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Adrian Warnken auf Sunday Bikes/Odyssey: Video & Bikecheck

Da soll noch mal einer sagen, BMX befände sich in einem Loch. Das Gegenteil scheint der Fall zu sein. Denn was veranstaltungstechnisch in den vergangenen Monaten hierzulande und international abging, war enorm – und es ist kein Ende in Sicht! Dementsprechend ist Adrian Warnken in diesem Sommer auch quasi nonstop unterwegs. So sind die Fotos für diesen Bikecheck zum Beispiel in Idaho entstanden, wo das Allroundtalent aus Düsseldorf neulich den USA-Auswanderer Rob Ferrett besucht hat. Mit im Gepäck hatte Adrian einen komplett neuen Hobel, denn kurz vor der Reise war der SIBMX-Fahrer noch schnell von Volume Bikes/Demolition Parts zu Sunday Bikes/Odyssey BMX gewechselt. Wie es dazu kam, erzählt der umtriebige Rheinländer in dem Interview zu diesem Bikecheck weiter unten, in dem es übrigens nicht nur um sein neues Rad, sondern auch um BMX als Schulsport und einige andere interessante Dinge geht. Mal ganz abgesehen von dem Video von Adrians Idaho-Urlaub, das es ganz am Ende zu sehen gibt. In diesem Sinne: Gönnung!

Rahmen: Sunday Bikes Discovery Frame in 21″
Gabel: Odyssey R32
Lenker: Sunday Discovery in 9,25”
Griffe: ODI Longnecks
Lenkerenden: ODI
Bremsanlage: Schuhe
Vorbau: Odyssey BMX Dugan
Steuersatz: Odyssey BMX
Sattel: Sunday Bikes 80’s Party Seat
Sattelstütze: Sunday Bikes Tripod
Kurbel: Odyssey BMX Thunderbolt in 170 mm
Tretlager: Odyssey BMX
Pedale: Odyssey BMX Twisted Pro
Kettenblatt: Odyssey BMX La Guardia
Übersetzung: 28/9
Kette: Salt Halflink
Reifen: vorne Sunday Bikes Street Sweeper in 2,4″, hinten Odyssey BMX Path Pro in 2,4″
Laufräder: vorne Odyssey BMX Hazard Lite Rim mit Odyssey Vandero-Nabe, hinten Hazard Lite mit Odyssey BMX Antigram Hub
Hubguards: Odyssey Plastik
Pegs: 3 x Odyssey BMX Graduate in 4,75″
Modifikationen: Gabelschaft gekürzt, Lenker ungefähr 1 cm gekürzt
Reifendruck: 4 Bar
Gewicht: schwer
Körpergröße: 1,78 m

Adrian Warnkens neuer Discovery von Sunday Bikes

INTERVIEW MIT ADRIAN WARNKEN

Hey Adrian, was geht ab aka was hast du in letzter Zeit so getrieben bzw., was treibst du gerade?
Wie während so ziemlich jedem BMX-Sommer bin ich auch in diesem Jahr ungefähr seit Mitte Mai an jedem Wochenende oder auch mal mehrere Tage oder Wochen am Stück unterwegs. Dieses Jahr fühlt es sich so an, als wäre besonders viel los, und es gibt kaum größere Pausen zwischen den Events. Voll geil zu sehen, dass so viele Leute BMX pushen!
Wenn ich in den vergangenen zwei Monaten zu Hause war, dann meistens nur für zwei bis drei Tage. In dieser Zeit habe ich dann im Skatepark (Düsseldorf) Eller gearbeitet, oder versucht, mich noch schnell um meinen Garten zu kümmern. Außerdem versuche ich viel hinter den Kulissen zu helfen, gerade im Bereich Jugendarbeit. So bin ich beispielsweise in diesem Moment auf dem Weg nach Bremen vom Mellowpark in Berlin aus, wo ich jetzt eine Woche als Betreuer im Feriencamp gearbeitet habe.

Du bist unlängst innerhalb des Hauses SIBMX von Volume Bikes/Demolition Parts zu Sunday Bikes/Odyssey BMXgewechselt. Haben dir die Parts nicht mehr getaugt, oder was war da los?
Nein, daran hat es nicht gelegen. Die Parts von Volume und Demolition waren immer super! Mein Teammanager, also Bodo Hellwig, und ich hatten schon einmal über den Wechsel gesprochen, da ich zu Hause in Düsseldorf viel Werbung für Sunday-Kompletträder mache und schon vielen Kids ein Rad besorgen konnte. Wir dachten dann, es wäre sinnvoll, wenn diese Kids sehen würden, dass ich auch was von der Firma fahre. Zusätzlich bin ich auch schon etwas länger relativ down mit vielen Fahrern und generell den Leuten hinter Odyssey/Sunday. Da ich auch die Teile gut finde, musste ich nicht wirklich länger überlegen und habe gewechselt.

