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Evan Brandes auf Mankind: Bikecheck & Interview

Evan Brandes kann auf ein erfolgreiches Jahr zurückblicken. Dass er und seine Eltern bei den meisten größeren Contests in Deutschland dabei sind, ist Standard. Hinzu kam 2018, dass Evan in den Nationalkader berufen wurde und dadurch die Gelegenheit hatte, an allen UCI-Weltcupläufen in Japan, Frankreich, Kanada und China teilzunehmen. Auf diesen Contests hat er sich gut geschlagen und von allen deutschen Fahrern bisher die meisten Olympiapunkte gesammelt. Höhepunkt seiner Saison war jedoch die Teilnahme an den Olympischen Jugendspielen in Buenos Aires, wo Evan gemeinsam mit Lara Lessmann Gold in der Disziplin BMX Freestyle Park holte. Krasse Nummer! Da wundert es nicht, dass ihr ihn bei den freedombmx Awards 2018 in der Kategorie „Parkfahrer des Jahres“ auf den 3. Platz gehievt habt. Und auch das neue Jahr startet ereignisreich für Evan, denn nach einigem hin und her mit seinem bisherigen Radsponsor ist der 18-jährige Goldjunge ab sofort für Mankind Bike Company unterwegs. Herzlichen Glückwunsch! Für diesen Bikecheck haben wir Evans neues Rad einmal genauer unter die Lupe genommen und ihm gleich noch ein paar Fragen zu seinem bisher größten sportlichen Erfolg gestellt. Vorhang auf!

Rahmen: Mankind Getaway in 20,75″
Gabel: Mankind Justice
Lenker: Shadow Vultus in 9,5″
Griffe: Vans X Cult Waffle
Lenkerenden: Mankind Epoch
Bremsanlage: VANS Kyle Walker
Vorbau: Mankind Epoch Riser
Steuersatz: Mankind Epoch
Sattel: Mankind Thunder
Sattelstütze: Mankind pivotal
Kurbel: Mankind NXS Cranks (175 mm)
Tretlager: Mankind Epoch
Pedale: Mankind Control
Kettenblatt: Mankind Epoch
Übersetzung: 25/9
Kette: Shadow Interlock V2
Reifen: Schwalbe Big Street 2,1″ (fallen dicker aus)
Laufräder: Mankind „Prometheus“-Nabe auf Mankind „Vision“-Felge vorne, Mankind „Prometheus“-Cassette mit Titanspeichen auf Mankind „Vision“-Felge
Hubguards: /
Pegs: keine
Modifikationen: keine
Reifendruck: 7 Bar vorne 6 Bar hinten
Gewicht: ca 9 kg
Körpergröße: 1,80 m

Hey Evan, gut ins neue Jahr gekommen? Was hast du in letzter Zeit so getrieben?
Na klar, muss ja. Wie sollte es sonst sein, hehe. Ich bin vor ein paar Wochen aus Woodward wiederkommen und dann habe ich erstmal Zeit mit der Familie verbracht, bin natürlich BMX gefahren und musste viel Zeugs für die Schule erledigen.

Was machst du derzeit neben BMX noch?
Eine schulische Ausbildung zum Erzieher und mache gerade ein Praktikum in einem Kindergarten.

Du bist im vergangenen Herbst bei den olympischen Jugendspielen in Buenos Aires an den Start gegangen und hast dort gemeinsam mit Lara Lessmann die Goldmedaille in BMX Freestyle Park geholt. Wie war das für dich, als du die Medaille umgehangen bekommen hast?
Kurz und knapp: Es war ein unbeschreiblicher Moment und ich danke allen, die mich auf diesem Weg unterstützt und an mich geglaubt haben. Ich konnte es natürlich kaum fassen. Vor ein paar Jahren war ich noch der Kleine, jemand der hauptsächlich nur in seiner Halle gefahren ist. Und dann stand ich da und hatte auf einmal eine Goldmedaille um den Hals. Alle haben uns zugejubelt und angefeuert. Es war einfach unglaublich!

Ich habe ein paar Storys über dich aus dem olympischen Dorf gehört. Warum bist du zum Beispiel einmal morgens mit einem zerrissenen T-Shirt zum Frühstück erschienen?
Hahaha! Was soll ich sagen? Es war nicht gestattet, nach 23 Uhr das Dorf zu verlassen … Und man musste gewisse Klamotten tragen. Aber, na ja, wir sind ja Freestyler, also dachten wir, dass wir vor 23 Uhr das Olympische Dorf verlassen und einfach zum Frühstück wiederkommen. Na ja, was soll ich sagen war ein cooler Abend!

BMX-Freestyle ist neu bei Olympia. Wie wurde die Disziplin auf der Veranstaltung und von den anderen Athleten angenommen?
Die anderen Sportler waren extrem interessiert. Vor allem haben die es cool gefunden, dass wir unser Ding trotz Olympia gemacht haben. Die sind nämlich alle zum Beispiel in den vorgeschriebenen Klamotten rumgelaufen, haha. Ich wurde über alles ausgefragt und musste erstmal BMX erklären. Und ja, als wir dann Contest hatten, standen bei uns die meisten Zuschauer. BMX IST EINFACH GEIL. Die anderen Trainier und die Chefs da fanden das natürlich nicht so witzig.

