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Ruben Alcantara Bikecheck

Ruben Alcantara hat nicht weniger als fünf seiner eigenen Signatureteile am Rad, das soll ihm erst einmal jemand nachmachen. Achtung, Insider für Midschooler: It’s easy, you try, würde er dazu vielleicht mit einem Augenzwinkern sagen. Wobei das natürlich totaler Quatsch ist, denn wir als Normalsterbliche können Ruben nicht einmal im Traum das Wasser reichen. Es gibt Leute, die die These vertreten, dass kein anderer Fahrer BMX so sehr geprägt hat wie der mittlerweile 44-jährige Spanier es in seiner langen und glorreichen Karriere getan hat. Man ist geneigt, dieser Behauptung zuzustimmen. Seine Tricks, sein Style, der Leichtbautrend, den er losgetreten hat –  wer sonst hat jemals die Art wie wir fahren und dazu auch noch was dabei unterm Hinter haben so revolutioniert wie Ruben. Wobei die Nachwehen dieser Revolution bis heute deutlich spürbar sind und Ruben darüber hinaus stetig neuer Bereiche findet, in denen er BMX ein bisschen besser machen kann. Stichwort: Skateparkbau. Wir alle kennen den Skatepark von Málaga, der von Ruben erdacht und konzipierte wurde und der wahrscheinlich einen der besten, wenn nicht sogar den besten Bowl der Welt beherbergt. Es war uns also eine ganz besonders Ehre, diese lebende Legende zum Bikecheck zu bitten. Wobei Ruben gleich zu Beginn unseres Gesprächs eine kleine Bombe hochgehen ließ. Aber lest selbst …

Rahmen: Terrible One Ruben Alcantara Signature Frame
Gabel: Flybikes Agua
Lenker: Terrible One Ruben Alcantara Signature Bars in 9,2“ mit 14° Backsweep
Griffe: Flybikes Ruben Alcantara Signature Grips
Lenkerenden: neue von Flybikes aus Alu/Plastik
Bremse: die neue Flybikes Manual CNC Springhanger U-Brake
Vorbau: Flybikes Toploader
Steuersatz: Flybikes
Sattel: Flybikes Dos Tripod Seat
Sattelstütze: Flybikes Tripod
Kurbel: Flybikes in 180 mm (22-mm-Achse)
Tretlager: Flybikes
Pedale: Flybikes Ruben Alcantara Signature Grafitpedale
Kettenblatt: Flybikes
Übersetzung: 29/10
Kette: Flybikes
Reifen: Flybikes Ruben Alcantara Signature Tires in 2,35“
Laufräder: Flybikes Luna
Pegs: aus Luft, komplett transparent
Modifikationen: keine
Reifendruck: 6 Bar hinten und 5 vorne
Gewicht: keine Ahnung, aber mein Rad fühlt sich gut an
Körpergröße: 1,75 m

Ruben Alcantara hat wahrscheinlich mehr Signatureteile am Rad als irgendein anderer Fahrer auf der Welt. Und womit? Mit recht!

INTERVIEW MIT RUBEN ALCANTARA:

Hey Ruben! Danke, dass du dir die Zeit für diesen Bikecheck nimmst. Was hast du in letzter Zeit so getrieben?
Hola! Leider arbeite ich seit diesem Jahr nicht mehr im Skatepark von Málaga. Ich hatte einfach das Gefühl, dass die Verantwortlichen meine Arbeit nicht zu schätzen wissen, und dann sind auch noch ein paar andere nicht so coole Sachen passiert. Ich konzentriere mich jetzt auf Soulparks. Das ist eine Firma, die ich mit einem Freund gegründet habe und die Städten und Privatpersonen dabei hilft, Skatepark- und Trailsprojekte zu realisieren. Das macht mir sehr viel Spaß, denn mit dieser Arbeit machen wir viele Menschen glücklich. Darüber hinaus designe ich BMX-Teile für Terrible One und Flybikes.

