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BMX Freestyle Park bei den Olympischen Spielen – Segen oder Fluch?

Seit dem 9. Juni 2017 ist es amtlich: BMX Freestyle Park wurde vom Internationalen Olympischen Komitee in den Rang einer olympischen Disziplin erhoben (siehe HIER). Bereits im kommenden Jahr wird die Sportart bei den Jugendspielen in Buenos Aires (Argentinien) eingeführt und nur zwei Jahre später gehen dann jeweils neun Freestyle-Park-Fahrerinnen und neun Freestyle-Park-Fahrer bei den Spielen 2020 in Tokio (Japan) an den Start. Wir wollten wissen, wie die deutsche Szene über diese Entwicklung denkt und haben daher eine Rundmail mit der Frage “BMX Freestyle Park bei den Olympischen Spielen – Segen oder Fluch?” an über 150 Fahrer, Parkbetreiber, Firmen- und Shopbesitzer sowie Fotografen und Videomenschen verschickt. Hier sind ihre Antworten, die zeigen, dass das Thema in Deutschland – aber nicht nur dort – durchaus kontrovers diskutiert wird.

PS: Einige der Fragen, die in den folgenden Texten gestellt werden, hat Bart de Jong, der den Internationalen Radsportverband (UCI) in Sachen BMX Freestyle Park berät, vor ein paar Tagen in einem Videointerview beantwortet, das du am Ende dieses Posts findest. Wir sind am kommenden Wochenende außerdem mit Jens Werner beim Munich Mash zu einem Gespräch verabredet. Jens ist der BMX-Freestylebeauftragte beim Bund Deutscher Radfahrer (BDR), also jenem Verband, der sich um die Belange der deutschen Fahrer kümmern wird. Es dürfte interessant sein, was er zu den Themen zu sagen hat, die speziell die Szene hierzulande betreffen.

TIMM WIEGMANN:

Superspitze! BMX bei Olympia! Wow. Endlich bekommen unser Sport (Freestyle und nicht Race) und die Leistungen der Athleten die Anerkennung der breiten Masse, die sie verdienen. Das muss gefeiert werden!

Superspitze?

Skeptisch! Moment mal. Was rede ich denn da? “Sport”, „Athleten“ und „Anerkennung der breiten Masse“? Ist das überhaupt BMX, wie ich es kenne und liebe? Und so richtig feiern können wir das ja auch gar nicht mehr mit Dopingkontrollen und Trainingseinheiten. Und wer entscheidet denn jetzt darüber, wann die Trainingseinheiten sind? Wird es feste Trainingszeiten im Trainingsstützpunkt unseres Kaders geben? Feste Punktzahlen für die unterschiedlichen Trickfiguren? Wer legt die fest? Muss man sich bei der Gestaltung seiner Kür auch im vornherein festlegen, wie bei Eiskunstlauf? 

Ui.

Ich denke, wir können uns darauf verlassen, dass weiterhin die richtigen Köpfe mitmischen, wenn es darum geht, dass alles festzulegen und in den koordinativen Kontakt mit dem olympischen Komitee zu treten.

Skeptisch?

Spannend!

Das, was da in den nächsten drei Jahren passiert, wird mit Sicherheit nicht jedermann gefallen. Und wahrscheinlich hat es nicht nur Vorteile. Aber vermutlich hat es nicht nur Nachteile. Und bis all unsere Vorstellungen, Befürchtungen, Hoffnungen und Fragezeichen geklärt sind, bleibt es ganz bestimmt: Spannend!” Timm Wiegmann/seit mehr als 10 Jahren Teamfahrer bei SIBMX und Parano Garage

XMX:

#bmxerinspandex

Meine Interessen, was Fahrräder angeht, haben sich in den letzten Jahren leicht verschoben. Ich kann zwar (wahrscheinlich) keinen Bunnyhop mehr drei Stufen hoch, aber dafür vielleicht ein bisschen besser abschätzen, was da auf BMX unter dem Oberbegriff „BMX Freestyle“ zukommt.
Zuallererst wundert es mich schwer, dass so ein altbackenes Konzept plötzlich wieder hervorgezaubert wird. Contests haben seit Jahren mit sinkenden Besucher_innenzahlen zu kämpfen und BMX-Weltmeisterschaften sind über Jahre hinweg nicht ausgetragen worden, ohne dass sie jemand vermisst hätte. Was ist an Olympia also anders?
Es mag natürlich Vorteile bieten, BMX als olympisch vertretene Leistungssportart und nicht als Zeitvertreib Gras rauchender Fußgängerzonenschrecks präsentieren zu können. Ich gönne dem Mellowpark jeden Cent Förderung, der deswegen vielleicht mehr fließt, und ich freue mich über jedes BMX-Rad, das deswegen bei Alliance und Parano mehr über die Theke gehen könnte. Nichtsdestotrotz bin ich mir nicht sicher, ob solche eventuellen Vorteile die realen Nachteile überwiegen. Olympia ist im Jahre 2020 eine extrem kommerzialisierte und bis ins winzigste Detail durchchoreographierte Riesenveranstaltung. Spontanität, Kreativität und das Feiern glimpflich ausgegangener sinnlos gefährlicher Aktionen (also genau die Dinge, die BMX-Contests spannend machen) können da per Definition keine Rolle spielen. Und sobald der Bund Deutscher Radfahrer und die Union Cycliste International involviert sind, ist sowieso alles vorbei, ziemlich unabhängig davon, wer da aus der BMX-Szene involviert ist. Es handelt sich immerhin um Verbände, die sogar von Rennradfahrer_innen für ihre ineffektive Regelwut und verkrusteten Strukturen kritisiert werden.