Das Olympiathema wird in der Szene kontrovers diskutiert. Kannst du jene Leute verstehen, die Kritik daran äußern, dass BMX Freestyle Park jetzt olympisch ist?
Auf der einen Seite ja, auf der anderen Seite nein. Mich nervt einfach nur dieses Gehate! Jeder kann doch weiterhin sein Ding machen. In Freestyle kann doch jeder selber entscheiden. Also soll auch jeder selbst entscheiden können, ob er da mitmacht oder eben nicht, aber man sollte sich nicht gegenseitig hassen.
Weil, für mich ist BMX eine groß Familie.

„Für mich ist BMX eine groß Familie.“

 

Lass uns das Thema wechseln und über dein neues Rad sprechen. Seit kurzem bist du für Mankind unterwegs. Wie kam der Deal zustande?
Christoph Huber von Mankind hat mich in Oldenburg bei den freedombmx Awards 2018 angesprochen, ein paar Tage später habe ich dann eine Nachricht von ihm bekommen, ob ich nicht Bock hätte. Ja, und so kam das dann zustande.

Hört sich easy und entspannt an. Du bist 1,80 m groß. Ist da ein Rahmen mit einem 20,75“-Oberrohr nicht ein wenig zu klein?
Ich finde, das ist das perfekte Maß für mich. Aber letztendlich muss das auch jeder selber entscheiden. Whips drehen sich so auf jeden Fall schneller und man ist wendiger.

Dein Hobel wiegt nur 9 kg. Ist es dir wichtig, ein leichtes Rad zu haben? Falls ja, warum?
Mittlerweile JA. Früher war es mir echt egal, da habe ich dran gebaut was da war. Aber mittlerweile merkt man Gewichtsunterschiede bei manchen Tricks so extrem. Ich achte jetzt auch nicht extrem krass darauf, mein Rad sollte aber natürlich auch kein Panzer sein.

„Mein Rad sollte kein Panzer sein.“

Musstest du wegen des Gewichts irgendwelche Kompromisse hinsichtlich der Stabilität eingehen?
Haha, ne. Soweit würde ich auch echt nicht gehen.

Was ist dir sonst noch an deinen Rädern wichtig?
Eine Acht im Laufrad ist mir zum Beispiel egal, aber der Lenker muss perfekt gerade und zu 100 % richtig eingestellt sein. Ich bekomme sonst die Krise.

Als du noch für Haro gefahren bist, meintest du damals in unserem Bikecheck, dass ein 8,75“-Lenker für dich die perfekte Höhe hätte, weil dir sonst immer dein Rad bei Double Chips abhauen würde. Zwei Jahre später hast du einen 9,6er Lenker am Rad. Woher der Sinneswandel?
Zwei Jahre in die Höhe wachsen. Und ja, mittlerweile finde ich das einfach angenehmer. Außerdem sind Decades so viel entspannter.

Die meisten Leute fahren heute 170 oder sogar 165 mm lange Kurbeln. Du hast eine 175er am Rad. Wieso?
Uff, ich glaube, ich habe auf so etwas noch nie geachtet, um ehrlich zu sein. Hahaha!

Für welches Teil an deinem Rad würdest du sofort Geld ausgeben, wenn du es nicht schon geschenkt bekommen hättest?
Definitiv für den Rahmen. Die Geometrie passt perfekt und fahren lässt er sich auch super!

Warum fährst du vorne und hinten einen unterschiedlichen Reifendruck?
Puhhh, das weiß ich so recht auch gar nicht, hahaha. Hat sich so eingespielt mit der Zeit. Finde das vom Feeling einfach besser.

Du experimentierst ziemlich viel mit deinem Rad rum. Mal fährst du Pegs, mal keine. Mal hast du einen Freecoaster, dann wieder eine Kassette. Woran liegt das? Und gibt es so etwas wie deinen Weltcup-Setup, mit dem du dich bei großen Contests am wohlsten fühlst?
Ich mag Abwechslung und fahre gerne alles. Ich finde es langweilig, wenn man nur das eine fährt. Mal Park, mal mehr Street, mit Coaster, mal ohne. Manchmal grinden, manchmal nicht. Immer Tagesform abhängig, hehe. Am wohlsten auf großen Rampen fühle ich mich natürlich mit der Cassette und ohne Pegs, aber das liegt einfach daran, weil ich das Gefühl am besten kenne.

„Ich finde es langweilig, wenn man nur das eine fährt.“

 

Sind irgendwelche Signatureprodukte in Arbeit? Immerhin hast du ja eine Goldmedaille …
Ich weiß absolut noch nicht, was ansteht. Es wäre auf jeden Fall ein riesengroßer Traum von mir.

Ich drücke die Daumen. Kommen wir langsam zum Ende. Was steht in nächster Zeit bei dir an?
Natürlich viel Radfahren und ein bisschen rumkommen. Aber jetzt muss ich erstmal Hausarbeiten für die Schule schreiben.

Vorbildlich. Möchtest du zum Schluss noch etwas loswerden oder jemanden danken?
Auf jeden Fall! Erstmal vielen Dank an meine Eltern, ohne die wäre ich nicht derjenige, der ich heute bin. Natürlich danke an Christoph Huber, dass er mich ins Team aufgenommen hat. Ich freue mich auf die geile Zeit! Danke an Jens Werner und Tobias Wicke, die mir so viel ermöglicht und an mich geglaubt haben.
Und generell danke an alle, die mich immer unterstützt haben und hinter mir standen. Ein fettes Dankeschön an dich Markus für das Interview! Danke BMX!

Evan Brandes ist 18 Jahre jung, wohnt in Klein Vahlberg bei Wolfenbüttel und fährt neben Mankind Bike Company auch über 24/7 Distribution für TSG.

Interview: The Medialist
Fotos: Lucas Neuschulz
Video: Malte Drittler (@mdzahnweh811)

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