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Bikecheck: Jan Hollinger auf Federal Bikes

In Frankfurt am Main haben neulich die Sektkorken geknallt. Aber nicht, weil die Deutsche Bank mal wieder der Bundesstaatsanwaltschaft von der Schippe gesprungen ist, sondern weil Jan Hollinger jetzt über Traffic Distribution mit Produkten von Federal Bikes versorgt wird. Großartig umgewöhnen musste sich der 21-jährige Fakie-Manual-Connaisseur nicht, nachdem er sein neues Sportgerät zusammengebaut hatte. Denn freeholli, wie sich Jan auf Instagram nennt, ist schon seit vielen, vielen Jahren ausschließlich auf Rädern der Firma aus Hastings (England) unterwegs. Für diesen Bikecheck haben wir den Hobel des passionierten Hobbygärtners einmal genauer unter die Lupe genommen.

Rahmen: Federal Bikes Lacey DLX in 20,75“
Gabel: Federal Bikes Liquid V2
Lenker: Federal Bikes Bruno V2 in 8,75“
Griffe: Federal Bikes Contact Grips
Lenkerenden: Federal Bikes Contact
Bremsanlage: abgeschraubt
Vorbau: wethepeople Supreme
Steuersatz: Pirate BMX
Sattel: Federal Bikes x Ciao Pivotal Slim
Sattelstütze: United pivotal
Kurbel: Federal Bikes Vice Crank (175 mm)
Tretlager: Federal Bikes
Pedale: Federal Bikes Contact Pedals
Kettenblatt: United (glaube ich, kann nix erkennen, haha)
Übersetzung: 25/9
Kette: KMC
Reifen: Federal Bikes Contact in 2,3″
Laufräder: éclat vorne und Federal Bikes V2 Coaster mit Cinema 777 Rim hinten
Hubguards: éclat vorne, Federal Bikes hinten,
Pegs: aus Metall! (no names, vermutlich für Kompletträder bestimmt)
Modifikationen: schwarze Markierungen auf den Pedalen, die die Standseite anzeigen (für Luc-Es und sowas); hinterer Reifen verkehrt herum für Fakiemanuals (macht doch Sinn, oder?)
Reifendruck: 4 Bar
Gewicht: 12,07 kg
Körpergröße: 1,78

Orange is the new black

Hey, Jan! Erst einmal herzlichen Glückwunsch zum neuen Sponsor. Wie bist du zu Federal gekommen?
Gude, Markus! Danke, ich freue mich auch sehr. Na ja, meine Freunde haben schon lange Späße darüber gemacht, ich solle doch für Federal fahren, weil ich auch immer schon Federal-Rahmen fahre. D.Watt$ for Life! Irgendwann kam dann tatsächlich der Bruno [Hoffmann] zu mir und hat mich gefragt, was ich davon halten würde. Mit der Zeit wurde dann aus der Überlegung eine Tat, die mich hierhin führte.

Beschreibe dein neues Rad bitte in drei Worten?
Mit Worten unbeschreiblich.

Gibt es etwas an deinen Rädern, bei dem du besonders pingelig bist?
Die letzten zwei,drei Jahre haben mir gezeigt, dass es mir vollkommen reicht, wenn der Coaster funktioniert (lacht).

Warum hast du dich für den Lacy-Rahmen von Federal und nicht für den von Bruno entschieden, mit dem du ja immerhin regelmäßig fährst?
Primär hat der Kiesi [Martin Kiesewetter] den vorgeschlagen. Ich habe dann die Geometrie verglichen und mir hat die Kombi aus etwas kürzerem Oberrohr und etwas steilerem Steuerrohrwinkel sehr zugesagt – und tut es immer noch!

Dein Rahmen hat ein 20,75“-Oberrohr. Bist du schon mal was längeres gefahren, oder ist das deine bevorzugte Größe?
Ich habe mir vor fünf bis sechs Jahren den D.Watt$-Rahmen von Federal in 20,75“ gekauft. Das war der geilste Hobel, den ich je hatte! Dann kam ein Jahr später der Bruno auf den Markt, der hatte sehr ähnliche Daten: langer Hinterbau und flaches Steuerrohr. Den bin ich dann zwei Jahre in 20,85“ gefahren und danach sogar zwei Mal die alten vom Bruno in 21“ und wenn nicht sogar 21,2“ oder so. Ich habe mich seitdem jedoch immer wieder nach einem kürzeren Rahmen gesehnt.

Meinst du, Crankarmslides sind einfacher, wenn die Kurbelarme quadratisch sind?
Die Frage habe ich mir noch nie gestellt. Möglicherweise!