Warum hast du dich aus dem reichhaltigen Rahmensortiment von Sunday Bikes für den Discovery Frame entschieden?
Der Discovery-Rahmen ist der Teamrahmen von Sunday Bikes und deshalb auch nicht zu speziell auf eine Disziplin ausgelegt. Da ich versuche, meinen Fahrstil so „allround“ wie möglich zu halten, hat der Rahmen mir ganz gut ins Konzept gepasst. Das 21″-Oberrohr und das 75°-Steuerrohr machen mein Rad lang genug für ruhige Flugphasen und durch den relativ kurzen Hinterbau hat man auch beim Streetfahren Spaß.

„Das 21″-Oberrohr und das 75°-Steuerrohr machen mein Rad lang genug für ruhige Flugphasen und durch den relativ kurzen Hinterbau hat man auch beim Streetfahren Spaß.“

Obwohl sowohl Sunday Bikes als auch Odyssey BMX einen Haufen Griffe anbieten, fährst du ODIs. Warum ist das so?
Die Griffe von ODI haben sich eben einfach über sehr viele Jahre als super gut bewiesen. Da ODI auch über Sport Import vertrieben wird, werden wir als Teamfahrer häufig mit diesen Griffen versorgt, um ODI weiterhin zu pushen.

Du bist seit einiger Zeit brakeless unterwegs – und das, obwohl du jahrelang ein Verfechter von Negativschleunigern warst. Kommt die Bremse eigentlich je wieder an dein Rad?
Witziger weise habe ich mir heute morgen noch eine Bremse ans Rad gebaut, um gleich beim Dirtjam in Bremen etwas sicherer durch die wilden achterbahnartigen Motion Trails zu kommen. Das passiert sehr selten und nur für anspruchsvolle Traillines. Ansonsten vermisse ich meine Bremse eigentlich gar nicht, auch wenn ich über zehn Jahre mit Bremse gefahren bin. Na ja, you only live twice! Aber wer weiß, ich hab ja damals auch schon mal behauptet, ohne Bremse zu fahren wäre blöd …

Warum fährst du vorne und hinten verschiedene Reifenmodelle?
Der Sunday vorne fällt etwas dicker aus und ich mag es vorne dicker zu fahren als hinten.

Du warst unlängst in den USA einen Jugendfreund besuchen. Wie hat es dir im Land der großen Autos so gefallen und bist du jetzt die X-Games-Quali mitgefahren, oder nicht?
Genau, ich hab meinen guten Freund Rob Ferrett besucht, der seit längerem jetzt schon in Boise, Idaho mit seiner Frau wohnt. Ich habe da viel mit meinen Ami-Freunden abgehangen, was zu vielen abgefahrenen Storys geführt hat. Die X Games Qualifier bin ich nicht mitgefahren, aber es war cool, mit vielen der internationalen Fahrer, die ich da wieder getroffen habe, Zeit zu verbringen, neue Freunde zu gewinnen und Sessions zu fahren. War echt der Hammer, die krassen Runs zu verfolgen und sich etwas mit dem VIP-Bändchen behind the scenes rumzutreiben.
Generell ist der Kontrast zu Deutschland ziemlich drastisch, bezogen auf viele alltägliche Dinge. Ich finde Amerika super cool und es war ein Action geladener Aufenthalt. Nach einiger Zeit habe ich Deutschland aber definitiv auch wieder vermisst.

Dein Sattel sieht ja stark nach 80er-Jahre-Party aus. Was für Tunes locken dich denn normalerweise auf den Dancefloor?
Ich bin der mega 80’s-Fan und da der Sattel 80’s Party Seat heißt, musste ich den einfach einbauen. Ich bin generell ein großer Fan von unmoderner Musik – jedes Genres, so ziemlich. Aber klar, auf dem Dancefloor machen pfiffige Technobeats schon ziemlich Spaß.