Du warst einer der ersten Freestyler mit einem leichten Rad. War das damals eine bewusste Entscheidung? Und ist es dir heute noch immer wichtig, dass dein Rad besonders leicht ist?
Ich habe mein Rad damals tatsächlich bewusst leichter gemacht. Früher waren nur schwere Räder auch stabil, das fand ich nie gut. Also habe ich nach Wegen gesucht, mein Rad leichter zu machen, ohne dabei die Stabilität zu beinträchtigen. Das war aber nie eine Obsession von mir. Es gab eine Zeit, da haben manche Leute den Leichtbautrend echt übertrieben. Ich denke, man sollte versuchen, die richtige Balance zwischen Stabilität und Gewicht zu finden. Außerdem muss ein Rad schon ein gewisses Gewicht haben. Wenn ein Rad zu leicht ist, dann lässt es sich in der Luft nämlich nicht mehr so gut handeln. Das merkt man vor allem bei Whips und solchen Sachen. Da braucht man schon ein bisschen Gegengewicht, damit solche Tricks überhaupt funktionieren.

„Es gab eine Zeit, da haben manche Leute den Leichtbautrend echt übertrieben.“

Ergibt Sinn. Gibt es etwas an deinen Rädern, bei dem du besonders pingelig bist?
Eigentlich bei allem, hahaha! Ich denke, darum habe ich auch so viele Teile selbst designt. Ich meinen Kopf schwirren ständig Ideen rum, wie man BMX-Teile verbessern kann. Die Firmen, die mich unterstützen, haben einige davon umgesetzt – und jetzt habe ich auf einmal all diese Signatureteile an meinem Rad …

Eines deiner vielen Signaturerteile ist der Rahmen. Wie lange hast du schon einen Signature Frame auf Terrible One und durch welche besonderen Features zeichnet er sich aus?
Ich bin schon 2000 einen Rahmen von T-1 gefahren und, wenn ich mich richtig erinnere, ab 2004 bis heute dann durchgängig. Ich fahre die Version mit dem 21,25er Oberrohr und bin sehr glücklich, dass T-1 meinen Rahmen noch immer im Programm hat, denn es gibt derzeit kaum Rahmen auf dem Markt, die eine vergleichbare Geometrie haben. Mein Rahmen hat zum Beispiel einen Steuerkopfwinkel von 74°, was perfekt für die Art von Radfahren ist, die ich liebe.

Dein Lenker hat verhältnismäßig viel Backsweep. Warum?
Dadurch fühlen sich meiner Meinung nach Whips und ähnliche Sachen einfach besser an. Umso gerader ein Lenker ist, desto mehr steht dann bei solchen Tricks der Ellbogen raus. Das mag ich nicht.

Was ist die Idee hinter deinem Signaturereifen von Flybikes?
Wenn man damit geradeaus fährt, ist das Profil flach und hat erzeugt dadurch kaum Widerstand, und beim Trailsfahren hat man dank der kleinen Aussparungen an der Seite in Kurven guten Grip. Auf härterem Untergrund hingegen, wie zum Beispiel im Bowl, merkt man die Aussparungen beim Kurvenfahren überhaupt nicht, weil die einzelnen Stollen wie zu durchgehenden Oberfläche werden. Außerdem finde ich, dass das Profil einfach verdammt cool aussieht.

Warum fährst du so lange Kurbelarme?
Lange Kurbeln fühlen sich meiner Meinung nach einfach besser an und geben einem mehr Kontrolle über das Rad. Mit kurzen Kurbeln fühlt sich ein Rad wie ein Scooter an.

„Mit kurzen Kurbeln fühlt sich ein Rad wie ein Scooter an.“

Warum fährst du Pedale aus Grafit? Hat das irgendwelche besonderen Vorteile gegenüber Plastik- oder Aluminiumpedalen?
Ich habe den Eindruck, dass Pedale aus Grafit weniger vibrieren. Und das findet mein Körper gut.

