Share

Top Stories

Bikecheck: Benjamin Petsch auf S&M Bikes

Mit dem heutigen Bikecheck bringt Benjamin Petsch etwas Abwechslung in unsere manchmal zugebenermaßen etwas eintönige Bikecheck-Rubrik, die größtenteils von bremsenlosen Streetmaschinen mit Plastikpegs und Freecoastern dominiert wird. Nicht gegen diese Art von BMX-Rädern, die sind perfekt dafür geeignet, um damit Curbs und Flatrails zu attackieren. Aber es ist nun einmal so, dass der AllRide– und 360shop.de-Teamfahrer aus Ingolstadt lieber mit wehendem Haupthaar aus Transitions aller Art anstatt Grindkanten anzuschleichen. Und dafür sind super steile Steuerkopfrohre und kurze Hinterbauten, wie man sie an den meisten Rahmen heutzutage findet, bekanntlich eher weniger gut geeignet. Mit S&M Bikes hat Benjamin nun vor Kurzem einen neuen Sponsor an Land gezogen, der mit der Credence-Produktpalette genau jene Art von Equipment im Programm hat, die perfekt auf seinen Fahrstil zugeschnitten ist. Wir haben uns das Schlachtschiff des 24-jährigen Vielfliegers einmal genauer angeguckt und neben einem Kettenblatt, das auch als Pizzateller durchgehen würde, auch noch ein paar andere Teile entdeckt, die in der heutigen Zeit nicht gerade alltäglich sind.

Rahmen: S&M Bikes Credence CCR in 21,25″
Gabel: S&M Bikes Widemouth Pitchfork mit 26 mm Vorlauf
Lenker: S&M Bikes Credence XL in 9,25″
Griffe: S&M Bikes Hoder
Lenkerenden: Mankind Alloy
Bremsanlage: Odyssey Monolever Trigger Bremshebel, Flybikes Linear Bremskabel, Kink Desist U-Brake
Vorbau: S&M Bikes Credence Turtleneck
Steuersatz: Mutiny
Sattel: Relic Choice
Sattelstütze: Salt
Kurbel: FIT Indent (19 mm/175 mm)
Tretlager: FIT
Pedale: Odyssey Grandstand Alu
Kettenblatt: Terrible One Logans Run (36 Zähne)
Übersetzung: 36/10
Kette: Odyssey Keychain Hollow
Reifen: S&M Bikes Mainline 2.4 vorne, S&M Trackmark 2.1 hinten
Laufräder: Profile Elite-Nabe mit Demolition Zero-Felge vorne und Profile High Flange SS Kassettennabe mit G-Sport Rollcage-Felge hinten
Hubguards: keine
Pegs: keine
Modifikationen: Gabelschaft gekürzt
Reifendruck: 7 Bar
Gewicht: keine Angabe
Körpergröße: 1,79 m

Benjamin Petschs Credence CCR von S&M Bikes in 21,25"

BIKECHECKINTERVIEW MIT BENJAMIN PETSCH:

Hey Benny, alles paletti? Was hast du den Sommer über so getrieben?
Bei mir ging dieses Jahr leider nicht so viel. Die meiste Zeit habe ich in Lohhof oder Wendelstein verbracht. Die einzige größere Sache war der 360Shop/Allride-Trip nach Ljubljana vor ein paar Wochen.

Warum ging in diesem Sommer bei dir nicht so viel?
Ich hatte einfach nicht die Zeit, um groß zu traveln. Was auch daran liegt, das ich seit Ende letzten Jahres einen Hund habe und der noch zu jung war, um ihn überall dabei zu haben. Ich habe jetzt aber zwei Wochen Urlaub und hoffe, dass ich in der Zeit etwas mehr rumkomme.

Du hast von Fitbikeco. zu S&M Bikes gewechselt. Wie kam das zustande?
Das war eher ein schleichender Wechsel. Angefangen hat alles mit dem Rahmen und dann wurden es immer mehr S&M-Teile an meinem Rad bis mich Thomas [Stellwag] und Alex [Kusch] von AllRide von Fit auf S&M versetzt haben.

Beschreibe in drei Worten, worauf dein Rad ausgelegt ist.
Bowls, Trails, Park.

Warum hast du dich für den Credence-Rahmen von S&M entschieden?
Ich fand das Gesamtpacket einfach extrem ansprechend, aber der ausschlaggebende Punkt war, glaube ich, der 74,25°-Steuerrohrwinkel und die geschweißten Bremsaufnahmen an den Kettenstreben.

Der Rahmen ist mit einer Oberrohrlänge von 21,25“ schon recht lang, aber du meintest neulich zu mir, dass dein nächster Rahmen noch länger werden soll. Drehst du langsam durch? Du bist doch gar nicht so groß.
Ja, der Rahmen ist schon recht groß, aber die Stabilität in der Luft ist nicht zu verachten. Falls der nächste Rahmen wieder der CCR wird, werde ich ziemlich sicher auf 21,5″ umsteigen. Ich finde, dass man die Oberrohrlänge immer deutlich weniger spürt als den Steuerrohrwinkel und die Länge vom Hinterbau, deswegen ist der Schritt auf 21,5″ eher was für den Kopf.

„Ich finde, dass man die Oberrohrlänge immer deutlich weniger spürt als den Steuerrohrwinkel und die Länge vom Hinterbau …“

Dafür, dass du einen so langen Rahmen fährst, ist dein Lenker gar nicht so hoch, oder?
Nein, ist er nicht. Ich fahre ja keine Spacer und einen Toploader, das macht den Lenker trotz den 9,25″ recht niedrig. Ich finde, man kann mit einem niedrigeren Lenker mehr anziehen. Turndowns fühlen sich so auch besser an.