“Es mag natürlich Vorteile bieten, BMX als olympisch vertretene Leistungssportart und nicht als Zeitvertreib Gras rauchender Fußgängerzonenschrecks präsentieren zu können.”

Selbst wenn das Regelwerk in Sachen BMX nur halb so bescheuert ausfallen sollte wie für andere Radsportarten (die Hoffnung sagt ja, die Erfahrung sagt nein), ist eher unklar, was das alles überhaupt bringen wird. Mehr Sichtbarkeit für BMX? Wenn ich das richtig überblicke, werden sowieso im Moment an jeder Ecke neue Parks gebaut. Mehr Nachwuchs? Ja, das wäre nett, aber will man wirklich mehr Nachwuchs, der mit BMX anfängt, um irgendwann mal eine Goldmedaille zu holen? Mehr Geld? Vom großen BMX-Race-Boom nach Peking 2008 habe ich jedenfalls nicht viel gespürt, insofern sollten wir vielleicht eher kleinere Brötchen backen und nicht fest davon ausgehen, dass BMX um 2020 herum wieder durch die Decke gehen wird. Und selbst wenn: Wer kriegt die Kohle? Ich gönne es Daniel Dhers aus ganzem Herzen, dass er vielleicht noch mal einen fetten Sponsordeal mit einer Kaugummifirma abschließen kann. Trotzdem würde ich mir statt live übertragener Riesencontests, flipwhippender Clowns und regelwütiger Radsportverbände andere Aushängeschilder für BMX wünschen. Die findet man nicht 2020 in Tokio, sondern schon heute am Schlachthof, am Jugendzentrum in Mölln und am Landschaftsverband Rheinland.” – xmx/ehemaliger Chefredakteur des freedombmx Magazins

TIM GÜNTNER:

Tim Güntner mit einer Judorolle am Polendenkmal in Berlin; Foto: Tim Korbmacher

“Um ehrlich zu sein, finde ich es ziemlich gut, dass neben BMX-Race nun auch BMX-Freestyle olympisch wird und sage daher klar: Segen! Ich glaube, das liegt bei mir unter anderem daran, dass ich mit Judo aufgewachsen bin und in diesem Sport sehr aktiv war. Damals habe ich mich immer wieder auf die Wettkämpfe während der Olympischen Spiele gefreut und verfolge das Wettkampfgeschehen bis heute noch sehr gerne. Dass nun auch ein weiterer bedeutender Bestandteil meines Lebens olympisch wird, finde ich persönlich super. Vor allem, weil es sich beim Judo als auch bei BMX um Sportarten handelt, die keiner so wirklich auf dem Schirm hat. Nun kann natürlich jeder für sich entscheiden, ob man BMX als Sportart sehen darf oder nicht. Da es aber sowas wie Contest gibt, die dazu da sind, sich zu messen, definiere ich BMX für mich persönlich als Sportart. 

“Ich erhoffe mir insgeheim, dass sich Tokio 2020 so positiv auf die BMX-Szene auswirkt, wie es 2008 der Olympiasieg von Ole Bischof für Judo war, sprich: dadurch Nachwuchs generiert wird, der BMX wieder aufleben lässt.”

Ich erhoffe mir insgeheim, dass sich Tokio 2020 so positiv auf die BMX-Szene auswirkt, wie es 2008 der Olympiasieg von Ole Bischof für Judo war, sprich: dadurch Nachwuchs generiert wird, der BMX wieder aufleben lässt. Vielleicht wird der Mellowpark durch das Projekt M dann auf einmal noch ein Olympiastützpunkt, was ich persönlich ziemlich feiern würde.” – Tim Güntner

BODO HELLWIG:

1995

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“Ich kann noch nicht sagen, ob ich diese Entwicklung wirklich toll finden soll, denn ich habe etwas Angst, dass unserer Szene etwas die Freiheit verloren geht! Aus Olympia und UCI resultiert ja die Tatsache, das sich hierzulande jetzt auch der BDR um Freestyle kümmern wird und es einige offizielle BDR-Veranstaltungen geben wird. Ein Weg wären spezielle Quali-Läufe und zusätzliche Veranstaltungen, der andere Weg, der BDR sucht sich Veranstaltungen aus und versucht sich da einzuklinken. Keine Ahnung was da geplant ist. Aus meiner aktiven Zeit kann ich nur sagen, ich bin in den 80er Jahren BMX-Rennen gefahren, da brauchte man auch eine Lizenz. Diese Lizenz hat man nur über eingetragene Vereine bekommen und diese Vereine brauchten auch den Jahresbeitrag, weil Gebühren an den BDR gezahlt werden mussten. Veranstaltungen konnte man auch nicht so einfach machen, da auch für offizielle Rennen eine Gebühr fällig wurde. Bei den Rennen lief dann ein „Oberschiedsrichter“ rum und passte auf, dass wirklich alles nach Vorschrift verlief, zum Beispiel ob die Strecke einen vernünftigen Zaun hatte. Oder es wurde einem vorgeschrieben, was man für Klamotten zu tragen hat usw. In den 90ern bin ich dann in die Freestyleszene gerutscht und es war ein tolles Gefühl “Wettkämpfe” zu fahren! Gerade im Dirtbereich war es meistens so, dass es nur eine Klasse gab und egal wie gut man war, man gehörte dazu und durfte mitfahren. Ich befürchte, dass es jetzt einige Fahrer geben wird, die gepusht werden und als “Aushängeschilder” unseren “Sport” präsentieren sollen, aber ist das wirklich das, was wir lieben und was BMX-Freestyle auszeichnet?” – Bodo Hellwig/SIBMX

“Ich befürchte, dass es jetzt einige Fahrer geben wird, die gepusht werden und als “Aushängeschilder” unseren “Sport” präsentieren sollen, aber ist das wirklich das, was wir lieben und was BMX-Freestyle auszeichnet?”

