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Fotofreitag: Jan Beckmann Coverstory

Ich hatte vor einiger Zeit an dieser Stelle schon über den quälenden Entscheidungsprozess berichtet, den wir durchlaufen, bevor wir uns für ein Coverfoto entscheiden. Im Winter ist dieser Prozess doppelt schwierig, weil weniger passiert. Und wenn was passiert, dann sind in der Regel Hallen involviert, in denen man nicht so schöne Fotos machen kann. Ja, ich weiß, in dieser Umfrage hat die Mehrheit ausgerechnet ein Cover zum besten des Jahres gewählt, das in einer dunklen Halle entstanden ist. Aber das war David Reincke, der sowieso eine Ausnahme ist und ich denke immer noch, dass blauer Himmel schöner aussieht als Wellblechdächer.
Jedenfalls ist die Ausgabe der freedombmx, die Ende Februar erscheint, grundsätzlich die schwierigste, weil wir für sie wegen der ganzen Feiertage am Jahresende am wenigsten Zeit haben, im Januar sehr wenige Veranstaltungen sind und das Wetter in der Regel schlecht ist. Zwar hatten wir eine Woche vor Deadline ein Foto lose für das Cover eingeplant, das schönen blauen Himmel zeigte, allerdings in keinem Zusammenhang mit irgendwelchen Inhalten stand.
Nachdem unser Grafiker dann ein Machtwort gesprochen hatte, betrieben wir ein bisschen Brainstorming und kamen auf Jan Beckmann. Der glaubte vor knapp sechs Jahren schon einmal, dass er aufs Cover kommt. Dummerweise hatte Kay Clauberg, der Jan die freudige Botschaft überbrachte, ihn mit Dennis Kicza verwechselt, der tatsächlich das Cover der Ausgabe 71 schmückte.

freedombmx #71: Dennis Kicza in Bielefeld by Jan P. Kovermann

Übrigens mit einem Trick, der mehr aus Versehen auf dem Weg zum dann doch nicht mehr stattfindenden Overcrooked passiert ist, aber das nur am Rande. Was wichtiger ist: Jan hatte für die Komplettradstory bereits Höchstleistungen erbracht und es wäre das ultimative Argument für unsere Theorie geworden, wenn auch das Cover ein Komplettrad gezeigt hätte.
Leider hatten wir mit logistischen Problemem zu kämpfen, die das verhinderten: Jan geht mittlerweile sehr gewissenhaft seinem Job bei einer Messebaufirma nach und musste tagsüber arbeiten. Urlaub zu nehmen war ausgeschlossen, also standen nur die vom Wetterdienst angekündigten kältesten Nächte des ganzen Winters zur Verfügung. Belastbarer Profi, der Jan aber nun einmal ist, sagte er zu, es wenigstens mal zu probieren und ließ sich zu einem Spot führen, den er noch nie gesehen hatte und der selbst bei Tageslicht schwierig zu fahren ist, ganz zu schweigen bei völliger Finsternis und -10 Grad. Weil ziemlich klar was, dass ein Wunder passieren müsste, damit wir überhaupt mit einem Foto, geschweige denn mit einem covertauglichen Foto, nach Hause gehen würden, gestatteten wir ihm also die Verwendung seines eigenen Rades.

Stell dir vor, es ist sehr kalt und du musst in dem Ding jetzt einen Barspin to Fakie machen

Nach einer Stunde ausprobieren, Blitze rumrücken und Beinaheunfällen hatte Jan den Barspin to Fakie dann mehrfach geschafft und ich war mit dem Foto einigermaßen zufrieden. Was mich immer noch stört, sind die halbtransparenten Geisterbilder seiner hellen Hose, aber da konnte ich nur zwischen Pest und Cholera wählen. Hätte er eine dunkle Hose angezogen, hätte er sich nicht genug vom Hintergrund abgehoben, hätte ich kürzer belichtet hätte, wäre der Hintergrund komplett schwarz abgesoffen.

So sieht das Bild ohne die ganzen Buchstaben aus

Noch ein paar technische Daten für die Nerds: Nikon D3 (damit ich direkt sehen konnte, was ich alles verbocke), Nikon 16 mm/2,8 Fisheye (für das Mittendrin-statt-nur-dabei-Gefühl), Blende 5,6 (das Objektiv ist bei größeren Blenden an den Rändern ziemlich unscharf), 1 Sekunde Belichtungszeit (damit die Lichter von der Straße im Hintergrund verwischen und ein bisschen Leben ins Bild bringen), ISO 800 (die roten Filterfolien klauen leider ziemlich viel Licht und ich musste die Empfindlichkeit so weit hochdrehen, damit man den Effekt am Baum überhaupt sehen konnte). That’s it!
Und hier gibt es noch ein paar Bilder aus der langen Karriere des Herrn Beckmann:

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