Gibt es irgendwas bei deinen Rädern, wo du besonders pingelig bist?
Es sollte nichts klappern und der Reifendruck muss passen.

Warum hast du dir seit unserem letzten Bikecheck wieder eine Bremse angebaut?
Reichen Lawnmowers und Fufanus als Grund?

Hier ist einer der Gründe, warum Benjamin Petsch eine Bremse fährt

Klar! Gibt es einen besonderen Grund, warum du das Bremskabel nicht mit einem Kabelbinder am Rahmen befestigt hast?
Nein, das hat keinen besonderen Grund. Ich habe das eigentlich nur von Clint [Reynolds] kopiert, weil ich’s optisch ganz gut fand.

Schnurr statt Kabelbinder, Style muss schließlich sein

Du fährst mit 36/10 eine echt schwere Übersetzung. Warum tust du deinen Beinen das an?
Mittlerweile ist es sogar eine 41/11-Übersetzung, haha. So wahnsinnig hart ist das nicht, wenn man sich mal dran gewöhnt hat. Ich fahre nicht so oft im Flat an, also merke ich von dem Teller an meiner Kurbel nicht viel. Der Hauptgrund ist eher, dass ich große Kettenblätter einfach schöner finde.

Bei Benjamin ist immer Leg Day

Kann man insgesamt sagen, dass du bei deinen Rädern auf den Midschool-Look stehst?
Ja, das kann man schon so sagen. Die übertrieben schmalen Lenker und Baggypants dürfen aber gern in der Vergangenheit bleiben.

Hast du dir den Sattel extra aus Amerika bestellt? Relic-Produkte gibt es in Deutschland nicht, oder?
Nein, der kam nicht aus den Staaten, sondern aus England. In Deutschland gibt es leider noch niemanden, der Relic vertreibt, aber in England gibts einige Shops, bei denen man die Sachen bekommt, wenn man schnell genug ist.

Relic ist eine kleine Firma aus Austin (Texas), die von dem ehemaligen wethepeople-Fahrer Ashley Charles gegründet wurde

Was für Vorteile haben deiner Meinung nach Metallpedale gegenüber Plastikpedalen?
Grip in allen Lebenslagen und Nervenkitzel bei jedem Nofoot-Trick.

Wieso fährst du hinten und vorne unterschiedlich dicke Reifen?
Eigentlich nur, weil der Rahmen keinen Platz für einen super fetten Reifen hat.

Ist das nicht ein Bummer, das hinten kein größerer Reifen passt? Würdest du gerne einen größeren fahren?
Ich hatte bis vor kurzem noch einen 2,3er Fit FAF, der jedoch schon ziemlich durch war. Ich hatte dann einen 2,4er Speedball von S&M Bikes ausprobiert, der war aber zu groß – und so bin ich dann beim 2,1er Trackmark gelandet. Einen spürbaren Unterschied macht das aber nicht.

Wenn wir schon mal beim Thema sind:  Sind 7 Bar nicht selbst für einen Transitionfahrer ganz schön viel?
7 Bar sind für mich perfekt. Man verliert keinen Schwung und spürt Copings und Transitions gut. Ich glaube, das durch den hohen Reifendruck auch die Gefahr von Platten durch Hangups minimiert wird. Ich hatte auf jeden Fall lange keinen mehr davon.

Für welches Teil an deinem Rad würdest du sofort Geld ausgeben, wenn du es nicht geschenkt bekommen hättest?
Für jedes einzelne, weil der ganze Set-up der Hammer ist!

Meinst du, dass du jemals wieder Pegs fahren wirst?
Im Moment kann ich es mir nicht vorstellen, auch weil der Rahmen nur 10 mm starke Dropouts hat und mich an Pegs momentan nichts reizt.

Du fährst auch überhaupt nicht Street, oder?
Nein, überhaupt gar nicht. Ich fahre schon immer Rampen und hätte nie die Geduld, eine Line 50 mal zu probieren. Außerdem gibt es in Ingolstadt so gut wie keine Streetspots. Wir haben zwar auch keine richtig guten Skateparks, aber dafür eine halbwegs große Auswahl.

Kommen wir langsam zum Ende. Was steht in nächster Zeit bei dir an?
Entweder nach Hohenfichte oder nach Lohhof zum Contest und ich würde gerne noch ein paar Trails ansteuern, bevor der Winter kommt. Sonst habe ich noch nichts Festes geplant.

Alles klar. Möchtest du zum Schluss noch jemanden grüßen und/oder danken?
Danke an den 360 Shop und Allride für die Unterstützung und den Trip nach Ljubljana, Sebastian Gerlich fürs Fotos-Machen, Team Laško für die gute Zeit in Slowenien, die Wendelstein-Locals für all die äußerst unterhaltsamen Wochenenden und den fetten Skatepark.

Benjamin Petsch ist 24 Jahre alt, wohnt in Ingolstadt und fährt über Allride BMX Distribution für S&M Bikes sowie den 360 Grad Sportshop.

Fotos: Sebastian Gerlich/Team Laško
Interview: The Medialist

Geschäftsbedingungen

Gib bitte deine Email Adresse an, damit wir dich mit News, Updates und den neuesten Angeboten versorgen können. Falls du nicht mehr interessiert bist, kannst du dich jederzeit abmelden. Wir geben deine Daten nicht an Dritte weiter und werden dir nur Nachrichten schicken, die dich auch interessieren. Versprochen!

Read our full Privacy Policy as well as Terms & Conditions.

production