DANIEL FUHRMANN:

Shopping! 🐳 @kunstformbmxshop #bmx #bmxflat 📸 by @oliverfroemter97 🙌🏾

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“Ich sehe es positiv, das BMX Freestyle Park jetzt olympisch ist und bin gespannt, welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben werden. Ich finde auch gut, dass der UCI zusammen mit fähigen Leuten aus der BMX Szene wie beispielsweise Bart De Jong versucht, dieses Thema möglichst BMX authentisch anzugehen.” – Daniel Fuhrmann/kunstform BMX Shop

CHRISTIAN ZIEGLER:

Zieschla gleichzeitig auf den Spuren von Taj und Edwin; Foto: Pascal Kube

“Es ist mir, ehrlich gesagt, ziemlich egal, ob BMX Park olympisch wird oder nicht. Mein eigenes BMX-Leben wird es wahrscheinlich nicht weiter beeinflussen. Für den ein oder anderen Fahrer kann es eine Chance darstellen, sofern er sportliche Erfolge für wichtig erachtet. Solche Fahrer können durch entsprechende Programme bestimmt besser gefördert werden und auch dem Mellowpark könnte Olympia noch mehr Türen öffnen. Da ich aber gut zehn Jahre meines Lebens als BMX-Racer mit dem BDR verbracht habe, kann ich mir vorstellen, dass das alles nicht ganz so einfach wird.

“Für mich persönlich geht diese Entwicklung in eine gänzlich andere Richtung als ich für spannend halte.”

Für mich persönlich geht diese Entwicklung in eine gänzlich andere Richtung als ich für spannend halte. BMX war für mich, nachdem ich Race an den Nagel hängte, für viele Jahre meine Rebellion, wurde dann zu meinem Ventil und ist heute meine Freiheit. All das wird Olympia nicht bieten können. Aber wie eingangs erwähnt, ist mir das eher egal, denn ich kann meine kleine BMX-Welt behalten, wie ich sie mag.” – Christian Ziegler/Alliance BMX

MIGUEL SMAJLJI:

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“Das, was die Leute in und rund um BMX leisten, besonders die Fahrer, ist objektiv betrachtet eine mentale und physische Meisterleistung,. Dass BMX Freestyle Park jetzt olympisch ist, wird den Leuten helfen, zu begreifen, dass BMX-Fahrer im Gegensatz zu z. B. Fußballspielern (no hate) die echten “Sportler” sind. Don’t get it twisted, ich persönlich sehe mich selbst nicht wirklich als Sportler, sondern als Typ, der Spaß auf seinem Fahrrad hat. Aber so ein Logan Martin bezeichnet sich bestimmt als Sportler und im Endeffekt sind wir das ja auch irgendwie.

“Natürlich nimmt die ganze Medienpräsenz etwas realness aus dem Sport, aber so ist es nunmal.”

Natürlich nimmt die ganze Medienpräsenz etwas realness aus dem Sport, aber so ist es nunmal, das lässt sich jetzt nur schwer ändern. Dieser leichte Verlust bietet uns allen jedoch viel mehr Möglichkeiten neue Skateparks bauen zu lassen, größere Events zu organisieren etc. etc. Zusammengefasst finde ich es also kein schlechtes Ding dass BMX Freestyle Park olympisch wird, sondern freue mich eher was die Zukunft bringt und dass die Fahrer nun behandelt werden, wie sie es eigentlich verdient haben.” – Miguel Smajlji/Swaglord

FERNANDO LACZKO:

“Ich bin Streetfahrer und wie jeder weiß, hat Street verdammt wenig mit den Olympischen Spielen zu tun. Ich nehme an, dass es für die Rampenfahrer und BMX an sich ein gutes Ding ist, bei Olympia dabei zu sein, um ein größeres Publikum zu erreichen und dadurch an Kohle zu kommen. Aber wie gesagt, als Streetfahrer ist BMX für mich eher etwas Verbotenes, etwas Illegales, was viele Leute nicht gerne sehen. Somit ist es nicht mein persönlicher Wunsch, ins Fernsehen zu kommen, sondern in Ruhe meine Rails grinden zu können. Ich persönlich möchte BMX nicht als eine der vielen Sportarten sehen, sondern weiterhin als Lifestyle.” – Fernando Laczko/Street Dawg

“Als Streetfahrer ist BMX für mich eher etwas Verbotenes, etwas Illegales, was viele Leute nicht gerne sehen.”

MAX GAERTIG:

Finally learnt 360 euro last month. With vintage @animalbikes cap. thanks for the great pic @hun1402

Ein Beitrag geteilt von Maximilian Gaertig (@maxgaertigbmx) am

“Bei den olympischen Spielen geht es ab sofort also um BMX (Skatepark). Sofern drei – für mich – wichtige Kriterien zum Gegenstand werden, sehe ich diese Entwicklung als positiv.

1. Die Fahrer sollten finanziell von der Teilnahme profitieren.
2. Der BMX-Sport selbst sollte als „Kunst“ neue Perspektiven aufzeigen.
3. BMXern mit viel Erfahrung und tiefgründiger Kenntnis der Szene sollte ein gewichtiges Mitspracherecht eingeräumt werden. 

