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Menschen

Interview: Marc Reschke über das „Caught in Berlin“-Videoprojekt

Neben dem neuen Flughafen wird in Berlin derzeit fieberhaft an einem weiteren Mammutprojekt gearbeitet. Drei Jahre lang haben Marc Rescke und seine Homies nämlich die Straßen der Hauptstadt durchstreift, um Clips für Caught in Berlin zu sammeln. Am kommenden Freitag feiert das Video nach dem Streetfinale auf dem Highway to Hill im Mellowpark nun endlich Premiere. Grund genug, den Meister mit einigen Fragen zu seinem Werk zu belästigen. Hier sind seine Antworten und haufenweise Bildern von den Dreharbeiten:

Wenn jemand „Caught in Berlin“ ist, dann Marc Reschke!

Yo, Marc! Alles fit? Was hast du in letzter Zeit so getrieben?
Yo, Markus! Alles bestens, hatte Anfang des Jahres zwar ein paar Schwierigkeiten, aber das hat mich krass gestärkt. Mir geht’s im Moment so gut wie lange nicht mehr! Ansonsten stehen Homies und Spaß in letzter Zeit bei mir an erster Stelle – Berliner Lifestyle, Alla!

Dein lang erwartetes Video, Caught in Berlin, feiert am kommenden Freitagabend auf dem Highway to Hill Premiere. Was erwartet uns?


Euch erwartet die geballte Ladung Berlin-Street – die besten Jungs, an den besten Spots, in der besten Stadt. Alles verpackt auf meine übliche Art und Weise: aufwändiger Schnitt, unterlegt mit passender Mucke. Allgemein ein Video, was krass Bock auf Berlin und auf’s Rad fahren macht. Ich beschäftige mich seit drei Jahren damit und kann es mir immer noch mit dem selben Interesse angucken, obwohl das Fahren teilweise auf Amateurebene stattfindet. Aber wie gesagt, die Homies stehen an erster Stelle!

Sobald du „Caught in Berlin“ bist, ist jeglicher Ausbruchsversuch zwecklos!

Wie lang ist das Video insgesamt geworden?
Ungefähr 36 Minuten.

Ist dies dein erstes Projekt in dieser Größenordnung?
Ja. Ich habe zwar mal ein Mixtape für Autum Bikes gemacht, welches ungefähr 14 Minuten lang war, aber dieses Projekt ist mein erstes richtiges Full-length-Video.

Auch für Erik Herschke gibt es kein Entkommen aus der Hauptstadt. Aber frei nach dem schönen Motto „Resistance is useless, but exciting“ kann man es zur eigenen Unterhaltung ja wenigstens mal versuchen.

Wie bist du auf den Namen gekommen?


Ich habe die Frage mit dem Namen ewig vor mir hergeschoben, weil es für mich eine der schwierigsten Aufgaben war. Am Ende standen ein paar Namen zur Auswahl und ich habe mich dann – gemeinsam mit der Crew – für diesen Namen entschieden, weil er viele Bedeutungen hat. An erster Stelle ist da natürlich „Caught“ im Sinne von Aufnahmen einfangen. Alles ist in Berlin und Potsdam gefilmt und das war uns von Anfang an wichtig. Wir wollten zeigen, dass diese Stadt weitaus mehr kann als Kulturforum, Frankfurter Tor und Polendenkmal. An zweiter Stelle steht „Caught“ im Sinne von gefangen. Bist du ein mal hier, gehst du hier nicht mehr weg. Wir sind in dieser Stadt gefangen und das ist gut so. An dritter Stelle ist „Caught“ im Sinne der Berliner Mauer welche die Stadt über 28 Jahre teilte und den Menschen die Möglichkeit nahm, die andere Seite der Stadt zu erkunden. An letzter Stelle steht „Caught“ für die Gesetzeshüter, mit welchen wir jedoch in den drei Jahren kaum zu tun hatten.

Auch wenn BMX auf Parkour trifft, gilt natürlich: Wu-Tang forever!