Zurück zu deinem Rad: Du hast dich für eine 170 mm lange Kurbel entschieden. Warum? Ich habe den Eindruck, dass ich nichts Halbes und nichts Ganzes …
Also, ich glaube, es hängt sehr vom persönlichen Fahrstil ab, ob eine kürzere Kurbel Sinn macht. Ich fahre gerne Rampen, was natürlich eher für eine längere Kurbel spricht. Gleichzeitig bin ich aber auch nicht der größte, weshalb ich es recht angenehm finde, etwas Agilität und Pop durch die 170er herauszuholen.

„Ich glaube, es hängt sehr vom persönlichen Fahrstil ab, ob eine kürzere Kurbel Sinn macht.“

Merkst du einen fahrerischen Vorteil mit den kürzeren Kurbeln?
Ja. Viele Leute sagen, mit kürzeren Kurbeln könnte man bessere Hops. Ich finde, dadurch, dass die Füße etwas näher aneinander stehen, verteilt sich der Schwerpunkt etwas angenehmer und man steht nicht so sehr verdreht. Durch die minimal natürlichere Haltung, finde ich schon, dass das Rad sich generell leichter steuern lässt.

Dein neues Ross hat lila Felgen und Pedale. Ich hatte dich eigentlich immer als Person mit guten Geschmack abgespeichert. Hat sich was in deinem Leben geändert?
Da würde ich jetzt schon dermaßen häufig drauf angesprochen … Ich hatte tatsächlich schwarze Felgenringe bestellt, aber mein TM Bodo von SIBMX meinte wohl, mein Rad wäre dann etwas zu düster geworden. Also hat er mir die lila Teile geschickt. Ich hab aber gar nichts gegen Farbe am Rad!

Bist du schon immer 4 Bar gefahren, oder hat der Luftdruck über die Jahre abgenommen?
Ne, 4 Bar ist für mich sogar relativ hart … Da ich versuche, viele Fahrstile zu kombinieren, fühlt es sich gut an, weder ganz harte, schnelle Reifen zu haben, noch den sehr weichen Streetfahrerluftdruck zu fahren. Je nachdem, was ich im Moment am meisten fahre, variiert mein Reifendruck zwischen 3,5 und 4,5 Bar.

Wann legst du endlich die Rampenvergangenheit ab und baust dir das vierte Peg ans Rad?
Es ist 2019 Leute. Es herrscht Freiheit, ihr dürft so viele oder wenige Pegs fahren wie ihr wollt! Jetzt gerade habe ich sogar nur zwei dran, aber das ist sehr abhängig davon, auf welchem Terrain ich fahre und wie meine Stimmung ist. In der Regel fahre ich drei Pegs, weil vier sind zu Street, zwei wären zu sehr Park und irgendwie versuche ich weder vier noch zwei zu fahren, weil der ganze Rest das ja schon tut. Gleichzeitig ist es mir aber auch total egal, ob ich mit zwei Pegs Street fahre oder mit drei Pegs Dirt oder Park.

Was ist dein Lieblingstag der Woche?
Ich würde sagen, im Sommer wohl der Mittwoch. Mittwochs bin ich meistens schon wieder seit einem Tag zu Hause vom letzten BMX-Trip. Außerdem arbeite ich mittwochs schon von mittags an im Skatepark, weil ich da dann, außerhalb der Ferien, BMX als Sportunterricht der angrenzenden Gesamtschule unterrichte. Und gleichzeitig habe ich dann meistens noch Zeit mit den Hunden vormittags Zeit zu verbringen und etwas was im Garten zu machen.

Falsch, die richtige Antwort lautet natürlich Sonntag.
Bei mir ist Mittwoch der Sonntag.

Ah, okay. Gekauft. Aber noch mal zurück zu der Sache mit dem Sportunterricht. Das ist ja krass! Wie kam das zustande und inwiefern bist du für so etwas qualifiziert?
Der Stadtsportbund Düsseldorf, bei dem ich angestellt bin, kooperiert mit der Gesamtschule auf der anderen Straßenseite für diverse Sportprojekte. Mein jetziger Chef hat mich letztes Jahr, als ich noch als Honorarkraft im Park gearbeitet habe, gefragt, ob ich eine Übungsleiter Ausbildung machen möchte. Die haben das dann für mich bezahlt und mit dieser Ausbildung ist es mir theoretisch möglich an deutschen Schulen Sportunterricht zu geben.

Nice! Wie viele Kids nehmen an dem Unterricht teil?
Die Klassen, die in den Skatepark kommen, bestehen meistens aus bis zu 30 Kindern. In der Regel kommen die aus der 7./8. Klasse. Ich habe 13 Räder im Skatepark, die ich an die rausgebe und der Rest fährt Skateboard mit dem Skatelehrer.