Der erste Punkt sollte relativ leicht abzuhaken sein, denn die Fahrer werden sicherlich vom Preisgeld und der Aufmerksamkeit etwaiger Sponsoren profitieren. BMX als „Kunst“ wird auch gefördert, da mehr Wettbewerb und mehr Events zu mehr Fahrern, mehr Aufmerksamkeit für BMX und somit zu einer weitläufigeren Entfaltung führen. Das dritte Kriterium stellt sich als komplexer dar. Hier ist es erforderlich, die verantwortlichen Personen so neutral wie möglich zu benennen. Bestenfalls sind es die Leute, die neben ihrer tiefen Integration in die Szene die purste Motivation und Liebe zum BMX-Sport unter Beweis gestellt haben und gleichzeitig keine ökonomischen Interessen im BMX vertreten (keine Personen, die für BMX-Brands/Sponsoren arbeiten etc.). Die Jury trägt eine große Verantwortung, denn mit ihr steht und fällt der Eindruck, den BMX bei den olympischen Spielen hinterlässt. Sie hat maßgeblichen Einfluss auf die Reaktion innerhalb der bereits bestehenden BMX-Szene sowie die Reaktion auf diese von Außen.
Es wird natürlich nicht möglich sein, es allen recht zu machen. Gleichwohl sollte bei den olympischen Spielen insbesondere auf die Perspektive des BMX-Sports großen Wert gelegt werden. Entwicklungen, wie bei den X-Games, wo zeitweise nicht mehr Street oder Dirt gefahren wurde (von Flatland mal zu schweigen), sollte unbedingt vorgebeugt werden.
An dieser Stelle kommt für mich gleichzeitig die Frage auf:

Warum sind Street/Dirt/Vert/Flatland bei Olympia nicht dabei?

Das zukünftige Ziel sollte es meines Erachtens sein, auch diese Arten des BMX bei den olympischen Spielen einzubeziehen, oder zumindest gründlich zu hinterfragen, warum diese Arten ausgeschlossen werden sollen.
Die Olympischen Spiele sind nicht eine Veranstaltung wie die X Games, wo es ausschließlich auf Einschaltquoten und Energydrink-Verkaufssteigerung ankommt (zumindest hoffentlich), sondern vor allem ein Versuch, die Fähigkeiten extrem talentierter Sportler miteinander zu vergleichen. Das ist eine Sichtweise, die es gegebenenfalls ermöglicht, verschiedene neue BMX-Disziplinen/-Projekte auszuprobieren (siehe X Games „Real BMX“), oder mindestens auch mal Clint Reynolds anstelle von Ben Wallace (oder Demarcus Paul anstelle von Chad Kerley, oder oder oder..) einzuladen. Fände ich zum Beispiel sehr cool. Aber das schweift auch schon ein bisschen vom Thema ab.
In jedem Falle sollte die Jury, die letztendlich die Medaillen vergibt, ebenso sorgfältig ausgewählt werden, um eine bestmögliche Repräsentation unseres geliebten Sportes zu ermöglichen.
Schlussendlich sehe ich diesen Schritt als Chance, welche genutzt werden sollte, allen, die mit BMX etwas zu tun haben zu mehr Spaß und Unterhaltung sowie BMX selbst in mehreren Hinsichten zu einer positiven Entwicklung zu verhelfen.
Der Vergleich mit den X Games ist übrigens nicht unwichtig, denn ein gewisser Edwin DeLaRosa hat sich, als er jung war, einst ein BMX gekauft, weil er X-Games im Fernsehen sah und cool fand. Daraus ableitend kann man hoffen, dass sich im besten Falle vielleicht das eine oder andere zukünftige BMX-Talent aufgrund der medienwirksamen Olympia auch so verhalten wird. Ich jedenfalls werde aufgrund der Teilnahme von BMX das erste Mal seit circa 20 Jahren wieder die Olympischen Spiele verfolgen.” – Max Gaertig/Pro für wethepeople und Animal

LEON BINCKEBANCK:

Throwback with @michaelfoersterphotography @mellowpark_berlin #letsride #bmx #bikelife #superwhip #boosting #berlin #shoutouts @michaelfoersterphotography @rockstargermany @reelljeans @lowmantic_performance

Ein Beitrag geteilt von Leon Binckebanck (@binckebanck) am

“Also, ich gehe davon aus, das diese Entwicklung den BMX-Sport auf ein neues Level bringt. Allerdings wird dadurch der Sport auch in zwei Gruppen geteilt. Gruppe A: Sportler, die an Regeln gebunden sind, auch im privaten Lebensbereich. Gruppe B: Leute, die echt gut fahren können, die aber kein Bock haben, sich einen Teil vom diesem Freestyleleben zu nehmen. Klar wird es den SPORT in der Gesellschaft fördern und gut tun, aber ein großer und wichtiger Teil des BMX-Sports (Freedom, Party und Co) gehen verloren.” – Leon Binckebanck/deutscher Profahrer

MARTIN KRÜGER:

Junge das sind Statements! #strom 📸 @alex_shmd

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“Also ich finde es einerseits gut, dass BMX mal ins Rampenlicht gerückt wird. Je mehr Leute in Kontakt mit BMX kommen, desto besser. Und wenn dann auch noch große Sponsoren aufmerksam werden, die Geld in den Sport investieren – perfekt! Allerdings kommt dann natürlich der Punkt an dem Leute BMX nur noch als reinen Sport sehen, bei dem man gewinnen muss und das ist der Punkt, wo wortwörtlich der Spaß aufhört. Vielleicht pusht genau das BMX aufs nächste Level (neue Fahrer, neue Tricks), vielleicht guckt sich das auch kein Schwein außer uns Idioten an und es wird eine einmalige Sache. So oder so: Wie geil ist es bitte, das wir bald tippico auf BMX wetten können.” – Martin Krüger/JUZE Mölln

“Wie geil ist es bitte, das wir bald tippico auf BMX wetten können.”

