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Quo vadis, BeatCityJam?

Pierre Hinze zerkratzt während des BeatCityJams 2009 im Skaters Palace seine Kurbel und Pedalen; Foto: xmx

Roland Sandfort verrät uns, warum in diesem Jahr kein BeatCityJam in Münster stattfindet und wie es 2011 mit der beliebten Contestserie weitergehen soll.

Stell dich mal bitte kurz vor.
Ich bin Roland Sandfort, 33 Jahre alt und wohne in Verl bei Gütersloh. Von Beruf bin ich gelernter Werkzeugmacher, z.Zt. CNC-Fräser und wenn es gut läuft ab Mai Monteur für Kinderspielplätze. Den ganzen BMX-Kram (Rampenbau, BeatCityJam, cmtd.de etc. pp.) mache ich nebenbei in meiner Freizeit.

Roland Sandfort mit seiner Frau Tanja auf der After-Show-Party des BeatCityJams 2009 in Münster; Foto: xmx

Wie bist du zu BMX gekommen und wo kann mich dich auf deinem BMX-Rad antreffen?
Angefangen hat das Ganze hier bei uns im Dorf im Wald mit einem verchromten Prophete Komplettrad. Mein Kindergartenkumpel Stefan Abraham und ich sind damals mit diesen Komplettmöhren auf einer Natur-Race-Strecke rumgehüpft. Irgendwann gab es dann das BMX Monster Magazin im Tante-Emma-Laden und im Nachbardorf wurde ein Betonpark gebaut, da war der Grundstein gelegt. Daraufhin folgten ca. 15 Jahre 20 Zoll. Der Rest ist Geschichte. Aus dem aktiven BMX Rollen bin ich aber heute raus. Wobei ich ab und zu noch an meinem alten Homespot in Bielefeld-Kesselbrink fahre oder eine Bobbahn runterheize, um mal Adrenalin zu spüren.

Wie kam die Idee für den BeatCityJam zustande?
Es gab schon mal vor etlichen Jahren einen BMX-Jam in Münster, da war noch ein komplett anderes Setup in der Halle. Wer erinnert sich noch an die gigantische Halfpipe, den Bowl und die Minirampenlandschaft? Alex Reinke als Münsteraner BMX-Urgesteins hatte das damals, glaube ich, organisiert. Ich erinnere mich noch an ein Foto in der freedombmx, auf dem Mike Emde mit Kappe unterm Helm einen Wallride macht. Dann kam eine lange Pause. Ich war damals selbst immer zum Fahren im [Skaters] Palace und irgendwann lernte ich dann Jochen Bertenhoff kennen. In der Skatehalle war immer das Motto: „Also wärmetechnisch geht da noch was, dreh mal die Heizung höher …“ Bam! Draußen Schnee und Frost, drinnen 30 °C Lufttemperatur. Alles war rund und BMX florierte in der Skatehauptstadt. Ergebnis: Wir machten 2006 einen Jam, der Titel: 30 ° BMX-Jam. Nach der Contestparty war dann für 2007 ein neuer Titel gefunden: BeatCityJam. 2010 kam mir dann die Idee, den Jam auszuweiten und nach draußen zu gehen. Stopps sollten sein: Palace, Berg Fidel und Gievenbeck. Der Stopp im Palace fand statt, den am Berg Fidel geplanten mussten wir wegen Umbauarbeiten auf die LGS Hemer verlegen und Gievenbeck auf Grund des bescheidenen Spätsommers/Herbst absagen. Sorry nochmal dafür an alle Sponsoren und Fahrer.

Alex Reinke mit einem One Footed Flatty auf dem BeatCityJam 2010 in Hemer: Foto: Kay Clauberg

Der Beat City Jam in Münster findet in diesem Jahr ja leider nicht statt. Woran liegt das?
Als ersten Grund möchte ich mir selbst die Schuld in die Schuhe schieben. Ich werde im Sommer zum dritten Mal Vater und meiner Frau ging es in der Jamplanungsphase extrem schlecht und ich war zu 100 % mit meinen Kids beschäftigt. Dann kommt noch hinzu, dass im Skaters Palace gerade schwer umgebaut wird. Die hintere Line (Bowlcorner/Wallride/Quarterpipes) ist weg, und ich hätte da so viel hinzimmern müssen, um den Jam-Standard zu halten, dass das nicht zu realisieren war.