Während der dreijährigen Dreharbeiten sind doch bestimmt eine Menge verrückte Sachen passiert. Hast du vielleicht ne Story, die du mit uns teilen möchtest?
Es passiert ständig irgendwas Verrücktes in Berlin. Wir treffen hier die komischsten Gestalten und sehen die lustigsten Dinge, aber wir sind dran gewöhnt, von daher kann ich dazu jetzt keine Story liefern, welche mir besonders im Kopf geblieben ist. Das Verrückteste, was wir für das Video gemacht haben, war jedoch nach der ewig dauernden Rückfahrt von Rotterdam über Amsterdam nach Berlin um 6 Uhr morgens komplett übermüdet Atmoclips für’s Intro filmen zu gehen.

Atmoshot um 6 Uhr morgens am Treptower und danach vielleicht noch ne Runde in ’nen Club?




Wie lange hast du insgesamt am Schnitt und der Postproduktion gesessen?
Haha, eigentlich die ganze Zeit über. Jedes Mal, wenn wir unterwegs waren, hatte ich die Clips am nächsten Tag schon im Video und habe deswegen auch ständig die Songs und Reihenfolge der Clips verändern müssen. Aber das macht mir ja schließlich Spaß. Das Projekt war auch meist im Hintergrund geöffnet, wenn ich am PC gearbeitet habe, deswegen kann ich leider keine Stundenzahl oder sonst was dazu sagen. Ich sitze immer noch dran.

Wie oft warst du währenddessen kurz davor, alles hinzuschmeißen?


Im Prinzip gar nicht. Ich war manchmal genervt von Technikproblemen, aber mir hat das Video von Anfang an zuviel bedeutet, um es aufzugeben. Das hätte ich meinen Homies auch nicht antun können, da sie alle wie verrückt für die Clips gekämpft haben und das Projekt komplett Ernst nehmen.


 Wir sind ein Dreamteam und machen füreinander alles.

3 years of filming and we aint done yet.. The homies are still stacking clips!! ????????????✊ #bmx #berlin #fulllength #caughtinberlin

Ein von Marc Reschke (@bizmarcie) gepostetes Video am

Du hast bereits angesprochen, dass dir die Musik in deinen Videos besonders wichtig ist. 


Nach welchen Gesichtspunkten hast du die einzelnen Stücke ausgewählt?


Anfangs ist das Video sehr raplastig. Ich will hier auch nicht zu viel verraten, aber für Leute, die Rap nicht so gut finden, wendet sich das Video in der Mitte zum Positiven. Für mich war klar: Ich will ein richtig heftiges Intro, ein entspanntes Outro und die Songs der Parts müssen natürlich zum Fahrer passen. Ich denke, das ist mir ganz gut gelungen. Ich habe die Wünsche der Fahrer berücksichtigt und teilweise mit ihnen gemeinsam die Lieder ausgewählt.

Für Leute, die Rap nicht so gut finden, wendet sich das Video in der Mitte zum Positiven.

Für alle Techniknerds solltest du vielleicht noch kurz erzählen, was für Equipment du benutzt hast.
Über die Jahre hat sich mein Equipment und meine Art damit umzugehen natürlich verändert. Beispielweise ist der Part von Paul Kahle schon über zwei Jahre alt und der von Stephan Götz brandneu und man sieht natürlich einen Unterschied in der Qualität. Das Video ist zu 95 % auf DSLR entstanden. Gefilmt habe ich anfangs mit einer Canon 600D und später mit einer 70D für’s Fisheye, zusätzlich mit einer 6D und 7D für Normale Aufnahmen und Atmoshots und ein paar Aufnahmen sind mit der geilen Flipcam von Rob Diquattro.

Wer weiß schon, was hier passiert?

Hast du das filmen und schneiden irgendwo gelernt oder hast du dir alles selber beigebracht?
Ich hab mir alles selbst beigebracht. Die Sachen, welche ich anfangs produziert habe, waren auch echt komplette Scheiße.

