicht weiter eingehen will, Dominik veröffentlichte auf seiner Seite einen missverständlichen Post (wie ich oben geschildert habe, habe ich nicht grundsätzlich was gegen bearbeitete Bilder, sondern nur gegen schlecht bearbeitete) und ein Kommentar tauchte auf, dessen Form mich nur bestätigt. Anonym? Na sicher. Vage Vorwürfe? Auch die. Aufruf, alles unterschiedslos toll zu finden? Auf jeden! So habe ich mir das jedenfalls nicht vorgestellt…

Nur am Rande: Wie es aussieht, hat die Ironie des Schicksals zugeschlagen und allen Bildern, die ich für die aktuelle Ausgabe für Werbungen beigesteuert habe, hübsche Rahmen und in einem Fall auch eine geschmackvolle Schwarzweißkonvertierung spendiert. Nicht dass ich mich beschweren will – ich bin dankbar, wenn jemand mir Geld für meine Fotos gibt und dann gehe ich auch gewisse Kompromisse ein.

Stundenlange Dunkelkammerarbeit nur für ein Foto. Oder nicht.

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