Wie geht es mit der Contestserie 2011 weiter?
Der BeatCityJam ist nicht weg vom Fenster! Ich habe eine Anfrage aus Hemer, die Nummer nochmal dort abzufeiern, Berg Fidel ist fertiggestellt und Gievenbeck ist auch noch am Start. Mal sehen, was wir 2011 auf die Beine gestellt bekommen. Sponsoren sind willkommen!

Ein gern gesehener Gast auf den BeatCityJams: Jan Beckmann macht bestimmt auch beim nächsten Stopp wieder Truckdrivers; Foto: xmx

Es ist bestimmt ziemlich stressig, einen Contest zu organisieren, oder? Was gehört alles dazu?
Im Palace ist das immer sehr angenehm. Die Crew dort weiß wie der Hase läuft und wir arbeiten immer Hand in Hand. Bei einer Location wie der LandesGartenSchau ist das schon etwas anderes. Da gibt es dann Verträge, in dem Dinge festgehalten werden, die sich die Besucher und Fahrer nicht vorstellen können und dann wird die Sache schon komplizierter. In einem städtischen Park wie Gievenbeck sollte man eine Veranstaltung bei der Stadt vorher anmelden. Es kommt dann ein dreiseitiger Brief nach Hause mit Regeln und Auflagen.
In puncto Sponsorensuche kann ich sagen, dass die Firmen, mit denen wir zusammenarbeiten, immer zu 100 % hinter der Sache stehen. Wer den BeatCityJam verfolgt hat, wird festgestellt haben, das Mike Emde mit Carhartt, Michael Schaak mit G&S und der Hersteller von dem Getränk mit dem Bullen von Anfang an dabei waren. Danke an alle dafür! Neue Sponsoren zu finden wird aber leider immer schwieriger. Gerade Firmen, die Bock haben, uns finanziell mit Preisgeld zu supporten, sind schwer zu finden. Ob es für die Fahrer Preisgeld gibt oder nicht, rechnen wir meistens während der Veranstaltung aus.
Ein persönliches Ziel von mir war es immer, auf dem BeatCityJam im Palace den Fahrern ein besonderes Obstacle zu bieten. Das haben wir auch jedes Jahr realisiert. Oft wurden wir schon eine Woche vorher gefragt, was es als Highlight zu fahren geben wird. Dann haben wir auch schon mal die Nacht vor dem Jam eine komplette Rampe zusammengeschossen. Das war z.B. der Fall bei diesem Stepupspinewallride-Ding.

Was waren bei den vergangenen BeatCityJam für dich jeweils der geilste und der nervigste Moment?
Der geilste Moment ist immer definitiv der, wenn wir auf der After-Show-Party an der Theke ein Bier trinken und Jan Beckmann und Konsorten beim Breakdance-Battel bestaunen dürfen. Obwohl, wenn ich Sonntagnacht im Bett liege und alles vorbei ist, kommt ein ähnliches Gefühl hoch. Der nervigste Moment war das Wetter in Hemer. Im Sommer bei 16 °C im Sauerland zu stehen, und dem Regen zu trotzen, war echt der Knaller. Aber es war dann am Ende doch noch okay …

Billige Electrobeats und plumpe Gesellschaftskritik: die aNgRy rObOtS schockierten das Publikum auf der After-Show-Party des BeatCityJams 2009 im Skaters Palace; Foto: xmx

Möchtest du noch etwas loswerden?
Die meist gehasste Frage in einem Interview! Ich danke Gott und meiner Familie, und ich wünsche mir den Weltfrieden … Ne, im Ernst! Ohne Leute wie Jochen Bertenhoff, Alex Reinke und Stefan Abraham würde es den BeatCityJam in dieser Form wohl nicht geben. Dafür danke ich ihnen! Dann danke ich natürlich noch dem Tilman Göbel (ehemaliger Palace Boss) und Steffen Krüger (Brother from a differrent mother und jetziger Boss). Die beiden haben mir den ein oder anderen Kniff beigebracht. Ganz besonders möchte ich meiner Frau Tanja, meiner Tochter Hannah und meinem Sohn Pepe dafür danken, dass sie mir die Stunden neben meinem Hauptjob freigeben, um Sachen wie den BeatCityJam und den anderen Kram zu machen. Ach ja: www.beatcityjam.de, update soon …

Familie Sandfort (v.l.n.r.): Tanja, Pepe, Roland und Hannah

Bonus: Markus Reuss mit langen Haaren, Daniel Tünte während seiner kurzlebigen Cross-Footed-Phase – was beim ersten Stopp der BeatCityJam Contestserie 2010 in Münster abging, könnt ihr euch in unserem Video angucken:

http://mpora.com/videos/n3c5Awr98
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