ANDY MÜLLER:

“Ich persönlich finde es ziemlich gut, dass BMX jetzt eine olympische Diziplin ist. Meiner Meinung nach hilft es dem Sport weiter und es zeigt Leuten, die sich nicht auskennen, dass BMX für manche eben nicht nur ein bisschen rumcruisen ist. Auch ist es ein guter Grund um BMX-Parks, wie zum Beispiel den Superpark im Mellowpark zu bauen, da Politiker vielleicht eher verstehen, dass so ein Park dann eine Trainingsmöglichkeit bietet. Natürlich ist der Großteil der BMX-Szene wahrscheinlich eher an entspannten Sessions interessiert und daran wird Olympia zum Glück auch nichts ändern, da ja jeder für sich entscheiden kann, was er machen möchte. Trotzdem glaube ich, dass es dem Sport und jedem BMXer helfen könnte, dass Park jetzt olympisch ist.” – Andy Müller/Teamfahrer von Cube Energy und Fotograf

DIRK DILLMANN:

“Was bringt Olympia? Bereits im Vorfeld hat die Thematik unter unseren Partnern Unruhe verursacht.

Um wen geht es bei der olympischen Bewegung eigentlich? Geht es nur um die Weltspitze? Wenn ja, wo kommt die Weltspitze her und wie wird zukünftig der Nachwuchs gefördert? Wer entwickelt Nachwuchskonzepte? Muss eine Jugendliche oder ein Jugendlicher nun zwingend eine Lizenz erwerben? Sofort, obwohl sie (er) die letzten 13 Jahre ohne Lizenz gefahren ist? Kann man nicht erst einmal mit einer Übergangsphase starten? Müssen Jugendhilfeträger als Parkbetreiber nun gezwungen werden auch Sportverein zu werden, um gegebenenfalls gefördert zu werden und an ihre Locals Lizenzen ausstellen zu können? Wer hat sich jahrelang für BMX stark gemacht und wer will hier jetzt eigentlich was von wem?

Leistungszentrum, Nationalmannschaft und Bundestrainer hören sich im Kontext zu BMX total fremd an. Könnte man sich hier nicht auch mit anderen Begrifflichkeiten nähern? Sollte es jetzt Wettkämpfe geben über die man sich qualifizieren muss, dann sollten die so organisiert sein, dass trotzdem jede und jeder daran teilnehmen kann. Wenn man Vertreter der BMX-Community einbindet, dann sollten alle Prozesse unabhängig und transparent dargestellt werden. Schön wäre es, wenn mal jemand erklären würde, welchen Nutzen alle Beteiligten jetzt daraus ziehen könnten.

16 Jahre Schlachthof Flensburg. Wir wissen wer den Park finanziert hat. Wir wissen wer das jährliche Pfingstevent Butcher Jam finanziert. Wie werden zukünftig die gefördert, die sich seit Jahren für BMX stark machen. Sollten nicht die bestehenden Spots gestärkt werden bevor man neue Parks baut? BMX sollte von dieser Entwicklung bundesweit profitieren!

Die Szene, die Parkbetreiber und gegebenenfalls auch die Industrie sollten wissen, welches Pfund sie in der Hand haben und dementsprechend selbstbewusst und gemeinsam für BMX das Beste heraus holen.” – Dirk Dillmann/Sportpiraten Flensburg e.V., BMX- und Skatepark Schlachthof

“Die Szene, die Parkbetreiber und gegebenenfalls auch die Industrie sollten wissen, welches Pfund sie in der Hand haben und dementsprechend selbstbewusst und gemeinsam für BMX das Beste heraus holen.”

AXEL REICHERTZ:

“Ich bekomme diese Diskussion sehr detailliert mit, da ich schon öfter bei den Verbandssitzungen der Skater dabei war. Auch bei den Skatern – und bei denen wurde Kultur bis heute immer Großgeschrieben –  teilt sich das Lager in pro und contra auf. Persönlich denke ich, ist es völlig egal, ob ich für Olympia oder dagegen bin. Kann sein, das Skateboarding und in unserem Fall auch BMX eine andere Breitenwirkung bekommt, ABER Achtung!!! Genau von dieser breiten Masse hatten wir uns absichtlich immer abgekapselt. Mit “wir” meine ich die erste und zweite BMX-Generation. Was nach der Jahrtausendwende und im Internetzeitalter daraus geworden ist … Ich habe Freestyle immer als Gegenentwurf, ja fast schon als Freizeitrevolution verstanden. Als deutliches Pro sehe ich, dass einige Fahrer Olympia natürlich als berufliche Chance sehen … Ich schließe mich Tony Hawk an. In einem seiner Bücher schrieb er vor langer Zeit: Olympia braucht uns mehr als wir Olympia!” – Axel Reichertz/Projekt X Skatehalle Trier

“Olympia braucht uns mehr als wir Olympia!”

JPB:

👨👌. || #schnauzer #schnorres

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“BMX Freestyle Park bei den Olympischen Spielen – Segen oder Fluch? Tja, das ist eine gute Frage! Die ist nicht mit einem kurzen Statement zu beantworten, da bin ich mir sicher. Es wird die einen geben, die sich denken werden „f-ck that“ und die anderen, die mega hyped sein werden, im deutschen Fernseher BMX verfolgen zu können. Für mich steht eins fest, man sollte nicht im Vornherein schon alles madig reden, man soll erst mal offen damit umgehen.

“Man sollte nicht im Vornherein schon alles madig reden, man soll erst mal offen damit umgehen.”

