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In 10 Schritten zum Traumpark

Ein schicker Betonpark in der eigenen Stadt – wer träumt nicht davon? Dank der ehrenamtlichen Arbeit des RIDE e. V. ist dieser Traum für die Kölner BMX-Szene vor kurzem mit der Wiedereröffnung des Salatschüsselparks in Erfüllung gegangen. Kay Beutling erklärt uns heute, welche Hürden der Verein nehmen musste, bevor es mit Umbau dieses legendären Spots im Stadtteil Ehrenfeld losgehen konnte.

Ihren Legendenstatus verdankt die Schüssel ganz sicher nicht den tollen Rampen und Grindkanten, die man dort noch vor wenigen Monaten vorfand. Im Gegenteil! Denn viel mehr als eine silberne Schüssel, die dem ganzen Areal seinen Namen verlieh, sowie seltsame Aufhäufungen von Erde, die teils mit Wiese bewachsen und an manchen Stellen gepflastert waren, hatte der Spot so gut wie gar nichts zu bieten. Die gepflasterten Stellen ließen sich teilweise gut, teilweise nicht so gut als Bank nutzen. Abgerundet wurde die „Anlage“ durch eine kleine Bank mit einem Konstrukt aus Metall, das wohl mal als lässige Sitzgelegenheit für Jugendliche gedacht war. Gleichzeitig eignete sich dieses Konstrukt auch mehr schlecht als recht als Subrail.

#suboptimal: Der Salatschüsselpark in Köln-Ehrenfeld vor dem Umbau

Dass dieser Platz jahrelang dennoch zu den beliebtesten Spots der Domstadt gehörte, lang nicht zuletzt an so unvergesslichen Events wie dem People’s Store Schüsseljam oder der Salatschüssel-WM, wobei letztere Veranstaltung im Endeffekt gar nicht an der Salatschüssel, sondern in einer leerstehenden Lagerhalle stattfand. Aber auch die lauen Sommerabende, die die Kölner Locals gerne mal mit Grillgut und Hopfengetränken im Anschlag an der Schüssel verbrachten, trugen zum erstaunlich guten Ruf der Schüssel bei.

Hier ist der 10-Punkte-Plan des RIDE e.V., dank dem aus einem etwas seltsamen und nur bedingt nutzbarem Spot ein Betonpark wurde, der fast keine Wünsche offen lässt:

1. Bündelt eure Interessen

Rauft euch zusammen, egal ob BMXer oder Skater – am besten sogar gemeinsam! Wenn ihr einen Spot wollt, müsst ihr den zuständigen Behörden klar machen, dass ihr nicht nur drei verrückte Figuren, sondern eine ganze Posse seid, die dringend einen Spot braucht.

2. Gründet einen Verein

Auch wenn das Wort Verein meist einen fahlen Beigeschmack à la Fußballclub 0815 hat, bietet ein eingetragener Verein dennoch einen entscheidenen Vorteil: Euch muss eine „Trainingsmöglichkeit“ von der Stadt zur Verfügung gestellt werden. In unserem Fall bedeutet das im Klartext: Auch für einen Rollsportverein muss ein geeignetes Areal bereitgestellt werden. Wie geil ist das denn?!

An der neuen Salatschüssel durfte ein Flatrail natürlich nicht fehlen – wir sind schließlich in Köln!

3. Tragt das Projekt in Öffentlichkeit

Wenn viele Menschen wissen, dass es euch gibt und dass ihr ein paar coole und vor allem freundliche Jungs und Mädels seid, dann fällt es auch den zuständigen Behörden leichter, etwas für euch zu bewegen.

4. Nehmt Kontakt mit der Stadt und den zuständigen Ämtern auf

Für den Bau eines Bike- bzw. Skateparks sind in der Regel das Jugend-, Sport oder Grünflächenamt zuständig. Die Stadt kann euch hier weiterhelfen. Wer keine Ahnung hat, wen er ansprechen soll, der solle einfach mal ins nächste Rathaus pilgern und mal fragen.

5. Sprecht mit euren Homies, Kumpels und den Locals

Überlegt gemeinsam, was für einen Park oder Spot ihr braucht. Je genauer eure Szene Input liefert, desto besser wird der Spot am Ende auf eure Bedürfnisse zugeschnitten sein.

Du wünscht dir ein gecurvtest Jersey-Barrier? Dann solltest du deinen Bedarf daran bereits vor dem Bau eures neuen Parks anmelden.

5. Unterstützt die Stadt bei der Suche nach einem Standort

Wenn ihr schon ein paar Ideen für einen geeigneten Platz für euren Traumspot liefert, dann kann dies die Entscheidung und die Planungsprozesse der Politik und der Behörden beschleunigen.

6. Nehmt Kontakt zu Fachleuten auf

Sucht Kontakt zu Landschaftsarchitekten oder Rampenbauer, die euch von Anfang an unterstützen und beraten. Das hilft bei der Planung und macht bei der Stadt einen guten Eindruck.

7. Macht Zeichnungen und ein Konzept

Eine genaue Idee auf Papier zu bringen und alle Wünsche detailliert zu beschreiben ist wichtig, um eure Ideen der Stadt verständlich zu erklären.

9. Betreibt Lobbyarbeit

Kümmert euch um eure Interessen und sprecht bei jeder sich bietenden Gelegenheit mit Politik, Presse, Stadt usw. Das kann auf dem Schützenfest, bei einer öffentlichen Versammlung der Stadt oder an der Theke sein. Aber nicht vergessen: Immer schön freundlich!

10. Habt Geduld

Ein langer Atem ist bei solch einem Projekt unbedingt notwendig, denn die Planung und der anschließende Bau eines neuen Bike- und Skateparks nehmen oft viel Zeit in Anspruch. Lasst euch davon nicht entmutigen, es wird sich lohnen!

FAZIT: Natürlich ist dieses Rezept nicht das Allheilmittel für Städte, die noch keinen Bike- oder Skatepark haben. Anhand der Salatschüssel 2.0 in Köln kann man aber sehen, dass es doch klappen kann! Lasst euch auf jeden Fall nicht von so manchem Rückschlag aufhalten. Am Ende zählt das Ergebnis und bei der ersten Session ist es dann auf einmal total egal, ob die Umsetzung des Projekt nun acht Monate oder fünf Jahre gedauert hat. Im Fall der Schüssel 2.0 hat sich die ganze Arbeit wirklich gelohnt. Der Park hat sich binnen kürzester Zeit zum absoluten Hotspot in Köln entwickelt. Wir hoffen auf jeden Fall, dass die Arbeit des RIDE e.V. auch in anderen Städten Nachahmer findet. Viel Erfolg!

Ende gut, alles gut: Die Jungs vom RIDE e.V. aus Köln haben sich mit der Schüssel 2.0 den langgehegten Traum von einem eigenen Betonpark erfüllt.

Text und Fotos: Kay Beutling

Das Video von der Eröffnung der Schüssel 2.0 haben wir bereits HIER gepostet. Weitere Infos zum R.I.D.E. e.V. findet ihr auf www.rideev.de oder auf der Facebook-Seite des Vereins.

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