Du fährst einen schmalen Sattel ohne Polsterung. Sitzt du nicht gerne bequem?
Haha! Normalerweise setze ich mich beim Radfahren nicht hin, insofern ist das kein Problem. Außerdem mag ich den Look.

Wenn wir schon mal von deinem Sattel sprechen: Du fährst das Tripodsystem. Denkst du, dass es irgendwelche Vorteile gegenüber dem Pivotalsystem hat?
Wenn man von der Seite darauf schaut, sieht das Tripodsystem einfach besser aus. Mal davon abgehen, war ich nie ein Freund davon, dass Pivotalsättle oben dieses Loch für den Inbus haben.

Du fährst die neue Manual CNC Springhanger U-Brake von Flybikes. Erzähl doch mal bitte was dazu.
Die Bremse ist eine überarbeitet Version der bekannten Springhanger U-Brake. Neu daran ist, dass man jetzt anhand von Kunststoffschrauben kinderleicht die Bremsarme justieren kann, die bei der alten Versionen ja manchmal geklappert haben.

Hast du jemals mit dem Gedanken gespielt, deine Bremse abzubauen?
Ich finde, dass Räder ohne Bremse super aussehen. Ich mag es, wenn ein Rad möglichst clean aussieht. Aber das überwiegt für mich nicht die Vorteile, die eine Bremse zu bieten hat. Wenn ich zum Beispiel Trails fahre, dann möchte ich mich nicht immer stressen müssen, wenn ich mal anhalten möchte. Ich heize außerdem super gerne Hügel runter oder durch die Stadt, da will ich mir ums Bremsen keine Gedanken machen.

Anderes Thema: Warum fährst hinten mehr Druck auf deinen Reifen als vorne?
Ich glaube, es ist wichtig, hinten viel Druck zu fahren, damit man in Bowls und so gut pumpen kann, um auf Geschwindigkeit zu kommen. Vorne kann man ruhig ein bisschen weniger fahren, da ist ein hoher Druck nicht ganz so wichtig. Und vorne mit weniger Luft im Reifen zu fahren, ist auch besser für die Hände und den restlichen Körper, weil man dadurch quasi eine Minifederung eingebaut hat.

Okay, und warum fährst du keine Pegs mehr?
Ich habe irgendwann aufgehört, sie zu benutzen. Also habe ich sie einfach abgebaut.

Wie bereites erwähnt, hast du schon eine Menge BMX-Teile entworfen. Wenn du dir die heutigen Räder anschaust, gibt es dann etwas, wo du denkst: Leute, das ist nun wirklich keine gute Idee!
Steile Steuerkopfwinkel nur damit Nosewheelie einfacher werden.

Wenn wir schon mal beim Thema sind: Arbeitest du gerade an irgendwelchen neuen Signatureteilen, über die du sprechen kannst?
Wir arbeiten gerade an neuen Griffen und Reifen. Vielleicht wird es bald auch neue Pedale von mir geben – mal sehen. Ansonsten bringe ich mich, wie gesagt, auch bei anderen Teilen von T-1 und Flybikes ein.

Okay, lass uns langsam zum Ende kommen. Was steht als Nächstes bei dir an?
Wir fangen bald damit an, Trails neben dem Bowl zu bauen, an dem wir mit Soulparks in Velez-Malaga mitgewirkt haben.

Viel Erfolg dabei! Möchtest du zum Schluss noch jemanden danken oder grüßen?
Vielen Dank an alle, die mich all diese Jahre dabei unterstützt haben, meinen Traum zu leben, seien es nun Sponsoren oder einfach nur Leute, die nette Dinge über mich gesagt haben.

Ruben Alcantara ist 44 Jahre alt, wohnt in Málaga und fährt für Flybikes, Terrible One, Soulparks, Fox und etnies.

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