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Techniktipp: Laufrad einspeichen

Ein Laufrad zu bauen, ist für viele Fahrer eins der abschreckendsten Dinge, die man an seinem BMX-Rad machen kann. Zu viele Speichen, zu viele Löcher in der Felge, zu viele Dinge, die man falsch machen kann. Damit dich diese Aufgabe nicht in die Verzweiflung treibt, stellen wir heute die entsprechende Folge unserer „Was Mat Hoffman schon wusste“-Technikserie aus Ausgabe 107 online. Viel Spaß beim Nachbauen!

Ich habe zwar eine X-Games-Medaille, aber keine Ahnung davon, wie man ein Laufrad aufspeicht. Zum Glück kenne ich ein paar Leute, die ein paar Leute kennen, die das können …

Es gibt viele verschiedene Methoden, seine Laufräder zu bauen, aber allen Herangehensweisen ist eines gleich: Zuerst braucht man die richtigen Zutaten. Das dürften heutzutage fast immer ein Felgenring mit 36 Löchern und eine dazu passende Nabe mit der gleichen Lochzahl sein. Wie lang die Speichen sein müssen, solltest du unbedingt im Fachhandel erfragen. Als Faustregel kann man 184 mm hinten und 186 mm vorne festhalten, das hängt aber stark von den verwendeten Felgen und Naben ab.


An Werkzeug brauchst du nur einen Schraubenzieher und einen Speichenschlüssel. Ein Zentrierständer ist zwar sehr hilfreich, der kostet aber richtig Geld und lohnt sich nur, wenn man häufiger Laufräder baut bzw. zentriert.

Du fängst damit an, die inneren Speichen auf beiden Seiten in die Nabe zu stecken. D.h. du steckst in jedes zweite Loch im Flansch von außen eine Speiche. Bonustipp für Verrückte, die durch das Ventilloch das Logo auf der Nabe sehen wollen: Du steckst das vom Logo aus gesehen dritte Speichenpaar in die Löcher links vom Ventilloch. Wenn dir egal ist, wo da Logo ist, dann nimm einfach ein beliebiges Speichenpaar.

Achte auf jeden Fall darauf, dass die meisten Felgen die Speichenbohrungen leicht versetzt Richtung Rand angebracht haben und du die Speiche vom rechten Nabenflansch in dem Loch befestigst, das auf der rechten Seite der Felge ist. Schraube die Speichen mit einem Speichennippel fest, aber nur so, dass er gerade auf der Speiche hält.

So gehst du jetzt einmal rundherum und lässt zwischen den einzelnen Speichen immer drei Löcher frei.

Wenn du alle inneren Speichen in der Felge hast, drehst du die Nabe im Uhrzeigersinn, während du die Felge festhältst, vom Ventilloch weg. So stellst du sicher, dass auf jeden Fall ausreichend Platz für ein Ventilloch ist.

Sobald du auf dieses Weise alle Speichen von innen nach außen eingefädelt hast, kommt die andere Seite an die Reihe. Stecke dazu eine Speiche genau parallel zur Nabenachse durch ein entsprechendes Loch. Du wirst sehen, dass das Loch auf der gegenüberliegenden Seite leicht versetzt ist. Daraus kannst du erkennen, welches Loch in der Felge gemäß der vorgegebenen Reihenfolge benutzt werden muss.

Die erste äußere Speiche einzubauen, ist am schwierigsten. Es ist sowieso ein bisschem komplizierter, die Speiche von innen durch den Flansch zu stecken. Und außerdem werden die Speichen jetzt gekreuzt.

Bei Laufrädern mit 36 Speichen ist es üblich, die Speichen dreimal zu kreuzen. Die Speiche wird also über die ersten beiden Speichen drübergelegt und unter der dritten hergeführt, bevor sie mit einem Speichennippel fixiert wird.


In welches Loch sie kommt, sollte auf der Hand liegen, denn es gibt weit und breit nur ein einziges freies auf der richtigen Felgenseite.

Wenn du das geschafft hast, baut sich der Rest des Laufrades quasi von alleine. Am bequemsten erledigst du den Rest der Arbeit, wenn das Laufrad auf deinen Oberschenkeln liegt.

Auch auf der anderen Seite werden auch alle Speichen dreifach gekreuzt. Das Laufrad ist jetzt fast fertig und muss nur noch zentriert werden. Wenn man keinen Zentrierständer hat, kann man sich mit zwei Kabelbindern am Hinterbau eine Behelfslösung basteln.

Wenn man keinen Zentrierständer hat, kann man sich mit zwei Kabelbindern am Hinterbau eine Behelfslösung basteln.

Bevor es aber mit dem richtigen Zentrieren losgeht, müssen die Speichen auf Spannung gebracht werden. Zuerst schraubt man alle Nippel mit einem Schraubenzieher bis zum Gewindeende auf die Speichen. Dann zieht man mit einem Speichenschlüssel alle Speichen zwei Umdrehungen fest. Das tut man aber bitte zuerst auf einer und dann auf der anderen Seite. Wenn man alle Speichen der Reihe nach festzieht, dann fängt man sich direkt Höhenschläge ein.

Je nach verwendeter Kombination von Felgen, Speichen und Nabe kann es sein, dass die Speichen immer noch zu wenig Spannung haben. Als Faustregel sollte gelten, dass die Spannung möglichst hoch und möglichst gleichmäßig sein sollte. Aber bitte denk dran: Nach fest kommt ab und du solltest immer ein bisschen Spielraum lassen, um die Felge noch perfekt gerade zu bekommen.

Als Faustregel sollte gelten, dass die Spannung möglichst hoch und möglichst gleichmäßig sein sollte.

Wenn alle Speichen die gleiche Spannung haben, wird die Felge aller Voraussicht nach noch nicht perfekt rund laufen. Das ist einfach zu beheben. Bei einem Seitenschlag ziehst du die Speiche(n) etwas fester, die auf der dem Schlag gegenüberliegenden Seite sitzen. Bei einem Höhenschlag musst du die Speichen auf beiden Seiten festziehen. Gehe dabei vorsichtig vor – eine halbe Umdrehung kann unter Umständen schon zu viel sein.

Wenn dein Laufrad fertig ist, kannst du durchstarten. Nach ein paar Sessions werden sich die Speichen gesetzt haben und du musst noch mal mit dem Speichenschlüssel die Spannung erhöhen und ein paar Schläge ausgleichen.

Best-case-Szenario

PS: Weitere Techniktipps folgen in Kürze.

Text und Fotos:
der unvergleichliche xmx

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