Bekanntlich geht es der BMX-Industrie (besonders auch in Deutschland) schlecht: Magazine sterben aus, Skateparks werden nicht erneuert oder gar nicht erst gebaut etc. Um es positiver auszudrücken: Es geht uns nicht ganz so gut wie den Skatern, wo es die Street League und mächtig Geld gibt. Klar kann man jetzt sagen: Ist ja nur Park dabei. Aber hey, wenigstens ist BMX vertreten! An dem Punkt muss man weiter denken. Hinter Olympia steht zwar ein altes System und genau aus dem Grund zeigt das Komitee auch BMX und Skateboarding in Zukunft, um sich “aufzufrischen”. Letztlich bedeutet das aber auch, dass es Verbände geben muss, die die Aufgabe haben, die Sportler/Szene zu fördern, was wiederum bedeutet, dass es neue Skateparks und (ja ich nehme das Wort in dem Mund) “Trainingszentren” geben muss – davon profitiert dann jeder von uns! Es ist auch nicht vorstellbar, dass es einen Bundestrainer für BMX geben wird. Was soll der tun? Felix Prangenberg und Bruno Hoffmann erklären, wie sie krasser Fahrrad fahren? Haha! Es bleibt also spannend und abzuwarten, wie die Verantwortlichen in Deutschland jetzt ein System auf die Beine stellen, um eine faire Qualifikation zu ermöglichen und das Konzept „Olympia“ zu einen Erfolg zu führen. Ach ja, worauf ich mich am meisten freuen, sind die Dopingkontrollen – aber auch da munkelt man ja schon von „Ausnahmen“ für die Actionsportszene. Lasst die Spiele beginnen!” – Jan Philipp Becker/The Fella BMX

SVEN HANSEN:

“Dass BMX-Freestyle nun Olympische Disziplin ist, wird auch in Oldenburg kontrovers diskutiert. Zunächst ist auffällig, dass die Anerkennung als Olympische Disziplin im Vergleich zu Skateboard recht plötzlich geschehen ist. Beim Skateboarding gab es lange öffentliche Diskussionen bis zur Aufstellung und anschließenden Wahl. Dies scheint beim BMX anders gewesen zu sein. Das könnte uner anderem damit zusammenhängen, dass wir uns mit unserem Verein Backyard e. V. bisher nicht dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) angegliedert haben, da dieser nach unserem Kenntnisstand bisher nur für die BMX-Racer zuständig war und uns daher entsprechende Informationen gefehlt haben. Oder der Weg war einfacher, da die Racer bereits seit 2008 „den Fuß in der Tür“ hatten und daher nur eine Unterkategorie aufgemacht werden musste? Natürlich gab es hier und da das eine oder andere Gerücht, dass jetzt auch die Freestyler bei Olympia mitmischen dürfen und dann war es plötzlich soweit.

Die Möglichkeiten: Fördergelder für neue Parks und Hallen – so ist zumindest die Hoffnung.

Wie ist nun die Stimmung in Oldenburg? Es gibt sowohl positive als auch negative Meinungen. Die Befürchtungen sind in etwa die gleichen, mit denen wir schon als Verein zu kämpfen haben – nur in verstärkter Form. Viele haben Angst, dass die Individualität verloren geht und sie ungewollt in bestimmte Strukturen „gepresst“ werden. Auf Vereinsebene ist das noch nicht ganz so dramatisch. Die Organisation von BMXern in Vereinen ist eine gute Möglichkeit, um gerade Leuten, die sich nicht in der Szene bewegen, wie zum Beispiel öffentlichen Einrichtungen, begreiflich zu machen, wie viele wir eigentlich sind. Allein in Oldenburg haben wir über 200 Mitglieder im Bereich BMX. Und es gibt noch jede Menge, die nicht einem Verein angeschlossen sind. Aber eben durch den Zusammenschluss im Verein haben wir es nach jahrelangen Bemühungen endlich geschafft, eine neue Skatehalle auf den Weg zu bringen, mit der wir voraussichtlich Ende des Jahres starten werden. Kommt jetzt Olympia ins Spiel, muss der „ganze Zirkus“ organisationsbedingt auch eine Ebene höher in Verbänden organisiert werden. Hier ergeben sich Gefahren, aber auch Möglichkeiten. Die Möglichkeiten: Fördergelder für neue Parks und Hallen – so ist zumindest die Hoffnung. Durchaus kritisch kann die Vereinheitlichung bei den olympischen Wettbewerben betrachtet werden. Irgendwie muss ja ermittelt werden, wer zu Olympia fährt und welche Kriterien erfüllt werden müssen, um die ersehnte Medaille zu bekommen. Hier könnte die Individualität auf der Strecke bleiben. Aber Contests hat es auch schon immer gegeben. Dort werden die Fahrer auch bewertet und ein Sieger gekürt. Ich bin gespannt, wie die Kriterien für die sportliche Bewertung und die Anforderungen an den Park formuliert werden. Ich weiß nicht genau, welche Personen diese Bedingungen aushandeln. Ich hoffe aber, dass dies Leute machen, die selbst schon einmal auf einem BMX gesessen haben und wissen, wovon sie reden. Solange wir am Ende nicht beim Kunsturnen landen und es Abzüge gibt, weil der kleine Zeh nicht gestreckt war oder aber überall auf der Welt exakt die gleichen Parks entstehen, bin ich da recht entspannt. Ich betrachte Olympia als weitere Facette des BMX beziehungsweise als Erweiterung der Contestszene. Wer die sportliche Herausforderung liebt und sich gerne mit anderen messen möchte, kann gerne bei den Olympischen Spielen mitmachen. Dadurch wird alles andere sicherlich nicht aussterben. Jeder kann trotzdem an den diversen Spots mit seinen Homies eine entspannte Session fahren. Auch Dirt, Street und Flatland wird wegen Olympia nicht aussterben. Es wird auch sicherlich weiterhin DIY-Spots geben. Soll es auch! Das alles gehört zu BMX dazu. Wir als Vereinsvertreter, die hauptsächlich Betreiber einer Skatehalle sind, sind ja auch nicht gegen Street & Co – im Gegenteil. Also, egal ob pro oder contra Olympia: aufhören zu meckern, Smartphone wegpacken und die Vielfalt von BMX leben!” – Sven Hansen (geb. Römer)/Vorstandsmitglied Backyard e.V. Oldenburg