Wie nehmen die Kids den BMX-Unterricht an?
Alle möchten BMX fahren! Aber leider haben wir nicht genug Räder und Personal, um alle mit BMX-Unterricht zu versorgen. Ich verstehe mich super mit den Skatejungs bei uns und muss aber sagen, dass bei sämtlichen Workshops oder auch im Schulunterricht das Interesse an BMX dermaßen krass ist, dass ich leider häufig sagen muss, der Kurs ist schon voll.

Hast du irgendwelche Tipps für Leute, die auch gerne BMX als bei sich im Sportunterricht an der Schule hätten?
Bei uns ist das jetzt noch eine Art Pilotprojekt, aber langsam laufen immer mehr Schulprojekte mit Bezug auf den Skatepark an und es gibt schon grobe Ideen, auch so etwas wie AGs anzubieten. Die Verbindung ist im Prinzip eine beauftragte Person, welche Sportprojekte an der Schule organisiert und so wie ich auch beim Stadtsportbund arbeitet. Wenn ihr in eurer Stadt eine ähnliche Konstellation habt, dann wäre es bestimmt auch möglich, ähnliche Projekte durchzuführen.

Okay, alles klar. Hoffen wir mal, dass so etwas Schule macht. Har, har. Eine letzte Frage zu deinem neuen Hobel: Du hast dein Rad im Bikecheck als „schwer“ bezeichnet. Glaubst du, dass dein Wagen mehr wiegt als dein alter?
Ich achte bei meinem Rad darauf, zumindest keine Teile zu verbauen, die normalerweise dafür sorgen würden, ein Rad leichter zu machen. Ein leichtes Rad flattert mir zu sehr in der Luft und kommt mir irgendwie instabil vor. Also keine Faltreifen und mindestens zwei Stahlpegs mit Plastik Sleeves! Ich muss aber zugeben: Mein altes Rad hat sich manchmal durchaus auch etwas zu schwer angefühlt. Mein neuer Sunday/Odyssey-Setup ist etwas leichter und das fühlt sich gerade bei langen Sessions etwas angenehmer an.

„Ein leichtes Rad flattert mir zu sehr in der Luft und kommt mir irgendwie instabil vor.“

Kommen wir langsam zum Ende. Was steht demnächst bei dir an?
Also kommendes Wochenende fliege ich drei Tage nach Portugal und darauf die Woche darauf leite ich erstmal die Ferien-BMX-Workshops bei uns im Düsseldorfer Park. Dann ist noch ein Wochenende Bielefeld City Jam angesagt. Am letzten Augustwochenende bin ich dann voraussichtlich beim Pangea Festival zum BMX- Fahren und allem, was man da sonst so treibt. Anfang September geht es dann mit ein paar von den SIBMX-Teamfahrern auf einen Trip nach Griechenland und daaaaaann … Es war bisher schon ziemlich cool, den ganzen Sommer Programm zu haben. Auch, wenn es zwischendurch anstrengend ist! Gleich bin ich erstmal beim Dirtjam in Bremen.

Okay, dann bist du ja gut auf Achse. Möchtest du zum Schluss noch jemanden grüßen, oder dich bei jemanden bedanken?
Ich mache zurzeit nichts in meinem Leben, das nicht wenigstens ein bißchen was mit BMX zu tun hat. Dafür bin ich wirklich vielen Leuten sehr dankbar! Allen voran auf jeden Fall meinem Teammanager Bodo Hellwig von SIBMX der mich jetzt schon über so viele Jahre als Fahrer, aber auch im alltäglichen Leben unterstützt. Ohne Big Daddy Bodo wäre wirklich alles anders gelaufen! Vielen Dank auch ans Team vom Düsseldorfer Stadtsportbund. Mein Job im Skatepark Eller ist der komplette Wahnsinn! Danke an meine guten Freunde in der BMX-Szene, durch die mir BMX-Fahren noch immer so viel Spaß macht, wie am ersten Tag vor 17 Jahren. Danke Mama und Papa, die mir damals mein Rad klargemacht haben! Und Danke an die, die bis hierhin gelesen haben.

Adrian Warnken ist 27 Jahre alt, wohnt in Düsseldorf und fährt über SIBMX für Sunday Bikes und Odyssey BMX.​

Fotos: Dennis Pecchenino
Interview: Merlin Czarnulla
Intro: The Medialist​
Kamera: Dennis Pecchenino, Francis Delapena, Boyd Hilder
Schnitt: Adrian Warnken

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