Du hast eine Seite deiner Pedale farbig markiert, damit du immer auf derselben Seite Luc-Es etc. machst. Ben Lewis hat in seinem Bikecheck verraten, dass er immer beide Seiten an einem Bürgersteig komplett runtergrindet, wenn er sich neue Pedale einbaut. Wie wichtig ist es dir, Grip zu haben?
Definitiv zu wichtig, wie es scheint. Ich rutsche mit den Füßen oft so ein bisschen auf der Pedale hin und her, da ist es schon cool, nicht direkt abzurutschen.

Die meisten Leute, die ich interviewe, fahren eine Halflinkkette. Hat es einen besonderen Grund, warum du das nicht tust?
Zwei sogar: A) Brauche ich nicht, da ich mein Hinterrad nie geslammt fahre; B) Die leiern schneller aus, weil das gebogene Metall einer Halflink sich durch den Zug leichter gerade zieht, als sich das gerade Glied einer nicht Halflink ausdehnt. Das ist zumindest meine Theorie.

Spangi möchte wissen, wie es für dich ist, jetzt Laufräder zu fahren, die zentriert sind und alle Speichen haben?
Merkwürdig, aber angenehm.

Die Farbe deiner Reifen und Pedale ist ziemlich gewagt. Hast du dich daran schon satt gesehen?
Auf keinsten! Das wird auch noch ein bisschen dauern. Es hat irgendwie etwas heroisches, nach einer Ära der Dunkelheit und Monochromasie, dieses leuchtend orangene Prachtstück aus dem Keller in die wundervolle Frühlingssonne zu schieben, wo es anfängt zu strahlen und einen bezaubernden Kontrast zum herrlichen grün des Frühlings beiträgt.

Hahaha, du Poet! Hast du den hinteren Reifen wirklich falsch herum für Fakiemanuals eingebaut?
Das ist in einfach so passiert. Ich war unachtsam und wollte endlich Rad fahren. ABER: Nachdem der Spangi das sarkastisch anmerkte, habe ich ein bisschen Physik betrieben und da meinen Sinn rausgezogen. Ich kann das gerne jedem anhand einer anschaulichen Skizze erläutern.

Warum hast du hinten Stahlpegs, aber Plastikhubguards? Wäre es nicht besser, alles aus einem Material zu fahren?
Also in erster Linie ist es immer besser, vor allem Metallpegs zu fahren! Der Rest ist für mich absolut sekundär. Und bisher hat es gut geklappt.

“Es ist immer besser, Metallpegs zu fahren!”

Warum ist es deiner Meinung nach denn immer besser, Metallpegs zu fahren?
Man braucht nicht alle zwei Wochen neue, wenn man raue Streetcurbs fährt. Außerdem brechen die einem auch nicht weg während einer Session. Es wird weniger Müll produziert. Plastiksleeves verbrauchen Erdöl. Das Gefühl von Metallpegs auf Metallcurb kann einem kein Plastikpeg geben. Ach ja, und Pegchinks machen auch wirklich chink!

Wie lange bist du jetzt schon auf einem Freecoaster unterwegs? Und kannst du dir vorstellen, jemals wieder auf eine Kassette zu switchen?
Seit etwa fünf Jahren. Kassette macht auf jeden Fall Bock und ich bin notgedrungen erst kürzlich wieder eine gefahren. Aber so komplett zurückswitchen, steht nicht auf meiner Agenda.

Lass uns langsam zum Ende kommen. Was steht in nächster Zeit bei dir an?
Ich fange Ende April das zweite Semester meines Biophysik-Studiums an. Ich habe noch eine Zuggurtung im Fuß, weil ich mir den Anfang September gebrochen habe, die muss demnächst rausgenommen werden.
Eine Menge Rad fahren und hoffentlich ein Urlaub die kommenden Monate.

Viel Spaß dabei! Zu guter Letzt ist hier noch Platz für Shoutouts:
Große Shoutouts vor allem an den Bruno und den Kiesi, die mich hierhin geführt haben. Ich danke euch beiden herzlichst! Damit auch vor allem an Federal und Traffic! Dann an den Spangi, der mich in den letzten Jahren immer wieder mit Ideen, Speichen, Schläuchen, gut zureden und einer Menge Geduld und Zeit am Vorantreiben ist. Danke auch an die freedombmx, die deutschem BMX eine Plattform bietet. An alle meine Jungs von der Ciao Crew, mit euch ist jede Session ein Vergnügen! An meine Frau, die mir Sinn gibt. An meine Eltern, die mich nie aufgegeben haben. Und an alle besorgten Bürger, die das Streetfahren amüsant machen!

Jan Hollinger ist 21 Jahre alt, lebt seit seiner Geburt in Frankfurt und fährt BMX mit dem Support von Spangi (Besitzer des lokalen BMX-Shops Deepend), der Ciao Crew sowie seit neuestem von Federal Bikes über Traffic Distribution.

Interview: The Medalist
Fotos:
 Jan Hollinger
Aufmacherbild: Munya Zana

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