SERGEJ GEIER:


“Das Alles wird mit Sicherheit etwas Positives wie auch Negatives haben, aber grundsätzlich finde ich die Entscheidung, dass BMX olympisch wird gut – nur schade, dass sie ein paar Jahre zu spät kommt. Ich denke, es pusht Fahrer, die Contest fahren und diesen Sport professionell ausüben, und ich denke, es könnte auch BMX an sich fördern. Vielleicht entstehen dadurch mehr Skateparks, mehr Events und vielleicht auch mehr Trainingsmöglichkeiten in Deutschland. Vielleicht wird sogar die BMX-Industrie dadurch in Deutschland angekurbelt und vielleicht wird auch der ein oder andere Scooterfahrer endlich auf ein BMX-Rad umsteigen. Lizenzen und Regeln sind nicht jeder Manns Sache, aber die braucht ja auch nicht jeder, Die Fahrer, die sich im Wettkampf messen wollen, die werden sich schon darum kümmern, und die Leute, die einfach zu einem coolen Event fahren, weil die Aftershowparty legendär ist, werden dies auch in Zukunft tun.

Die Leute, die einfach zu einem coolen Event fahren, weil die Aftershowparty legendär ist, werden dies auch in Zukunft tun.

Im Großen und Ganzen bin ich gespannt, wie es mit BMX in Deutschland weitergehen wird und ich werde diese Endwicklung weiter mitverfolgen. Und wer weiß, vielleicht komme ich irgendwann nach Hause, mache den Fernseher an und gucke dem Typen, mit dem ich mal auf einer Aftershowparty das ein oder andere Bier getrunken habe, beim Contestfahren auf Eurosport zu.” – Sergej Geier/BMX-Legende

SEBASTIAN NITSCHE:


“Von einem Segen möchte ich noch nicht direkt sprechen, allerdings finde ich die Entscheidung, BMX-Park bei Olympia aufzunehmen, nachvollziehbar und sehe darin auch viele Vorteile.
Für mich ist BMX-Park (bis auf wenige Ausnahmen) Turnen, eine Art Leichtathletik auf dem Fahrrad. Anders wie bei zum Beispiel BMX-Street finde ich den individuellen Style nicht unbedingt ausschlaggebend. Zudem ist es für mich, ebenso wie BMX-Race, die athletischste Form in unserem Sport. Daher finde ich es super, Fahrern die Möglichkeit zu geben, ihr Können auf so hoher Plattform zu beweisen.

Für mich ist BMX-Park (bis auf wenige Ausnahmen) Turnen, eine Art Leichtathletik auf dem Fahrrad.

Da die Kreativität der Tricks und die Nutzung der Rampen bei der Wertung nicht primär zur Geltung kommen, müsste ein standardisiertes Wertungsverfahren aufgebaut werden.
Natürlich ist das ganze auch eine riesen Chance für unseren geliebten Sport. Durch eine stärkere Präsenz kann sich so einiges zum Positiven verändern. So habe ich die Hoffnung, dass es wieder mehr Anfänger im Sport gibt (BMX wird immer älter) und mehr in den Bau von Skateparks investiert wird. Den wirtschaftlichen Vorteil, durch zum Beispiel mehr verkaufte Räder an Anfänger, der den BMX-Marken zu gute kommt, sollte man hier natürlich auch nicht vergessen.
Zu guter Letzt ist es, wie ich finde, immer etwas Positives, wenn Sportler aus verschiedensten Nationen aufeinander treffen. Ob das Nun bei der Simpel Session, den X-Games oder eben bei Olympia geschieht.” – Sebastian Nitsche/Videographer 

STEVE FLEISCHER:

“Hallo zusammen! Wer mich nicht kennt: ich bin Steve Fleischer, bin 27 und fahre auch schon seit zwölf Jahren mit meinem Drahtesel durch die Parks in Deutschlands. Seit fünf Jahren betreiben ich und mein Kumpel Daniel Richter eine private BMX-Halle mit dem Namen TheLastHole. Aus meiner Sicht finde ich es gut, dass nun auch BMX Freestyle Park durch das internationale olympische Komitee als olympische Disziplin anerkannt wurde. Die IOC hätte aber auch gleich alle Disziplinen als Gesamtpaket anerkennen können. Denn auch BMX-Dirt, Street, Flatland und Vert würden es verdienen, zur olympischen Disziplin zu werden, schließlich war jeder BMXer auch schon mal auf der Straße unterwegs oder hatte mal die Schaufel beim Trailsbauen in der Hand. Die Form der Teilnahmebedingungen wird jedoch den ein oder andern daran hindern, sich den Modalitäten zu unterstellen, da es nunmehr um einen strikt organisierten Ablauf handelt, was der ein oder andere BMXer so nicht kennt. Aber ich kann euch sagen, auch daran kann man sich gewöhnen. Nebenbei bin ich auch als Trainer im Kreis Sport Bund (KSB) und als TÜV-Prüfer für Sportgeräte (Rampen) unterwegs und muss sagen: manchmal kann man auch das ein oder andere mal die Notwendigkeit der Formalitäten verstehen. Aber denn noch sage ich den Jungs und Mädels, denen es jetzt schon in den Fingern krabbelt, an Olympia teilzunehmen: Meldet euch in einem Verein an, damit ihr über diesen die Lizenz beim BDR bekommt und LOS … PS: Wer einen Verein mit Radsportabteilung sucht, kann sich gerne bei mir melden, ich bin Vorsitzender der BMX-MTB-Freestyle-Abteilung beim SV Blau-Weiß Augustusburg.” – Steve Fleischer/TheLastHole