Du hast dir als lebendes Berliner Spotnavi einen gewissen Namen gemacht. Gibt es irgendeine Straße in Berlin, in der du noch nicht nach Spots gesucht hast?
Hahaha, ich glaube nicht. Und wer daran noch zweifelt, soll sich bloß das Video angucken. Google Maps ain’t got shit on me!

Berliner Flatrailtraum

Hat dein Kater eigentlich auch Clips im Video?

Leider war er sehr unmotiviert, was das Filmen angeht. Er hat bloß einen Clip im Outro, aber mehr braucht er auch nicht, um zu zeigen, wer der Boss ist.

Man munkelt, das Stephan Götz nach seinem Umzug nach Berlin noch kurzfristig einen ganzen Part gefilmt hat. Wie hat er sich geschlagen?


Götz ist verrückt! Der hat in fünf Sessions einen kompletten Part mit den heftigsten Clips ergattert. Der Typ kennt keinen Schmerz und lässt sich von nichts von seinem Ziel ablenken. Kurzum: der motivierteste Typ in Berlin!

Wenn man beim Streetfahren Handschuhe trägt, kann es schon mal vorkommen, dass die Stylepolizei alamiert wird. Aber Stephan Götz besitzt natürlich einen Handschuhschein. Puh …!




Welche Fahrer haben sonst noch volle Parts?
Erik Herschke hat einen richtig fetten Part, bei dem man nicht will, dass er vorbeigeht. Ich habe einen 4-Minuten-Part – grinden, drehen, springen, alles wie immer, aber bin voll zufrieden. Valentin Hansen rasiert in seinem Part das technische Ledgefahren. Tom Behrendt hat den Bangerpart, mehr muss man, glaube ich, nicht sagen. Ansonsten haben wir noch ein paar geile Halbparts und einen richtig dicken Mischpart.

Chillin‘ with da homies: links Valentin Hansen, rechts Erik Herscke

Wer hat es sich am härtesten gegeben?
Götz natürlich! Er ist der Typ, der nicht mehr auftreten kann, aber sich trotzdem die Treppe hochschleppt und solange seine Line probiert bis sie klappt. Dazu kam, dass er alles unter dem größten Zeitdruck abproduzieren musste. Ansonsten hat Tom auch ziemlich gekämpft und sich immer die größte Mühe gegeben.

Wird es eine Fortsetzung geben?
Ja, auf jeden Fall! Aber dazu will ich noch nicht viel sagen. Wir sind ja schließlich nicht auf der Flucht. Noch nicht!

Hier frisiert der Regisseur noch selbst: Marc Reschke verpasst Erik Herschke einen neuen Haarschnitt

Möchtest du zum Schluss noch irgendwas loswerden?
Ich möchte mich bei allen bedanken, die mit mir filmen wollten und ihre Gesundheit für meine Kamera auf’s Spiel gesetzt haben, bei allen, die an dieses Video geglaubt haben und bei denen, die mich bei dem Projekt unterstützt haben – sowohl mental als auch technisch. Außerdem will ich loswerden, dass bei dem Video die Freundschaft und gute Zeit an erster Stelle steht und nicht das Level der Tricks. In dem Video sind Menschen mit denen ich mich gern umgebe. Wie diese Rad fahren, spielt für mich keine Rolle und darauf kommt es meiner Meinung nach an. Kommt zur Premiere und lasst euch zeigen, was Berlin für mich bedeutet. Grüße an alle Homies. BMX lebt!

Caught in Berlin feiert am Freitag, den 15. Mai 2015 nach dem Streetfinale auf dem Highway to Hill im Berliner Mellowpark Premiere. Am darauffolgenden Montag geht das Video dann online. Bis es soweit ist, kannst du dir auf Instagram mit dem Hashtag #caughtinberlin ein wenig die Zeit vertreiben.

Marc Reschke beim Einwachsen des eigenen Relevanzgefängnisses

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