Die Form der Teilnahmebedingungen wird jedoch den ein oder andern daran hindern, sich den Modalitäten zu unterstellen, da es nunmehr um einen strikt organisierten Ablauf handelt, was der ein oder andere BMXer so nicht kennt.

ROBIN SPECHT:

“An erster Stelle ist es sicherlich eine enorm positive Nachricht, dass die Disziplin BMX Freestyle Park jetzt Teil der Olympischen Spielen und damit dem gegenwärtig größten Sportereignis der Welt ist. Es zeigt, wie die in den 60er Jahren in den USA entstandene und lange Zeit eher belächelte Sportart mit den Spielzeug Bikes, zu einer weltweit etablierten und anerkannten Sportart herangewachsen ist und damit jetzt auch Sportlern, Firmen, Veranstalter, Events und Parks die Professionalität und der nötigen Respekt zugesprochen wird. Ebenfalls spiegelt es gut wieder, welchen Sportarten die Jugendlichen und Erwachsenen heutzutage wirklich nachgehen und auch mit Interesse verfolgen. Um jedoch beim Gedanken der Olympischen Spiele zu bleiben, sollte man diese Goldmedaille auf jeden Fall von beiden Seiten betrachten.

“Es zeigt, wie die in den 60er Jahren entstandene und lange Zeit eher belächelte Sportart zu einer weltweit etablierten und anerkannten Sportart herangewachsen ist und damit jetzt auch Sportlern, Firmen, Veranstalter, Events und Parks die Professionalität und der nötigen Respekt zugesprochen wird.”

Meine Bedanken dazu sind: Abstriche durch Olympia in der Kreativität, Individualität und dem Lifestyle des Sports. Nur ungern würde ich irgendwann im Fernsehen/Livestream sehen wollen, wie bei BMX Freestyle Park alle Fahrer in gleichen hautengen Trikots antreten und nur noch Tricks nach einem Bewertungsbogen oder einer Tricktabelle wie beim Kunstturnen ohne Style abarbeiten. Das ist in meinen Augen nicht das, was dieser Sport für mich und wahrscheinlich auch viele andere Rider widerspiegelt. Darüber hinaus sehe ich ich eine Schwierigkeit darin, was wir auch gerade schon beim Skateboarding in Bezug auf Olympia betrachten können: Nämlich diese Individualsportarten in strukturierte Vereine und Verbandskonstellationen einzubinden, um alle Sportler zu erreichen. Möglicherweise ist es also nur ein kurzer Ausflug für BMX Freestyle zu Olympia, jedoch gibt es zur Freude aller genug andere Formate, Events, Serien und Veranstaltungen, die weltweit bekannt sind und den Sport voranbringen, weshalb BMX Freestyle nicht zwangsweiße erfolgreich dort etabliert werden muss. Die Sache bleibt interessant zu beobachten …” – Robin Specht/RadQuartier

THOMAS GÖRING:

“Ich finde es gut, wenn bei Olympia BMX Park dabei ist. Es ist auch super, dass BMX-Race olympisch geworden ist, aber ich denke, das BMX Park viele Kinder und Jugendliche eher ansprechen wird. Gerade bei Park hat sich wirklich einiges die letzten Jahre getan und ich finde es gut, wenn möglichst viele Menschen mitbekommen, was man so alles auf den Kinderrädchen machen kann.” – Thomas Göring/KHEbikes

GUIDO CLEMENS:

“Ich bin auch am überlegen, welche Vor- oder Nachteile es bringen kann. Der Vorteil wird sein, dass BMX schon mal ein anderes Standing bekommt und dadurch vielleicht auch mehr Akzeptanz in der Gesellschaft, wenn man sieht was die Jungs und Mädels leisten. Der freie Gedanke des BMX wird nicht darunter leiden, weil die Parkfahrer in ihrem Training und Tagesablauf sowieso schon sehr strukturiert sind. Die Auswahl, wer an den Spielen teilnimmt wird natürlich sehr schwierig. Wer soll das bestimmen, welche Contests sollen Qualifikationscontests werden etc. Eine „Nationalmannschaft“  zu gründen ist auch keine einfache Sache (Training, Betreuung, Stützpunkt etc.), könnte aber eine staatliche Förderung erhalten. Wer soll das ganze Projekt in die Hand nehmen, um einen vernünftigen Start zu gewährleisten; sicherlich nicht die jetzige Führung des BDR. Denen spreche ich einfach die Ahnung von dem Sport ab, aber wer soll sich an den BDR, über den wird es wohl gehen müssen, wenden? Die UCI wird wohl auch noch ein Wörtchen mitreden und will bestimmt auch noch den ein oder anderen Euro, was zur Folge haben wird, dass die Veranstaltungen sehr teuer werden. Also lassen wir uns mal überraschen, wie die nächsten Meldungen sind.” – Guido Clemens/Wood Style Halle Birresborn

Aufmacherbild: Cedric Derodot

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